Bau­ern er­hal­ten drei­mal mehr Geld als Schul­kin­der

ZÜ­RICH. Bau­ern kos­ten die Haus­hal­te jähr­lich 2269 Fran­ken. Bau­ern weh­ren sich ge­gen Re­for­men zur Sen­kung der Aus­ga­ben.

20 Minuten - Zurich - - Wirtschaft -

20,7 Mil­li­ar­den Fran­ken kos­tet die Land­wirt­schaft die Schweiz pro Jahr. Für die­se Kos­ten kom­men un­ter an­de­rem die Kon­su­men­ten und die Steu­er­zah­ler auf. So muss je­der Schwei­zer Haus­halt jähr­lich 2269 Fran­ken in die Fi­nan­zie­rung der Bau­ern ste­cken, wie die Denk­fa­brik

Ave­nir Suis­se im neu­en Pri­vi­le­gi­en­re­gis­ter der Schwei­zer Land­wirt­schaft schreibt. Da­mit zahlt der Staat für ei­nen Voll­zeit­be­schäf­tig­ten auf ei­nem Bau­ern­be­trieb drei­mal so viel Geld wie für ei­nen Schü­ler in der ob­li­ga­to­ri­schen Schu­le. Um die Kos­ten der Agrar­po­li­tik zu sen­ken, schlägt Ave­nir Suis­se dar­um um­fas­sen­de Re­for­men vor.

So sol­le der Grenz­schutz auf­ge­ho­ben wer­den. «Im Mo­ment zah­len Kon­su­men­ten auf­grund des Grenz­schut­zes 89 Pro­zent mehr für Le­bens­mit­tel in der Schweiz als in der EU», er­klärt Patrick Dümm­ler, For­schungs­lei­ter für Agrarthe­men bei Ave­nir Suis­se. Mit ei­ner Grenz­öff­nung wür­den sich die Prei­se re­du­zie­ren. Da­mit könn­ten sich auch schlecht ver­die­nen­de Haus­hal­te al­le Le­bens­mit­tel in der Schweiz leis­ten. «Das wür­de wie­der­um den Ein­kaufs­tou­ris­mus re­du­zie­ren.» Oh­ne den Grenz­schutz wür­de sich die Le­bens­mit­tel­pro­duk­ti­on in der Schweiz nicht ren­tie­ren, er­klärt Mar­kus Rit­ter, Prä­si­dent des Bau­ern­ver­bands. Das Kos­ten­um­feld sei schlicht zu hoch in der Schweiz: «Wir ha­ben in der Schweiz 50 Pro­zent hö­he­re Kos­ten für Ma­schi­nen, Ge­bäu­de oder Ar­beits­kräf­te als in Ba­den-Würt­tem­berg oder Bay­ern», so Rit­ter. Gä­be es ei­ne Grenz­öff­nung, wür­den noch mehr Le­bens­mit­tel aus dem Aus­land im­por­tiert. Bei im­por­tier­ten Nah­rungs­mit­teln kön­ne die Schweiz aber kei­nen Ein­fluss auf Ar­beits­be­din­gun­gen und Tier­wohl neh­men.

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Bei ei­ner Grenz­öff­nung wür­den sich die Prei­se für Le­bens­mit­tel in der Schweiz er­heb­lich re­du­zie­ren, meint Ave­nir Suis­se.

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