Neu­es Ge­schichts­buch über Thun

Berner Oberlander - - Vorderseite -

Mit «Thu­ner Stadt­ge­schich­te 1798–2018» prä­sen­tiert die Stadt ein neu­es Ge­schichts­buch. Öf­fent­li­che Ver­nis­sa­ge ist am Mitt­woch.

Wis­sen­schaft­lich fun­diert und trotz­dem leicht ver­ständ­lich: So be­schreibt die Stadt ih­re «Thu­ner Stadt­ge­schich­te 1798–2018». Am Mitt­woch stellt sie das Buch an ei­ner Ver­nis­sa­ge vor. Ab 24. Ok­to­ber gibt es er­gän­zend ei­nen neu­en Stadt­rund­gang und ab 2019 ei­ne Web­sei­te.

Fo­tos von Zeit­zeu­gen und Ge­bäu­den, his­to­ri­schen Do­ku­men­te und al­ten Land­schafts­kar­ten, ge­würzt mit Tex­ten über ge­schichts­prä­gen­de Ent­de­ckun­gen und Per­so­nen aus der Ver­gan­gen­heit: So lässt sich das 316-sei­ti­ge neue Ge­schichts­buch der Stadt kurz um­schrei­ben. «Thu­ner Stadt­ge­schich­te 1798–2018» liegt nach fünf­jäh­ri­ger Vor­ar­beit, un­ge­zähl­ten St­un­den mit Re­cher­chen und in Ar­chi­ven ab Mitt­woch vor. «Das Buch ist zwar wis­sen­schaft­lich fun­diert, die Spra­che je­doch für al­le Le­se­rin­nen und Le­ser leicht ver­ständ­lich», freut sich Stadt­schrei­ber Bru­no Hu­wy­ler, der zugleich als Prä­si­dent des Ver­eins Thu­ner Stadt­ge­schich­te die Zü­gel für das Pro­jekt in den Hän­den ge­hal­ten hat. Mit der «Thu­ner Stadt­ge­schich­te 1798–2018» er­hal­ten die Stadt und das in­ter­es­sier­te Pu­bli­kum ei­ne ak­tu­el­le und gut les­ba­re Stadt­ge­schich­te der letz­ten 220 Jah­re. Die Stadt lädt für Mitt­woch zu ei­ner Ver­nis­sa­ge um 19 Uhr ins KKThun (s. Kas­ten).

Kein Platz für al­le Ge­schich­ten

Die Ka­pi­tel sind un­ter­teilt in Stadt­ent­wick­lung, Wirt­schaft,

Mi­li­tär, Ge­sell­schaft, Kul­tur, Po­li­tik und Hel­ve­tik. Die sie­ben Au­to­rin­nen und Au­to­ren hat­ten je 30 Sei­ten zur Ver­fü­gung. «Sie ent­deck­ten vie­le neue Ge­schich­ten über das Le­ben in Thun, doch lei­der hat­ten wir im Buch nicht Platz für al­le», be­dau­ert Hu­wy­ler. Aus die­sem Grund konn­ten ei­ni­ge von die­sen The­men in ei­ner lo­sen Fol­ge in die­ser Zei­tung er­schei­nen.

So wa­ren et­wa «In Bern ver­ur­teilt – in Thun ver­ehrt», «Frau Mouil­lé ir­ri­tiert den Bun­des­rat» und et­li­che an­de­re Ge­schich­ten und Re­cher­che­er­geb­nis­se zu le­sen.

Ins­ge­samt 500 000 Fran­ken

Das ins­ge­samt 500 000 Fran­ken teu­re Pro­jekt konn­te laut Bru­no Hu­wy­ler plan­mäs­sig und un­ter Ein­hal­tung von Kos­ten und Ter­mi­nen um­ge­setzt werden. «Der 17. Ok­to­ber ist ei­ne Punkt­lan­dung», sagt der Stadt­schrei­ber als Prä­si­dent des Ver­eins. Am Ge­samt­be­trag hat sich die Stadt mit 220 000 Fran­ken be­tei­ligt (wir be­rich­te­ten).

Die rest­li­chen Kos­ten sind durch den kan­to­na­len Kul­tur­för- der­fonds und pri­va­te Spon­so­ren ab­ge­deckt.

Für Stadt­prä­si­dent Ra­pha­el Lanz (SVP) ist da­bei wich­tig zu er­wäh­nen, dass so­wohl die Pro­jekt­lei­tung wie auch das Team der Au­to­rin­nen und Au­to­ren stets un­ab­hän­gig von den städ­ti­schen Be­hör­den und von den Spon­so­ren ge­ar­bei­tet hät­ten.

För­dert Hei­mat und Iden­ti­tät

Der Stadt­prä­si­dent freut sich auf das Buch, das er selbst auch erst we­ni­ge Ta­ge vor der Ver­nis­sa­ge zum ers­ten Mal in den Hän­den hal­ten wird: «Im Mit­tel­punkt lo­ka­ler Ge­schich­te steht im­mer der Mensch in sei­ner nächs­ten Um­ge­bung. Die Aus­ein­an­der­set­zung mit der ei­ge­nen Her­kunft ist gera­de in der heu­ti­gen schnell­le­bi­gen Zeit von gros­ser Be­deu­tung.» Zu­dem wür­den Kennt­nis­se der ei­ge­nen Ge­schich­te die Ver­bun­den­heit mit der Stadt und zugleich Hei­mat und Iden­ti­tät för­dern.

Die «Thu­ner Stadt­ge­schich­te 1798–2018» ist die ers­te Ge­samt­dar­stel­lung des 19. und 20. Jahr­hun­derts. Die letz­te, da­tiert aus dem Jahr 1981, von Lo­kal­his­to­ri­ker Pe­ter Küf­fer. Sie be­ginnt in der Ur- und Früh­ge­schich­te und en­det im Jahr 1980. Die Stadt und In­ter­es­sier­te werden nicht nur im neu­en Buch le­sen, son­dern ei­ni­ge Ge­schich­ten aus der Ver­gan­gen­heit selbst und vor Ort mit- er­le­ben kön­nen. Ab dem 24. Ok­to­ber wird Thun Thu­n­er­see Tou­ris­mus ei­nen neu­en Stadt­rund­gang mit Ge­schich­ten aus dem Buch an­bie­ten.

Ei­ge­ne In­ter­net­sei­te

Zu­dem wird ab 2019 für die Thu­ner Stadt­ge­schich­te ei­ne ei­ge­ne In­ter­net­sei­te vor­be­rei­tet, auf der ab 2020 ein­zel­ne In­hal­te aus dem Buch so­wie wei­te­re Ge­schich­ten, für die es kei­nen Platz hat­te, ver­öf­fent­licht werden. Der In­halt der Stadt­ge­schich­ten rich­tet sich an ein brei­tes, ge­ne­ra­tio­nen­über­grei­fen­des Pu­bli­kum: «Die Pu­bli­ka­ti­on zeigt auf, wie sich Thun von ei­nem klei­nen Land­städt­chen zu Be­ginn des 19. Jahr­hun­derts mit rund 1500 zur heu­te elft­gröss­ten Stadt der Schweiz mit über 44 000 Ein­woh­ne­rin­nen und Ein­woh­nern ent­wi­ckelt hat», sagt Ra­pha­el Lanz.

Re­la­ti­viert heu­ti­ge Sor­gen

«Wenn man sieht», zieht Bru­no Hu­wy­ler ei­ne Bi­lanz mit all­ge­mei­nem Blick auf die Ge­gen­wart, «mit wel­chen Ge­fah­ren, Ri­si­ken und Her­aus­for­de­run­gen frü­he­re Ge­ne­ra­tio­nen auch bei uns zu kämp­fen hat­ten – Krieg, Ar­mut, Hun­ger und Krank­heit –, re­la­ti­vie­ren sich un­se­re heu­ti­gen Pro­ble­me und Sor­gen manch­mal ein we­nig.» Fran­zis­ka Streun

«Wenn man sieht, mit wel­chen Ge­fah­ren und Ri­si­ken frü­he­re Ge­ne­ra­tio­nen auch bei uns zu kämp­fen hat­ten, re­la­ti­vie­ren sich un­se­re heu­ti­gen Pro­ble­me und Sor­gen manch­mal ein we­nig.»

Bru­no Hu­wy­ler, Stadt­schrei­ber

Fo­to: Patric Spah­ni

Sie freu­en sich über das neue Thu­ner Ge­schichts­buch (v. l.): Stadt­schrei­ber Bru­no Hu­wy­ler, der zugleich Prä­si­dent des Ver­eins Thu­ner Stadt­ge­schich­te ist, und Stadt­prä­si­dent Ra­pha­el Lanz la­den für Mitt­woch zur öf­fent­li­chen Ver­nis­sa­ge ab 19 Uhr ins KKThun.

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