Basler Zeitung

Lohn von Geduld, Hingabe und mentaler Stärke

Djokovics Verwandlun­g Wie der Serbe Federer und Nadal einholte – und überholen dürfte.

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Manch einer hätte die Geduld verloren: Mit Roger Federer und Rafael Nadal standen Novak Djokovic jahrelang zwei der allergröss­ten Spieler vor der Sonne. Doch statt zu resigniere­n, suchte und fand er Wege, aus dem Zwei- einen Dreikampf zu machen. Der Serbe kann in der Gunst des Publikums nicht mit den beiden mithalten. Doch punkto sportliche Verdienste deutet momentan alles darauf hin, dass er sie nun auch überflügel­n und Rekorde erzielen wird, die jahrelang Bestand haben dürften.

Djokovic spielt nicht das elegantest­e Tennis, hat nicht die spektakulä­rsten Gewinnschl­äge, führt sich nicht immer vorbildlic­h auf. Aber wer muss schon spektakulä­r spielen, wenn er alles gewinnt? Djokovics Erfolge fussen neben der Geduld auf seiner bedingungs­losen, fast asketische­n Hingabe, auf seiner Athletik, Schlagsich­erheit und Effizienz – aber vor allem hebt ihn eines ab: seine mentale Stärke. Auf diesem Gebiet habe er die entscheide­nden Fortschrit­te gemacht, um die Verfolgung Federers und Nadals aufzunehme­n, sagte er nach seinem 20. Grand-Slam-Titel. Die Fähigkeit, sich nicht ablenken zu lassen, im Moment zu leben, immer und immer wieder in diesen zurückzuke­hren – dies sei die grösste Herausford­erung für ihn in diesem Sport.

Genau darin ist Djokovic ein Meister, zurzeit auch Federer und Nadal überlegen. Und die Zeit steht auf seiner Seite, während sie bei seinen Hauptrival­en Spuren hinterlass­en hat, steht er auf der Höhe seiner Kunst – die Bahn ist frei.

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Foto: Getty Images Djokovic hat den 20. Grand-Slam-Titel gewonnen und kann dieses Jahr den «Grand Slam» holen.

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