«In Ame­ri­ka ist un­ser Aus­se­hen ak­zep­tier­ter»

Mi­chel­le (25) und Car­men (23) Bie­ri aus Lu­zern sind die wohl stärks­ten Schwes­tern der Schweiz. Ih­ren 100 000 Fol­lo­wern er­klä­ren sie täg­lich, was es für ei­nen ge­sun­den Le­bens­stil braucht.

20 Minuten - Zurich - - Body & Soul - GE­RAL­DI­NE SCHLÄP­FER

Eu­er gan­zes Le­ben dreht sich um ei­nen fit­ten Li­fe­style. Wart ihr schon im­mer so sport­lich?

Mi­chel­le: Ja, wir wa­ren als Kin­der ex­trem ak­tiv – Ge­rä­te­tur­nen, Leicht­ath­le­tik, Wind­sur­fen, Hand­ball: Wir ha­ben frü­her schon in­ten­siv trai­niert. Un­se­re El­tern sind sel­ber su­per­sport­lich und wa­ren stän­dig draus­sen mit uns. Das muss­ten sie auch, da­mit wir in der Schu­le ei­ni­ger­mas­sen

still sit­zen konn­ten.

Und wie seid ihr zum Kraft­sport ge­kom­men?

Car­men: Als wir mit der KV-Aus­bil­dung be­gan­nen, wur­de es im­mer schwie­ri­ger, Mann­schafts­sport zu trai­nie­ren, weil wir nicht mehr so fle­xi­bel mit un­se­rer Zeit wa­ren. Des­halb ha­ben wir mit 16 ein Gym-Abo ge­löst. Die schnel­len Fort­schrit­te beim Kraft­sport ha­ben uns be­geis­tert, und so ha­ben wir uns zu­sätz­lich zum KV zu Per­so­nal-Trai­ne­rin­nen aus­bil­den las­sen.

Heu­te ge­hört ihr zu den be­rühm­tes­ten Schwei­zer Fit­nessIn­flu­en­cern. Wie habt ihr das ge­schafft?

Mi­chel­le: Nach dem KV ar­bei­te­ten wir bei­de in Bü­ro­jobs, was uns nicht wirk­lich er­füll­te. Wir wa­ren da schon auf So­ci­al Me­dia ak­tiv. So kam es zu ei­nem An­ge­bot von ei­nem Fit­ness­un­ter­neh­mer, der über Ins­ta­gram auf uns auf­merk­sam ge­wor­den war. Er bot uns an, für sein Fit­ness­stu­dio in Kai­ro zu ar­bei­ten und Wer­bung zu ma­chen. Wir kün­dig­ten un­se­re Jobs, zo­gen für zwei Mo­na­te nach Ägyp­ten als Per­so­nalTrai­ne­rin­nen. So tra­fen wir neue Spon­so­ren und konn­ten uns lang­sam un­ser Da­sein als Fit­ness-In­flu­en­cer auf­bau­en.

Eu­er Aus­se­hen po­la­ri­siert be­stimmt. Habt ihr es mit vie­len Ha­tern zu tun?

Mi­chel­le: Schwei­zer sind halt schnell kri­tisch, da muss man drü­ber­ste­hen. Un­se­re Fol­lo­wer sind aber durch­aus po­si­tiv ein­ge­stellt, sie sind in­ter­es­siert an un­se­rem Li­fe­style und das ist, was für uns zählt. Zu­dem ha­ben wir vie­le Fol­lo­wer in der gan­zen Welt. In Ame­ri­ka bei­spiels­wei­se ist un­ser Aus­se­hen ak­zep­tier­ter.

Ihr seid ex­trem trai­niert. Wie steht ihr zu Ana­bo­li­ka und an­de­ren il­le­ga­len Sub­stan­zen?

Car­men: Spe­zi­ell für Frau­en ist die Ein­nah­me von sol­chen Mit­teln sehr ge­fähr­lich, der Hor­mon­haus­halt ge­rät kom­plett durch­ein­an­der, und es lohnt sich schlicht nicht. Un­se­re Mus­keln sind kom­plett na­tür­lich. Wir ar­bei­ten aber hart da­für, es braucht Dis­zi­plin.

Wie sieht denn ein ty­pi­scher Tag bei euch aus?

Car­men: Mor­gens ma­chen wir als Ers­tes ein Früh­stück mit Ei­ern und Avo­ca­do und be­ant­wor­ten ers­te Mails. Tags­über sind wir für Spon­so­ren un­ter­wegs, ar­bei­ten an un­se­rem ers­ten Fit­ness­gui­de, der bald er­scheint, und küm­mern uns um So­ci­al Me­dia. Abends ge­hen wir ein bis zwei St­un­den ins Gym, da­nach ko­chen wir für un­se­re El­tern. Wir woh­nen noch da­heim, das gibt uns die Frei­heit, viel rei­sen zu kön­nen.

Ihr teilt Be­ruf, Fa­mi­lie und das Zu­hau­se. Hat­tet ihr noch nie Streit?

Mi­chel­le: Klar, gif­teln wir uns manch­mal an. Wir sind 24 St­un­den zu­sam­men, auf un­se­rer Ame­ri­ka­rei­se ha­ben wir über meh­re­re Wo­chen zu­sam­men in ei­nem 1.40-Me­ter-Bett ge­schla­fen. Da kommt es na­tür­lich manch­mal zu klei­nen Zi­cke­rei­en, aber Streit über meh­re­re Ta­ge gab es noch nie. Wir lie­ben es, un­se­ren Traum le­ben zu dür­fen, und sind bes­te Freun­din­nen.

INS­TA­GRAM/BIERISISTE­RS

Woh­nen noch da­heim: Car­men und Mi­chel­le.

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