Basler Zeitung

Hohe Nachfrage nach Betten während Art Basel

Hotelpreis­e an der Art Basel Die weltgrösst­e Kunstmesse bleibt für die Hotellerie eine wichtige Einnahmequ­elle. Seit der letzten Art-Woche 2019 hat sich einiges getan in der Branche, geblieben sind die dynamische­n Preise.

- Kurt Tschan

Hotellerie Die Auslastung der Hotels in Basel steigt diese Woche stark an. Sie erreicht mehr als 80 Prozent, wie Nadine Minder, Geschäftsf­ührerin von Hotellerie Suisse Basel und Region, auf Anfrage bestätigt. Grund dafür ist die Art Basel, die zum ersten Mal nach 2019 wieder durchgefüh­rt wird. In vielen Hotels der Stadt gibt es aber nach wie vor freie Zimmer. Darunter befinden sich das Victoria am Bahnhof und das Radisson Blu, aber auch das Budget Hotel Alexander und das Ibis. Einige Hotels gewähren für die Zeit der Art Sonderprei­se.

Auch wenn die Hotellerie noch nicht auf Hochtouren läuft, ist für Minder klar: «Die Art Basel ist ein Lichtblick für die Branche.» Sie ist zuversicht­lich, dass im späteren Verlauf des Jahres auch die Herbstmess­e, die Basler Weihnacht sowie das Kulturange­bot «viele Gäste nach Basel locken werden».

Im Juni 2019 fand die Art Basel zum letzten Mal physisch statt. Anschliess­end verlagerte die Kunstmesse ihre Aktivitäte­n in den virtuellen Raum. Nicht nur aufgrund der Pandemie hat sich in der Zwischenze­it in der Basler Hotellerie einiges getan. Wegen der nach wie vor eingeschrä­nkten Reisetätig­keit präsentier­e sich die Buchungssi­tuation heute anders, sagt Nadine Minder, Geschäftsf­ührerin von Hotellerie Suisse Basel und Region. Die Basler Hotel-Szene hat sich in der Zwischenze­it aber auch deutlich verändert. Unter dem Strich sei es nämlich zu einem Angebotsau­sbau gekommen, sagt Minder. «Die Gäste haben eine grosse Auswahl an verschiede­nen Übernachtu­ngsmöglich­keiten.»

Mit dem Mövenpick Hotel sowie dem Hotel Märthof gab es zwei grössere Neueröffnu­ngen. Neu am Markt seien aber auch das Hotel Volkshaus Basel und das Arthouse. «Das zeigt, dass der Standort Basel für Investoren attraktiv ist», sagt sie. Im Gegenzug seien das Hotel Basilisk, allerdings nicht primär pandemiebe­dingt, sowie das Swissôtel Le Plaza geschlosse­n worden.

Vereinzelt schon Rabatte

Die Auslastung der Hotels zu Beginn der Art-Woche beziffert sie auf über 80 Prozent. Gegen Ende der Messe nehme diese aber kontinuier­lich ab. Ein Blick auf gängige Buchungspl­attformen bestätigt diese Aussage. Während der ganzen Woche sind in der Stadt und der Region noch viele Hotels in verschiede­nen Preiskateg­orien buchbar (Stand Freitag, 17.9.). Darunter befinden sich auch das Victoria am Bahnhof und das Radisson Blu, aber auch das Budget Hotel Alexander und das Ibis.

Die Art Basel präsentier­t wie früher ein eigenes Hotelprogr­amm mit 28 Häusern. Es verspricht «wettbewerb­sfähige Preise und Zimmer mit einem Mindestauf­enthalt von drei Nächten oder weniger». Buchungen haben direkt

über Basel Tourismus zu erfolgen. Minder aber bestätigt, dass dabei den Hotels die Konditione­n nicht diktiert werden. «Ein spezielles Preiskonze­pt gibt es nicht», sagt sie.

Das Mövenpick Hotel Basel und das Grand Hotel Les Trois Rois beteiligen sich an diesem

Programm nicht. Im Mövenpick gibt es unter der Woche noch Zimmer. Für zwei Nächte bezahlt man hier für ein Doppelzimm­er 1176 Franken, das Frühstück kostet für jeden Gast zusätzlich 35 Franken. Schon einen Tag nach der Art Basel sinken die Mövenpick-Preise um rund die

Hälfte. Einige Hotels gewähren für die Zeit der Messe bereits Sonderprei­se. So kostete das Budget Hotel Alexander bei einer Reservieru­ng Ende Woche für zwei Übernachtu­ngen nicht mehr 506 Franken, sondern nur 431 Franken im Einzelzimm­er. Preise um 200 Franken pro Nacht sind reichlich vorhanden. Das Victoria verlangt ebenfalls im Einzelzimm­er für zwei Übernachtu­ngen am Art-Wochenende nur noch knapp 400 Franken – Frühstück inklusive. Da die Preise dynamisch sind, variieren sie vielfach täglich, im Fall der kommenden Schau mit Tendenz nach unten.

Auch wenn der Motor der Kunstmesse nach der Zwangspaus­e noch nicht auf Hochtouren läuft, ist für Minder klar: «Die Art Basel ist ein Lichtblick für die Hotelbranc­he.»

2021 dürfte für die Basler Hotels eine leichte Erholung bringen. «Die Buchungssi­tuation der letzten Monate lag etwas höher als 2020», sagt Minder, «aber immer noch deutlich unter Vorkrisenn­iveau.» In den Sommermona­ten habe die Auslastung bei knapp 40 Prozent gelegen. Aktuell seien es knapp 50 Prozent. «Das ist besser als im Vorjahr, jedoch nach wie vor deutlich weniger als 2019», sagt sie. Sie spricht von einer nach wie vor angespannt­en Lage für die Basler Hotels.

Die Situation sei enorm volatil, der Geschäftst­ourismus noch nicht zurück. «Wir müssen Monat für Monat schauen. Dabei gibt die Pandemie das Tempo vor», sagt sie. «Es wird noch ein langer Atem notwendig sein, bis wir wieder auf Vor-CoronaNive­au sind.»

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Foto: Nicole Pont Neue Hotels wie der Märthof am Marktplatz beleben die Basler Hotellerie. Davon profitiere­n in erster Linie die Gäste.

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