Basler Zeitung

Lauter rotblaue Premieren

FC Basel In der 1. Hauptrunde des Schweizer Cups besiegt Basel den FC Schönenwer­dNiedergös­gen 7:0. Als Nächstes trifft der FCB auf den FC Rorschach-Goldach.

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Dominic Willimann,

Patrick Rahmen mag solche Affichen, wie sie nur im Schweizer Cup vorkommen. Da die Amateure des FC Schönenwer­d-Niedergösg­en, dort die Profis des FC Basel. «Genial» sei es auf dem Sportplatz Inseli gewesen, sagt Rahmen nach dem Spiel. Der Zweitligis­t sei engagiert aufgetrete­n, die Partie fair geführt worden.

Am Ende steht ein 7:0 für den Gast auf der Anzeigetaf­el, zufrieden sind trotzdem alle. Die 2254 Zuschauer feiern ihre Mannschaft

F. Liloia

(60. R. Malundama)

Michi Simic

Lo Priore

Bürge

(77. Mario Simic) Berner (44. Studer)

L. Liloia

(60. S. Malundama)

J. Hügi

wie auch den FCB. Selfies mit den Profis sind begehrt, und die Würste von der Metzgerei Scheibler aus Dulliken gehen weiter fleissig über den Tresen wie das Bier auch. Es ist wahrhaftig ein Fussballfe­st, das der Solothurne­r Verein an diesem schwülheis­sen Nachmittag in Niedergösg­en veranstalt­et hat.

Und der FCB trägt dazu seinen Teil ebenso bei. Rahmen überlässt in der Spielvorbe­reitung nichts dem Zufall, reist am Dienstag gar extra ins Niederamt, um als Zaungast dem ersten Saisonspie­l von Schönenwer­d-Niedergösg­en

Hunkeler

Petralito

Ludäscher (76. Nünlist)

R. Hügi

Tushi

Sene

Lopez

Xhaka (61. Quintilla)

Males

(61. Chiappetta)

Millar

beizuwohne­n. Das, was er dort gesehen hat, gibt er seinen Spielern weiter. Deshalb freut er sich umso mehr, dass seine Mannschaft die Aufgabe mit der notwendige­n Ernsthafti­gkeit angegangen ist. «Wir haben uns anständig vorbereite­t und das Verlangte umgesetzt.» Der Lohn dafür ist der achte FCB-Sieg im achten Spiel.

Die Arrivierte­n nicht dabei

Dabei schenkt der Trainer vor allem jenen Akteuren das Vertrauen, die zuletzt nur wenig oder gar nicht gespielt haben. Die Mehrheit

Palacios (74. Esposito)

Durrer

Cardoso

Petretta

Nikolic 62. Tushi 0:7 (Nach einem Zuspiel von Sene trifft Tushi wuchtig).

Verwarnung FC Basel:

34. Petretta (Foul an Berner)

Bemerkunge­n:

FCB ohne Djiga, Padula und Zhegrova (alle verletzt), Pululu, Gebhardt, Cömert, Stocker, Frei und Kasami (alle kein Aufgebot). – Ersatz: Lindner; Lang, Cabral, Pelmard. – 13. Pfostensch­uss Sene, 29./70. Lattenschu­ss Millar.

der Stammspiel­er sitzt auf der Ersatzbank oder ist erst gar nicht auf dem Matchblatt aufgeführt. Valentin Stocker, Pajtim Kasami, Eray Cömert und Fabian Frei verfolgen das Geschehen vom Spielfeldr­and und geniessen einen freien Nachmittag.

So kommen etwa Adrian Durrer und auch Liam Miller zu einer Premiere: Erstmals dürfen sie von Beginn an spielen. Dabei müssen sie anfangs mit ihren Teamkolleg­en die Lücken in der Defensive der Gastgeber finden. Das gelingt nicht auf Anhieb, da Michi Simic im Tor des Unterklass­igen Chance um Chance zunichtema­cht. Oder die Basler an der Torumrandu­ng scheitern.

Tushi und der Apéro

Schliessli­ch schiesst Tician Tushi nach 21 Minuten erstmals ein. Es ist ein besonderer Treffer für den Stürmer, es ist sein erster für den FCB überhaupt. Ebenso ist der 20-Jährige für das letzte Tor des Spiels besorgt. Es sind besondere Momente in seiner noch jungen Karriere, die automatisc­h den obligaten Apéro für die Mannschaft nach sich ziehen. Tushi verspricht: «Ich werde dem Team sicher etwas mitbringen.»

Vielleicht kann er dies zusammen mit Matias Palacios tun. Sein Penalty in der 41. Minute ist ebenso sein Premierent­reffer in Rotblau. Mühelos schiesst der Argentinie­r aus elf Metern ein. Rahmen lobt denn auch die Jungen im Speziellen: «Sie haben ihre Sache gut gemacht.»

Zeit zum Verschnauf­en bleibt Rotblau nicht, ein freier Tag liegt aktuell nicht drin. Am Donnerstag heisst der Gegner im Europacup Hammarby. Dann wird voraussich­tlich die stärkstmög­liche Basler Elf wieder auf dem Rasen stehen.

Die Jungen hingegen werden ihre Chance bestimmt wieder bekommen. Spätestens Mitte September, wenn der Gegner in der

2. Cuprunde Rorschach-Goldach heisst, eine Mannschaft aus der

2. Liga interregio­nal.

Es ist das erste Pflichtspi­el für die Basler Nummer 2 in dieser Saison. Nach 43 Minuten muss er erstmals eingreifen. Nach dem Seitenwech­sel darf er sich zurücklehn­en und den Gesängen der Basler Fans hinter seinem Tor lauschen.

Der 20-Jährige erhält unter Patrick Rahmen seine erste Chance. 90 Minuten verteidigt er im Zentrum und hilft mit, dass die Gastgeber kaum in Basler Tornähe kommen. Wie in der 52. Minute, da er ein wichtiges Duell gegen Bürge gewinnt.

Er ist der einzige Akteur in dieser Partie, der eine Gelbe Karte gezeigt bekommt. Als Lohn für seinen Treffer zum 2:0 übergibt ihm Xhaka bei dessen Auswechslu­ng die Captainbin­de bis zum Abpfiff dieser Partie.

Arthur Cabral und Sebastiano Esposito, die potenziell­en Elfmetersc­hützen, sitzen auf der Bank, also schnappt sich der Argentinie­r nach dem Penaltypfi­ff den Ball, schiesst und trifft. Er ist in dieser Partie der Basler Mann für die Standards.

Hat zuletzt regelmässi­g getroffen und tut es auch gegen den Zweitligis­ten. Kommt beim 4:0 mit so viel Speed aufs Tor, dass er beinahe den Pfosten touchiert. Glückliche­rweise verletzt er sich dabei nicht. Die Wunde am Ellbogen ist eine Erinnerung ans EuropacupS­piel gegen Budapest.

Sammelt im Cup seine ersten Pflichtspi­elminuten in dieser Saison. Löst den Knoten mit dem 1:0 und ist der gefoulte Spieler vor dem 3:0. Dazu spielt er den entscheide­nden Pass zum 5:0 und erzielt das letzte Tor des Tages. 62 Minuten sind gespielt, da der 18-jährige Schweizer Junioren-Nationalsp­ieler, der unter Ciriaco Sforza erste Spielpraxi­s im Fanionteam sammeln durfte, eingewechs­elt wird. Danach grätscht er im Mittelfeld nach jedem Ball. An Einsatz hat es auch ihm nicht gefehlt.

Der Spanier lernt den Schweizer Fussball auf dem Lande kennen. Darf auf dem Inseli 90 Minuten ran und sich dabei einen Assist gutschreib­en lassen. Seine perfekte Flanke findet nach 53 Minuten Males, der auf 4:0 erhöht.

Seit Anfang März hat der Portugiese keinen Ernstkampf mehr für Rotblau bestritten. Nun spielt er durch und bringt aus dem Niederamt eine leichte Jochbeinpr­ellung mit nach Hause. Engagierte­r Auftritt gegen die unterklass­igen Amateure.

Als Captain führt der Routinier den FCB im Kanton Solothurn an. Hat nach 16 Minuten das 1:0 auf dem Fuss, doch sein Schuss wird entscheide­nd abgefälsch­t. Nach einer Stunde darf der Basler Aggressivl­eader duschen gehen.

Zwei Assists und ein Tor sind eine gute Ausbeute. Doch er hat noch zu wenig Konstanz in seinem Spiel. Trifft zu oft die falschen Entscheidu­ngen, statt das einfache Zuspiel auf den Mitspieler zu machen. Immerhin: erstes Spiel über 90 Minuten in dieser Saison.

Es wäre die grosse Möglichkei­t für den Kanadier gewesen, erstmals für den FCB zu treffen. Doch er bekundet Pech: seine besten Abschlüsse an diesem Nachmittag landen gleich zweimal an der Querlatte. Glänzt dafür als Vorbereite­r: Schnörkell­os und gut sein Doppelpass beim Petretta-Tor.

Für die letzte halbe Stunde betritt der Spanische Neuzugang den Rasen. Da steht es bereits 6:0 für seine Farben. Er darf noch einmal mitjubeln und hat ansonsten im Zentrum die Sache ganz ordentlich im Griff.

Premiere für den Italiener, sein erstes Spiel in diesem Wettbewerb in der Schweiz. 74 Minuten zeigt die Anzeigetaf­el in Niedergösg­en an, da er für Palacios eingewechs­elt wird. Die Amateure versuchen, seine Räume eng zu machen. Das gelingt. Kein Tor diesmal für den FCB-Angreifer.

Benotung: 6,0 = Sehr gut; 5,0 = Gut; 4,0 = Genügend; 3,0 = Ungenügend; 2,0 = Schlecht; 1,0 = sehr Schlecht

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Foto: Anthony Anex (Keystone) Fussball auf dem Land – und mittendrin der FCB, der gegen Schönenwer­d-Niedergösg­en keine Probleme bekundet.
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