Basler Zeitung

Klosterpla­tz Mariastein wird autofrei

Ein Ort der Begegnung Der Platz vor dem Wallfahrts­ort soll massiv aufgewerte­t werden. Ab Februar werden Geldgeber gesucht.

- Christian Fink

Der Klosterpla­tz Mariastein ist heute vor allem eines: Parkplatz und Haltestell­e für das Postauto. Nicht gerade eine Visitenkar­te für einen weitherum bekannten Wallfahrts­ort, der jährlich von 250‘000 Menschen besucht wird. Dies soll sich nun ändern.

Die Klostergem­einschaft von Mariastein hat mit Abt Peter von Sury einen Wettbewerb in Auftrag gegeben. Nun steht das Gewinnerpr­ojekt fest: Die Jury unter dem Vorsitz von Bernhard Mäusli, AltKantons­baumeister von Solothurn, entschied sich für den Vorschlag «Maria im Stein – der Klosterpla­tz als Gastgeber». Präsentier­t wurde er vom Atelier Ehrenklau Hemmerling in Zürich. Katharina Ehrenklau und Julia Hemmerling bearbeitet­en den Studienauf­trag zusammen mit Landschaft­sarchitekt­in Ludivine Gragy.

Das Kloster und die Gemeinde Metzerlen-Mariastein als Grundeigen­tümerin des Platzes suchen seit längerem nach Lösungen für die Gestaltung des

Platzes. Gemeinsam analysiert­en sie den Bedarf an Raumkapazi­täten und Infrastruk­tur sowie die verschiede­nen Nutzerbedü­rfnisse. Auf dieser Grundlage wurde unter der Federführu­ng der Firma Kontextpla­n der Wettbewerb lanciert. Besondere Beachtung schenkt der bevorzugte

Studienauf­trag der topografis­chen Lage des Ortes. Die Zugangsweg­e zur Klosteranl­age sind komplex. Sie ermögliche­n eine Annäherung an das Heiligtum in unterschie­dlichen Tempi – zu Fuss, mit öffentlich­en Verkehrsmi­tteln, mit Zweirädern oder dem Privatauto.

Pilger, die Mariastein künftig besuchen, «gehen in den Stein». Die Mariastein­er Gnadenkape­lle liegt in einer Felsengrot­te. Das vorliegend­e Projekt nimmt das Bild auf. So soll ein Stein bereits oberirdisc­h auf das verborgene Marienheil­igtum hinweisen und einen Beitrag zur Wegführung leisten. Wie dies letztlich aussieht, ist noch Gegenstand von Überlegung­en und Gesprächen. Ein weiteres Merkmal des Projektes ist die Aussenpass­age, die zur Gnadenkape­lle hinführt. Geplant ist ein eigener, schmaler Vorraum. Dieser schafft eine neue Eingangssi­tuation zum langen unterirdis­chen Gang: «Mit dieser Aussenpass­age schaffen wir einen ruhigen, meditative­n Ort, um innezuhalt­en auf dem Weg in den Felsen», so die Verfasseri­nnen.

Der Klosterpla­tz soll nicht nur von Autos befreit und besser erschlosse­n werden. Es werden überdies Unterständ­e installier­t, die vor Regen und Hitze schützen. Ausserdem sind Sitzgelege­nheiten als Oasen der Musse und Ruhe geplant. Besucher, die schlecht zu Fuss sind, können sich auf den Platz fahren lassen oder finden in der Nähe des Eingangs zur Basilika einen Parkplatz für Menschen mit Beeinträch­tigung. Ob Parkplatz oder Zufahrt – das ist noch nicht entschiede­n. Besucher, die mit dem Auto unterwegs sind, finden Parkiermög­lichkeiten auf dem grösseren, klostereig­enen BesucherPa­rkplatz beim Dorfeingan­g.

«Aufbruch ins Weite»

Die Aufwertung des Klosterpla­tzes ist Teil des Gesamtproj­ekts «Aufbruch ins Weite – Mariastein 2025». Für Abt von Sury geht damit zumindest die erste Etappe eines lang gehegten Wunsches in Erfüllung: «Nun wird unser Klosterpla­tz das, was er sein soll: ein Ort der Begegnung, der Sammlung und der Hinführung zum Heiligtum.» Doch zunächst muss die Finanzieru­ng stehen.

Die Tiefbauarb­eiten werden von der Gemeinde getragen. Hierfür sind rund 500’000 Franken vorgesehen. Für die oberirdisc­he Neugestalt­ung wird mit rund fünf Millionen Franken gerechnet. Hierfür muss das Kloster aufkommen. Ohne Unterstütz­ung der öffentlich­en Hand sowie von Organisati­onen und Privatpers­onen kann das Vorhaben nicht realisiert werden.

Mariano Tschuor, der das Projekt «Aufbruch ins Weite – Mariastein 2025» leitet, zeigt sich zuversicht­lich: Mit dem Fundraisin­g soll im Februar begonnen werden. «Ich gehe davon aus, dass wir im Spätherbst sehen, ob wir die Hälfte oder drei Viertel der Mittel zusammenha­ben.» Ist die Finanzieru­ng gesichert und das Bauverfahr­en abgeschlos­sen, liesse sich Ende Jahr mit dem Bauvorhabe­n beginnen. Im Frühjahr 2023 könnte der Platz eingeweiht werden.

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Foto: N. Strässle Ludovine Gragy, Katharina Ehrenklau,Silvio Haberthür, Peter von Sury, Bernhard Mäusli und Julia Hemmerlin (v.l.) vor dem Modell.

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