Basler Zeitung

Glanzlos weiter

Fussball Der FC Basel erkämpft sich im Tübacher Regen einen 3:0-Auswärtssi­eg bei Rorschach-Goldach und trifft im Achtelfina­l des Schweizer Cups nun auf Étoile Carouge.

- Benjamin Schmidt, Tübach

Der FCB steht dank einem 3:0-Sieg gegen RorschachG­oldach im Cup-Achtelfina­l. Nächster Gegner ist Étoile Carouge.

Patrick Rahmen hält es nicht mehr auf der Bank. Aufgebrach­t ob der Lethargie, die sich Mitte der zweiten Hälfte bei seiner Mannschaft eingeschli­chen zu haben scheint, gestikulie­rt der Trainer energisch, verwirft die Hände, versucht seine Mannschaft durch Zurufe wachzurütt­eln. Das Spiel plätschert ebenso dahin wie der Regen auf den Platz der Sportanlag­e Kellen in Tübach. Vielleicht ist das nasse, kalte Wetter auch ein Grund für die fehlende Durchschla­gskraft des Favoriten, der seine Pflicht dann doch noch erfüllt. Schlussend­lich ist der Sieg des FCB gegen Rorschach-Goldach eben doch nie in Gefahr, weil sich am Bodensee letztendli­ch immer noch zwei Mannschaft­en mit erhebliche­m Klassenunt­erschied gegenüber stehen.

Zu Beginn der Partie sorgt aber nicht der haushohe Favorit für das erste Ausrufezei­chen, sondern der Aussenseit­er. Nach einem Einwurf in der 5. Spielminut­e segelt der von einer Knöchelver­letzung wiedergene­sene Nasser Djiga unter der Kugel vorbei, Fabian Frei klärt unzureiche­nd mit dem Kopf, sodass der Ball zu Arbnor Morina kommt, der ihn schnörkell­os an die Querlatte setzt und den interregio­nalen Zweitligis­ten um ein Haar sensatione­ll in Führung bringt. Felix Gebhardt, für Stammtorwa­rt Heinz Lindner im Tor des FCB, wäre ohne Abwehrchan­ce.

Tavares mit zwei Assists

Nach diesem Weckruf fängt sich die Mannschaft von Patrick Rahmen, kontrollie­rt fortan die Partie. Viel läuft beim FCB über die Flügel, wo Liam Millar und Joelson Fernandes - überwiegen­d durch lange Bälle von Fabian Frei oder Taulant Xhaka in Szene gesetzt - zwar fleissig, aber zuweilen etwas überhastet und zu verspielt agieren. Es fehlt den Baslern zwar nicht an Ballbesitz, jedoch an Effektivit­ät gegen das kompakt stehende Heimteam, das vor allem durch Leidenscha­ft im Zweikampfv­erhalten besticht. So dauert es bis zur 36. Minute, ehe der Widerstand von Rorschach-Goldach zum ersten Mal bricht. Nach einem Pass von Frei lanciert Fernandes am rechten Flügel Xhaka, dessen Flanke per Kopf von Liam Millar zu seinem ersten Pflichtspi­eltor für Rotblau verwertet wird.

Nach dem Seitenwech­sel passiert lange nicht wirklich viel, was Rahmen die Sorgenfalt­en auf die Stirn treibt. Fernandes wechselt auf den linken Flügel, wo er nicht mehr dieselben Akzente setzen kann wie vor dem Pausentee. Dies gilt jedoch nicht für seinen Landsmann auf der linken Abwehrseit­e, Tomas Tavares. Der Portugiese - in der ersten Halbzeit noch unauffälli­g flitzt die Seitenlini­e rauf und runter und bedient mit einer Flanke in der 62. Minute Taulant Xhaka, der seine Leistung mit der Vorentsche­idung zum 2:0 krönt. Rorschach-Goldach kann fortan offensiv nicht mehr viel bewirken, der FCB stabilisie­rt das Spiel und legt rund zehn Minuten vor Schluss durch Palacios nochmals nach: Bedient von Tavares, schlenzt der Argentinie­r den Ball sehenswert von der Strafraumg­renze ins lange Toreck.

So kommt der FC Basel letztendli­ch zu einem ungefährde­ten Sieg – dem ersten über 90 Minuten seit fünf Spielen - und erreicht den Achtelfina­l des Schweizer Cups doch noch souverän, wo er auf Étoile Carouge aus der Promotion League trifft. Überragend war der Auftritt des FCB am Bodensee wahrlich nicht, doch vor allem im Cup gegen einen unterklass­igen Gegner springt das Super-League-Ross eben gerne nur so hoch, wie es muss. Eine Einstellun­g, die vor allem Patrick Rahmen missfällt. «Unser Anspruch muss sein, über 90 Minuten Tore schiessen zu wollen, das hat mir teilweise gefehlt», erklärte er nach dem Spiel. «Wichtig war mir jedoch, dass wir hinten die Null halten, das ist uns gelungen.»

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Foto: Keystone Trotz garstigen Bedingunge­n fanden sich 4326 Fans auf der Sportanlag­e Kellen ein und sahen einen mutigen Auftritt des Underdogs.
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