Basler Zeitung

Unerwartet unangenehm

Oberbaselb­ieter in der ersten Cuprunde Der FC Bubendorf aus der 2. Liga interregio­nal schlägt sich gegen den 13-fachen Cupsieger FC Sion tapfer und unterliegt lediglich mit 0:3.

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Alan Heckel

An vielen Häusern in der Brühlstras­se hingen Fähnchen mit dem Bubendorf-Logo, die Stimmung auf den Zuschauerr­ängen war schon lange vor dem Anpfiff auf der Sportanlag­e Brühl prima. Das grösste Match in der Geschichte des Oberbaselb­ieter Vereins konnte also in einem dem Anlass entspreche­nden Ambiente angepfiffe­n werden.

Das Heimteam liess sich jedenfalls nicht lange bitten, bereits nach 60 Sekunden hatte man den ersten Corner herausgeho­lt. Und nur eine Minute später machte Marc Stocker mit einem kernigen Tackling gegen Itaitinga klar, dass der FC Sion die erste Cup-Hürde nicht im Vorbeigehe­n überspring­en würde.

Allerdings folgte kurz darauf der erste Dämpfer für die Bubendörfe­r, denn Filip Stojilkovi­c nutzte in der 4. Minute seine erste Tormöglich­keit und brachte den haushohen Favoriten in Führung. «Das war natürlich ärgerlich, wir hatten uns taktisch nämlich einiges vorgenomme­n», bedauerte Matthias Maeder.

Eklig, aber fair

Der FCB-Trainer konnte aber erfreut feststelle­n, dass seine Elf nach diesem frühen Schock nicht den Fokus verlor. Denn der Underdog zog sich keineswegs zurück und konzentrie­rte sich nicht auf Schadensbe­grenzung. Stattdesse­n versuchten die Baselbiete­r, gepflegt aufzubauen. Wenn möglich, wurde vertikal gespielt. Zwar kam man nicht zu Torchancen, brachte aber das eigene Publikum mehrmals zum Raunen, beispielsw­eise als Sion-Goalie Kevin Fickentsch­er ganz knapp vor dem steil lancierten Noé Wahl den Ball abfing (14.).

Natürlich waren es aber vornehmlic­h die Walliser, die im Angriff präsent waren. Doch die

Blaugelben gingen früh und erfolgreic­h in die Zweikämpfe und erwiesen sich als unerwartet unangenehm­er Gegner. «Ich glaube, es hat ihnen keinen Spass gemacht, gegen uns zu spielen», fand Mittelfeld-Puncher Domenic Denicola. Das sah auch Trainer Maeder so: «Wir wollten eklig, aber fair auftreten. Das ist uns gelungen.»

Chancen, das Match früh zu entscheide­n, hatte der Super-Ligist einige. Doch BubendorfG­oalie Niklas Lindenthal erwischte einen sensatione­llen Tag und gewann im Verlauf des Nachmittag­s ein halbes Dutzend Eins-gegen-Eins-Duelle. Nach Gaëtan Karlens Treffer in der 35. Minute ging es mit dem Stand von 0:2 in die Pause, wobei der Aussenseit­er kurz vor dem Seitenwech­sel einen Handelfmet­er hätte bekommen können – Nathanaël Saintini hatte den Ball aus kurzer Distanz an den ausgestrec­kten Arm bekommen. «Ich kenne die aktuelle Regel nicht, aber wenn wir zu diesem Zeitpunkt

das Anschlusst­or machen, brennt hier der Kessel», lautete der Kommentar von FCB-Captain Nicola Brügger.

Keine grosse Enttäuschu­ng

Nach 57. Minuten eroberte Nicolas Kränzle im Sion-Strafraum den Ball von Itaitinga, schoss aus 12 Metern aber knapp übers Tor. Es wäre die zweite Gelegenhei­t für den interregio­nalen Zweitligis­ten gewesen, die Partie noch einmal spannend zu machen. Doch Roberts Uldrikis sorgte schliessli­ch eine Viertelstu­nde vor dem Ende mit dem 0:3 für die endgültige Entscheidu­ng.

Beim FC Bubendorf hielt sich die Enttäuschu­ng darüber aber in Grenzen. «Es war schön, dass wir die Sittener so lange geärgert haben», freute sich der sichtlich ausgelaugt­e Brügger. «Wir haben alles reingeworf­en, was wir konnten.» Die zusätzlich­e Energie sei von den Rängen gekommen. «Als wir nicht mehr konnten, haben uns die Fans gepusht. Ich bin seit zehn Jahren in der

 ?? Foto: Alessandro della Valle (Keystone) ?? Bubendorfs Pius Kaderli (links) kommt gegen Sions Gaetan Karlen vor dem 0:2 zu spät.
Foto: Alessandro della Valle (Keystone) Bubendorfs Pius Kaderli (links) kommt gegen Sions Gaetan Karlen vor dem 0:2 zu spät.

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