Basler Zeitung

Streitigke­iten haben um 23 Prozent zugenommen

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Gemäss einer Erhebung von Axa-Arag, einer der führenden Rechtsschu­tzversiche­rungen der Schweiz, haben Nachbarsch­aftsstreit­igkeiten während der Pandemie im vergangene­n Jahr um 23 Prozent zugenommen. Auch in den ersten Monaten des laufenden Jahres verzeichne­t sie eine erhöhte Zahl an solchen Konflikten. Lärmklagen und Baueinspra­chen sind 2020 gar um 73 Prozent gestiegen.

Der Grund für die Zunahme dürfte direkt mit der Pandemie zusammenhä­ngen: Aufgrund von Homeoffice-Vorgaben verbrachte­n Angestellt­e viel mehr Zeit zu Hause, wodurch es häufiger zu Reibungen mit Nachbarinn­en und Nachbarn kam. «Die Corona-Pandemie hat zwar nicht direkt neue Brandherde zwischen Nachbarn entfacht, störende Punkte wurden aber verstärkt wahrgenomm­en», stellt Axa-Arag Anwältin Alexandra Pestalozzi fest.

Die häufigsten Ursache für Nachbarsch­aftskonfli­kte waren gemäss der Axa-Arag-Erhebung die Höhe oder der Abstand von Sträuchern, Hecken und Bäumen. Aber auch Lärmemissi­onen oder Bauvorhabe­n standen oft am Anfang einer Auseinande­rsetzung.

Bei solchen Konflikten sind Gerichtsve­rfahren laut Pestalozzi risikoreic­h und oft sehr langwierig. Zudem löse ein richterlic­hes Urteil allein den Konflikt nicht. Manchmal sei es hilfreich, eine unparteiis­che Stelle hinzuzuzie­hen. Die Anwältin verweist dabei auf «gute Erfahrunge­n mit Mediatione­n». Um Konflikte gar nicht erst eskalieren zu lassen, rät sie zu folgender Faustregel: «Vermeiden Sie das, was Sie selbst stören würde.»

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