Basler Zeitung

Mehr Cherusball als Fasnacht

Sommerfasn­acht in Pratteln Die Wagencliqu­e «Verruggte Rhy-Waggis» rief zu einem zweitägige­n Fest mitten im September auf. Dem Ruf gefolgt sind aber wenige.

- Andrea Schuhmache­r

«Ich wollte einfach wieder etwas Fasnacht», sagt sie und seufzt. Die Frau ist eine ehemalige Aktive und ist mit ihrer Tochter und ihrer Enkelin an der Sommerfasn­acht in der FrenkenGar­age in Pratteln zu Besuch. Am Freitagabe­nd füllt sich das Areal nur langsam. Die Prattler Wagencliqu­e «Verruggte RhyWaggis» hatte zu diesem Fest zwar schon vor Monaten aufgerufen – doch viele Formatione­n zu motivieren, vermochte sie nicht.

Keine Clique meldete sich an. Es gehöre nicht zur Tradition der Fasnacht, so der Grundtenor: Vor dem traditione­llen Beginn der Fasnachtsz­eit, dem 11.11., nehme man an keinem fasnächtli­chen Event teil. Für manche Guggen und ein paar Schnitzelb­änkler ist das aber kein Argument. So geben am Freitag etwa die Basler Guggenmusi­ken «Glaibasler SchränzBri­eder 1961» oder «TräneFurze­r 1973» auf der improvisie­rten Bühne ihr Bestes. Im Schnitzelb­anggStübli treten «dr Glaibasler» und «s’Kuni us em Gundeli» auf.

Es herrschte gute Stimmung

Obwohl draussen auf dem Festareal kein CovidZerti­fikat nötig ist, werden beim Einlass trotzdem alle Besucherin­nen und Besucher danach gefragt – und bei mangelndem Dokument einfach darauf hingewiese­n, dass im Stübli Zertifikat­spflicht herrscht. Bis zu 1000 Menschen dürfen sich gemäss den CovidMassn­ahmen ohne Zertifikat zu einer Veranstalt­ung unter freiem Himmel treffen. Eine Marke, die in Pratteln an diesem Abend bei weitem nicht erreicht wird – rund 200 bis 250 Personen zählen wir um 21 Uhr auf dem Areal.

So gleicht die «Sommerfasn­acht» eher einem Cherusball. Die Anwesenden lassen sich davon aber nicht die gute Stimmung vertreiben. Kinder tanzen ausgelasse­n zur Musik der Guggen und zu Schlagermu­sik. Die Aktiven im Kostüm tauschen Geschichte­n aus. Und gegen den späteren Abend füllen sich dann die Festbankga­rnituren doch. «Ach, ich vermisse die Fasnacht so», hört man aus allen Ecken. Doch bei Weisswein und Chäswähe lässt sich die Trauer gut vertreiben.

 ?? Foto: Lucia Hunziker ?? «Dr Glaibasler» im Schnitzelb­angg-Stübli in Pratteln.
Foto: Lucia Hunziker «Dr Glaibasler» im Schnitzelb­angg-Stübli in Pratteln.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland