Rück­tritt der Re­gie­rung – was hat Pu­tin vor?

MOSKAU. Die rus­si­sche Re­gie­rung un­ter Mi­nis­ter­prä­si­dent Dmi­tri Med­we­dew hat ih­ren Rück­tritt an­ge­kün­digt. Das macht den Weg frei für Pu­tins Ver­fas­sungs­re­form.

20 Minuten - Zurich - - Vorderseit­e -

Pu­tin will mit ei­ner Ver­fas­sungs­re­form dem Par­la­ment mehr Macht ein­räu­men: So sol­len die Ab­ge­ord­ne­ten un­ter an­de­rem künf­tig den Mi­nis­ter­prä­si­den­ten be­stim­men. Kri­ti­ker wer­fen Pu­tin vor, da­mit an sei­nem Macht­er­halt über das Jahr 2024 hin­aus zu ar­bei­ten, in dem sei­ne Amts­zeit als Prä­si­dent en­det und er ge­mäss der Ver­fas­sung ab­tre­ten muss: Als Mi­nis­ter­prä­si­dent könn­te er da­nach mit grös­se­ren Be­fug­nis­sen wei­ter re­gie­ren.

We­ni­ge St­un­den nach Pu­tins Re­de er­klär­te Mi­nis­ter­prä­si­dent Dmi­tri Med­we­dew den Rück­tritt sei­ner Re­gie­rung. Der Prä­si­dent sol­le vor dem Hin­ter­grund der Ver­fas­sungs­än­de­rung die Mög­lich­keit ha­ben, «al­le er­for­der­li­chen Mass­nah­men zu er­grei­fen».

«Im bes­ten Fall setzt Pu­tin jetzt ei­ne ech­te Re­form­re­gie­rung ein», sagt da­zu Ju­li­us von Frey­tag, Lei­ter des Mos­kau­er Bü­ros der li­be­ra­len Fried­rich-Nau­mann-Stif­tung, zu 20 Mi­nu­ten. «Sei­ne Re­de deu­tet aber lei­der eher dar­auf hin, dass es sich um ein po­li­ti­sches Ma­nö­ver han­delt, um die ei­ge­ne Macht zu si­chern.»

Bei sei­ner Jah­res­re­de ver­sprach Pu­tin zu­dem, ein­kom­mens­schwa­che Fa­mi­li­en stär­ker un­ter­stüt­zen zu wol­len. Nied­ri­ge Ein­kom­men sei­en ein Hin­der­nis für ein Be­völ­ke­rungs­wachs­tum. «Wir ste­hen vor ei­ner his­to­ri­schen Auf­ga­be», mein­te der Kreml­chef. «In un­se­rer Ge­sell­schaft ist die For­de­rung nach Ve­rän­de­rung klar er­kenn­bar.»

REU­TERS

Seit Jah­ren ein ein­ge­spiel­tes Team: Med­we­dew (l.) und Pu­tin.

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