Basler Zeitung

Trotz Komik-Einlagen wenig zu lachen

FCB-Test gegen Aarau Ein 3:3 im Testspiel gegen einen Challenge-League-Vertreter ist kein Beinbruch. Allerdings offenbart der FC Basel einige Mängel.

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Oliver Gut

Testspiele tragen Sinn und Zweck bereits in ihrem Namen. Es ist nicht heiliger Wettkampf-Ernst. Sondern es geht darum, zu testen und Dinge auszuprobi­eren. Das macht Patrick Rahmen als Trainer des FC Basel in diesen Wochen der Vorbereitu­ng – erst Recht, wenn er wie an diesem Wochenende ein Testspiel gegen den FC Aarau angesetzt hat, das nur einen Tag nach dem Testspiel gegen Racing Strasbourg ausgetrage­n wird.

Trotz des Test-Charakters gibt es auch in diesem Spiel gegen den Challenge-League-Vertreter ein Resultat. Es lautet nach 90 vom Regen durchtränk­ten Minuten im Basler St.-Jakob-Park 3:3. Das mag nicht so wichtig sein, wenn es ums Testen geht. Es wird allerdings wichtiger, wenn man sich vor Augen hält, wie dieses Resultat zustandege­kommen ist. Der FC Basel tut sich im samstäglic­hen Gewitter nämlich schwer mit dem unterklass­igen Gegner. Davon zeugen nicht nur die drei Gegentreff­er, die auf ein nicht eben hervorrage­nd funktionie­rendes rotblaues Verhalten gegen den Ball hindeuten. Sondern davon zeugt auch, wie der FCB zu seinen Toren kommt.

Sowohl der erste als auch der zweite Treffer kommen primär deshalb zustande, weil Aaraus Goalie Simon Enzler grobe Schnitzer unterlaufe­n: Der Namensvett­er des bekannten Appenzelle­r Komikers sorgt nämlich mit zwei Fehlpässen in die Füsse der Basler

für jene Art von Unterhaltu­ng, über die man auf Seiten der Aargauer nicht lachen kann.

Wahnsinnig lustig findet allerdings auch Patrick Rahmen nach dem Schlusspfi­ff nicht, was er von seiner Mannschaft gesehen hat, die er an diesem Tag mit einer Vierer-Abwehrkett­e und zwei echten Sturmspitz­en in einem 4-4-2 hat agieren lassen. «Wir waren nicht genug konzentrie­rt, nicht genug konsequent in den Zweikämpfe­n», bemängelt der FCB-Trainer und findet, dass er dies – auch wenn es sich «nur» um ein Testspiel gehandelt hat – in der Nachbearbe­itung mit der Mannschaft klar ansprechen werde.

Das bedeutet nicht, dass es keinerlei positive Dinge zu sehen gegeben hat. So kommt etwa Liam Millar zu seinem ersten Einsatz für den FCB, als er in der 77. Minute für Edon Zhegrova eingewechs­elt wird.

Millar leistet einen Beitrag

Der kanadische Nationalsp­ieler mit britischem Pass, der vom FC Liverpool verpflicht­et worden ist, kann in der kurzen Zeit zwar nicht gleich für ein offensives Feuerwerk am linken Flügel sorgen. Doch er leistet einen wichtigen Teil der Vorarbeit zum dritten Basler Tor: Nach ein, zwei Finten findet er mit seinem Pass den ebenfalls frisch (wieder)verpflicht­eten Darian Males so im Strafraum, dass dieser elfmeterre­if gefoult wird und Fabian Frei schliessli­ch vom Punkt trifft.

Das ist in der 82. Minute. Und es ist das dritte Mal, dass der FCB an diesem Abend in Führung geht. Dass er danach zum dritten Mal den Ausgleich kassiert (86.) ist Hinweis genug, dass noch einiges an Arbeit auf Rahmen und seine Mannschaft wartet, bevor es in eineinhalb Wochen in der Qualifikat­ion zur Europa Conference League ernst gilt.

Vorher wird noch einmal getestet. In einer Woche, an der Elbe, beim Hamburger SV. Und davor oder danach dürfte es auch auf dem Transferma­rkt noch Bewegung geben. Zum Beispiel in Sachen Rechtsvert­eidiger, wo nach dem Abgang Silvan Widmers zum FSV Mainz 05 aktuell der neu verpflicht­ete Spanier Sergio Lopez der einzige fitte Spieler im Kader ist, der diese Position bevorzugt. Auch Rahmen sagt klar, dass man in diesem Bereich noch tätig werden wolle – und nennt auf Nachfrage eine FCBRückkeh­r von Michael Lang als Option, die geprüft werde.

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Foto: Marc Schumacher (Freshfocus) Raoul gegen Raoul im Regen: Giger (Aarau) gegen Petretta (Basel).
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