«Ich schrie um mein Le­ben»

20 Minuten - Zurich - - Auftakt - JAS

San­d­ri­na (19): «Ich wur­de als 13-Jäh­ri­ge von zwei Mit­schü­lern (14 und 17) ver­ge­wal­tigt. Als sie mich zu sich nach Hau­se ein­lu­den, stand ei­ner auf und schloss die Tür ab. Sie fin­gen an, mich aus­zu­zie­hen und mich an­zu­fas­sen. Ich schrie um mein Le­ben, doch Hil­fe kam kei­ne. Zu Hau­se stell­te ich mich di­rekt un­ter die Du­sche. Ich stand un­ter Schock. Als ich rea­li­sier­te, was ge­sche­hen war, brach ich zu­sam­men. Ei­ner Freun­din ver­trau­te ich das Ver­bre­chen an. Sie sag­te nur, dass ich doch über­trei­ben wür­de. Von die­sem Zeit­punkt an ver­schloss ich mich. Erst zwei Jah­re spä­ter konn­te ich es mei­ner Mut­ter er­zäh­len. Ei­ne The­ra­pie half mir da­bei.»

Co­ri­na El­mer: «Mög­li­cher­wei­se trat ein so­ge­nann­tes Free­zing ein. Vie­le Op­fer ha­ben nach ei­ner sol­chen Tat star­ke Ge­füh­le von Scham und Schuld. Manch­mal kön­nen sie sich den Ge­walt­akt nicht ein­mal ein­ge­ste­hen. Des­halb schwei­gen sie. Trotz­dem ge­ben sie ver­steck­te oder of­fe­ne Hin­wei­se. Dann ist es wich­tig, dem Op­fer zu glau­ben und es zu mo­ti­vie­ren, sich Hil­fe zu su­chen.»

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