«Im Zen­trum steht der Lern­pro­zess der Stu­die­ren­den»

Berner Oberlander - - Einsteiger -

dass das Stu­di­en­an­ge­bot der Uni­ver­si­tät Bern im na­tio­na­len und in­ter­na­tio­na­len Kon­text als at­trak­tiv wahr­ge­nom­men wird.

Das Stu­di­en­ab­ge­bot ist at­trak­tiv. Wie er­folg­reich sind die Ber­ner Ab­sol­ven­tin­nen und Ab­sol­ven­ti­nen beim spä­te­ren Be­rufs­ein­stieg?

Der «Bil­dungs­be­richt Schweiz 2018» at­tes­tiert der Uni­ver­si­tät Bern ei­ne über­durch­schnitt­li­che Er­werbs­tä­ti­gen­quo­te bei ih­ren Ab­sol­ven­tin­nen und Ab­sol­ven­ten. Of­fen­sicht­lich ge­lingt es uns, an die­ser wich­ti­gen Schnitt­stel­le gu­te Ar­beit zu leis­ten und die Stu­die­ren­den in den Ar­beits­markt zu brin­gen.

Die Bo­lo­gna-Re­form hat die Stu­di­en­gän­ge und Stu­di­en­ab­schlüs­se an den Schwei­zer Hoch­schu­len ver­än­dert. Wie ist die­se Um­stel­lung in Bern ge­glückt?

Dass die Bo­lo­gna-Re­form in der Tat die Schwei­zer Hoch­schu­len ver­än­dert hat, ist un­be­strit­ten. In Bern wur­de die Re­form 2005 re­la­tiv prag­ma­tisch ein­ge­führt und ist mitt­ler­wei­le längst Nor­ma­li­tät. Wir müs­sen in die Zu­kunft schau­en und uns stets aufs Neue fra­gen, was wir bes­ser ma­chen kön­nen und welche Her­aus­for­de­run­gen auf uns zu­kom­men.

Wel­ches sind für Sie die er­freu­lichs­ten Aspek­te im «neu­en Stu­di­en­all­tag»?

Es gibt meh­re­re, aber viel­leicht das Wich­tigs­te an der Re­form ist die Tat­sa­che, dass sie uns zwingt kri­tisch zu über­le­gen, wie die uni­ver­si­tä­re Leh­re im Rah­men des Bo­lo­gnaSys­tems sein soll­te.

Gibt es auch un­be­frie­di­gen­de Punk­te, Ver­bes­se­rungs­be­darf? Un­ter den Aspek­ten, die man ver­bes­sern soll­te, gibt es si­cher die Ten­denz zu vie­len klei­nen Prü­fun­gen, bei de­nen die gros­sen Zu­sam­men­hän­ge (und der Sinn des Stu­di­ums) ver­lo­ren ge­hen kön­nen.

Nach der Re­form ist vor der Re­form: Wie ent­wi­ckelt sich das Stu­di­en­an­ge­bot der Uni­ver­si­tät Bern wei­ter?

Die Ge­sell­schaft ver­än­dert sich und die Uni­ver­si­tä­ten tra­gen Ver­ant­wor­tung für die Bil­dung und Aus­bil­dung der Stu­die­ren­den. Die zen­tra­le Fra­ge ist al­so, wie kön­nen wir un­se­re Stu­die­ren­den auf die Zu­kunft vorbereiten, so­dass sie kom­pe­tent und kri­tisch ih­re Ver­ant­wor­tung für die Ge­sell­schaft über­neh­men kön­nen. Ein sehr wich­ti­ger Aspekt der künf­ti­gen Ve­rän­de­rung der Ge­sell­schaft ist die Di­gi­ta­li­sie­rung.

Was ge­schieht in die­sem Be­reich?

Ne­ben der in­tel­lek­tu­el­len «Agi­li­tät», die un­se­re Stu­die­ren­den brau­chen, um in die­ser Ge­sell­schaft ei­ne wich­ti­ge Rol­le über­neh­men zu kön­nen, gibt es auch die Fra­ge nach dem Ein­satz der di­gi­ta­len Tech­no­lo­gi­en in der Leh­re. Hier sind wir schon lan­ge am Ex­pe­ri­men­tie­ren, in­wie­fern die­se Tech­no­lo­gi­en, als zu­sätz­li­ches In­stru­ment aus dem Werk­zeug­kas­ten der Do­zie­ren­den, für die Ver­bes­se­rung der Qua­li­tät der Leh­re ein­ge­setzt werden kön­nen.

Was ist Ih­nen bei der Wei­ter­ent­wick­lung des Stu­di­en­an­ge­bots be­son­ders wich­tig? Im Zen­trum steht für mich ei­ne ein­fa­che Fra­ge: Was sol­len die Stu­die­ren­den am En­de der Aus­bil­dung wis­sen und kön­nen? Das Cur­ri­cu­lum ist wie ei­ne Py­ra­mi­de, die von un­ten nach oben die Stu­die­ren­den zu den ge­plan­ten Bil­dungs­zie­len füh­ren soll. Und die­se Bil­dungs­zie­le ver­än­dern sich mit den Ent­wick­lun­gen in der For­schung und in der Ge­sell­schaft. Im Zen­trum steht da­bei der Lern­pro­zess der Stu­die­ren­den und nicht der Lehr­pro­zess der Do­zie­ren­den.

Wie über­prü­fen und er­hal­ten Sie die Qua­li­tät der Stu­di­en­gän­ge?

Die Qua­li­tät der Stu­di­en­gän­ge wird an­hand der Stu­di­en­gangs- und Leh­re­va­lua­tio­nen ge­prüft und gesichert. Da­zu ste­hen den Ver­an­wort­li­chen ver­schie­de­ne Leit­fä­den zur Ver­fü­gung und sie werden da­bei durch die Be­rei­che Eva­lua­ti­on, Hoch­schuld­i­dak­tik & Leh­rent­wick­lung so­wie durch die Ab­tei­lung Stu­di­en­an­ge­bots­ent­wick­lung be­glei­tet und un­ter­stützt. Der ge­sam­te Ablauf und Auf­bau der Lehr­ver­an­stal­tungs- und Leis­tungs­kon­trol­le­ne­va­lua­ti­on wird der­zeit im Hin­blick auf die neus­ten Ent­wick­lun­gen über­ar­bei­tet, um da­durch die Qua­li­tät der Leh­re noch bes­ser ge­währ­leis­ten zu kön­nen. ein­stei­ger@erz.be.ch An der Uni Bern sind ak­tu­ell rund 18 000 Stu­die­ren­de ein­ge­schrie­ben. Sie ver­tei­len sich auf sechs gros­se Fa­kul­tä­ten (Me­di­zi­ni­sche, Phi­lo­so­phisch-his­to­ri­sche, Phi­lo­so­phisch-na­tur­wis­sen­schaft­li­che, Phi­lo­so­phisch-hu­man­wis­sen­schaft­li­che, Wirt­schafts- und So­zi­al­wis­sen­schaft­li­che so­wie Rechts­wis­sen­schaft­li­che Fa­kul­tät) so­wie zwei klei­ne­re Fa­kul­tä­ten (Vet­su­is­se und Theo­lo­gi­sche Fa­kul­tät). Die In­sti­tu­ti­on be­schäf­tigt rund 7000 Mit­ar­bei­ten­de.

Mehr: www.uni­be.ch

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