Ex-Nis­san-Chef Ghosn kri­ti­siert Ja­pan scharf

20 Minuten - Zurich - - Wirtschaft -

Nach sei­ner spek­ta­ku­lä­ren Flucht in den Li­ba­non hat sich der frü­he­re Nis­san-Chef Car­los Ghosn mit schar­fer Kri­tik an sei­nem frü­he­ren Ar­beit­ge­ber und den ja­pa­ni­schen Straf­ver­fol­gern zu Wort ge­mel­det. «Mein un­vor­stell­ba­rer Lei­dens­weg ist das Werk skru­pel­lo­ser und rach­süch­ti­ger Ein­zel­per­so­nen», sag­te der 65-Jäh­ri­ge mit li­ba­ne­si­schen Wur­zeln ges­tern an ei­ner Pres­se­kon­fe­renz in Bei­rut. Die Staats­an­walt­schaft in To­kio be­schul­digt ihn, Gel­der in zwei­stel­li­ger Mil­lio­nen­hö­he schwarz kas­siert, ver­un­treut und un­ter­schla­gen zu ha­ben. Ghosn be­strei­tet jeg­li­che Ver­feh­lun­gen: «Die An­schul­di­gun­gen sind un­zu­tref­fend.» Aus dem Haus­ar­rest ent­kam er En­de De­zem­ber, an­geb­lich mit dem Flug­zeug ei­nes tür­ki­schen Pri­vat­jet-An­bie­ters.

Ghosn hat ne­ben der bra­si­lia­ni­schen und der fran­zö­si­schen auch die li­ba­ne­si­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit. Wie die meis­ten Län­der lie­fert auch der Li­ba­non ei­ge­ne Staats­an­ge­hö­ri­ge nicht an an­de­re Län­der aus. Doch das ja­pa­ni­sche Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um will nach ei­ge­nen An­ga­ben nichts un­ver­sucht las­sen, Ghosn in

Ja­pan vor Ge­richt zu stel­len.

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