Basler Zeitung

GC nimmt Hinweise dankend entgegen

Fussball Was der Mannschaft einen frischen Schub für die Meistersch­aft hätte geben sollen, endet als Dämpfer. Die Grasshoppe­rs scheiden beim FC Thun aus dem Cup aus. Die Berner geniessen ihre Revanche.

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Florian Raz

Drei Dinge hat er sich gewünscht. Und der unverbesse­rliche Optimist würde sagen: Giorgio Contini hat im Berner Oberland immerhin eines davon bekommen. Dumm nur, dass seine Grasshoppe­rs sich genau jenes Element ausgesucht haben, das gemeinhin nicht reicht, um ein Fussballsp­iel zu gewinnen.

In der Liga hat GC bis auf ein Tor alle Treffer nach ruhenden Bällen erzielt. Kein Wunder also, verlangt Trainer Contini vor dem Cupspiel beim FC Thun, dass seine Spieler «mehr Chancen herausspie­len» und diese «dann

verwerten». Das zusammen soll der Mannschaft «einen

Boost» für die Meistersch­aft geben. So weit der Plan.

Contini stellt dazu im Vergleich zur Meistersch­aft um. Hinten spielen bloss zwei statt drei Innenverte­idiger, dafür stehen zwei Angreifer auf dem Feld. Das Zeichen an die Mannschaft ist klar: Gegen einen Gegner, der eine Liga tiefer spielt, sollen möglichst viele Treffer her.

Der elegante Herr Diani

Allein, es nützt nichts. Nach 94 Minuten hat GC gleich viele Tore auf dem Konto wie beim Anpfiff: null. Es bleibt dabei: Falls jemand weiss, wie man aus dem Spiel heraus ein Tor erzielt – die Grasshoppe­rs nehmen Hinweise dankend entgegen.

Wobei nicht alles schlecht ist, was GC in Thun zeigt. Die erste Halbzeit ist ansehnlich. Offenbar werden die Gastgeber von der offensiven Ausrichtun­g der Zürcher überrascht. Allen voran geniesst Djibril Diani im zentralen Mittelfeld die Freiheiten, die ihm geschenkt werden. Mal um Mal schickt er seine Mitspieler in die offenen Räume.

Doch so elegant Diani vor der Pause auch aussieht. Er ist auch Sinnbild für den Absturz in Halbzeit zwei. Die Thuner stellen ihr System um, verknappen den Spielraum im Zentrum. Diani taucht ab, Thun spielt mit mehr Emotionen. Das reicht.

Noah Loosli verliert bei einem Freistoss das Luftduell gegen Nicola Sutter. Knapp eine Stunde ist gespielt. Zehn Minuten später stolpert Toti Gomes von hinten in die Beine von Alexander Gerndt und sieht die Gelb-Rote Karte. Die Partie ist entschiede­n.

«Na, wie ist die Stimmung in Zürich?» Die Frage ist nicht ganz ernst gemeint. Carlos Bernegger strahlt nach Spielschlu­ss. Viermal hat er GC trainiert.

Stockhorn-Arena. – 2663 Z. – SR Jaccottet. Tor: 59. Sutter 1:0. – Gelb-Rot: 69. Toti (Foul). Grasshoppe­rs: Matic; Bolla (82. Arigoni), Loosli, Toti, Schmid; Da Silva (60. Gjorgjev), Diani, Herc (77. Momoh), Lenjani (60. Pusic); Demhasaj, Campana (60. Kawabe). Jetzt erzählt er als Thuner Coach davon, wie sein Team «drei verschiede­ne Systeme in einer Partie» gespielt habe. Und er schildert, wie bei seinen Spielern die Erinnerung noch wach ist an letzte Saison, als GC den Thunern den Aufstieg in die Super League um einen Punkt weggeschna­ppt hat. Der 18-jährige Daniel Dos Santos sagt, die Thuner seien deswegen «mit Wut auf den Platz. Wir wollten die wegputzen.»

Und die Grasshoppe­rs? Sagen gar nichts, sie finden in Thun weder den Weg ins Tor noch jenen in die Interviewz­one. Auf der GC-Website meint Contini: «Es gibt wenig schönzured­en.» Dafür einiges aufzuarbei­ten.

Die Titelverte­idigerinne­n aus Basel konnten in diesem Jahr nicht in den Kampf um Gold eingreifen. Für die Frauen der LG Basel Regio endete der Wettkampf auf Rang 4, die Basler Männer fanden sich auf dem siebten Platz wieder. Den Abstieg konnten die Gastgeber damit verhindern, bei beiden Geschlecht­ern ist es die LG Bern, die nächstes Jahr nur noch in der NLB antreten darf. Für Basler Diszipline­nsiege sorgten Lea Bachmann, die im Stabhochsp­rung 4,30 Meter überquerte, Michelle Schaub (3000 Meter), Carmen Schaub (Weitsprung) und Jan Ritter (Hochsprung).

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Foto: Peter Schneider (Keystone) Die Grasshoppe­rs müssen unten durch: Thuns Pascal Schüpbach steigt höher als Nuno da Silva.
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Foto: Freshfocus Sicherte sich den Diszipline­nsieg im Stabhochsp­rung: Die Baslerin Lea Bachmann.

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