Mehr­fa­cher Glücks­fall?

Berner Oberlander - - Region -

Es ist ein Glücks­fall: Das Par­king im Schloss­berg – ein Thu­ner Jahr­zehnt­pro­jekt – ist fer­tig ge­baut, und in tau­send Ta­gen Bau­zeit gab es kei­nen ein­zi­gen schlim­men Un­fall. Das ist ge­ra­de bei ei­nem Bau un­ter Ta­ge kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit. Auch an­de­re un­lieb­sa­me Zwi­schen­fäl­le blie­ben aus: So wur­den kei­ne gra­vie­ren­den Set­zun­gen auf dem Schloss­berg ver­zeich­net; das Gestein ent­sprach gross­mehr­heit­lich den mit di­ver­sen Tests un­ter­mau­er­ten Er­war­tun­gen. Dass auch von den An­woh­ne­rin­nen und An­woh­nern kei­ne über­mäs­si­gen Kla­gen ein­gin­gen, zeigt, dass die Ver­ant­wort­li­chen wäh­rend der Bau­zeit um­sich­tig vor­gin­gen und gut kom­mu­ni­zier­ten – un­ter an­de­rem mit re­gel­mäs­si­gen News­let­tern für die Be­trof­fe­nen.

Nun ist zu hof­fen, dass das Par­king auch zum er­war­te­ten Glücks­fall für den Ver­kehr in Thun wird. Der jetzt voll­ende­te Park­haus­ring ent­las­tet die Alt­stadt, er­mög­licht die Auf­he­bung von Park­plät­zen und die Fuss­gän­ger­zo­ne in der In­nen­stadt. Das ist ein Quan­ten­sprung für Thun. Ent­spre­chend ist die Stadt ge­for­dert, die

Das Par­king soll zum Glücks­fall für das Ge­wer­be wer­den. Ein Selbst­läu­fer ist dies al­ler­dings nicht.

Um­stel­lung gut zu or­ches­trie­ren und die ge­plan­te At­trak­ti­vie­rung mit in­no­va­ti­ven Ide­en, aber auch dem nö­ti­gen Fin­ger­spit­zen­ge­fühl um­zu­set­zen.

Zum Glücks­fall soll das Par­king nicht zu­letzt für die Ge­wer­be­trei­ben­den in der Alt­stadt und ins­be­son­de­re in der vom Park­haus di­rekt er­reich­ba­ren Obe­ren Haupt­gas­se wer­den. Ein Selbst­läu­fer ist dies al­ler­dings nicht. Es braucht den Ein­satz und die In­no­va­ti­ons­kraft der Ge­werb­ler. Die­se wie­der­um dür­fen von den Be­hör­den nicht mit un­sin­ni­gen Auf­la­gen ein­ge­schränkt wer­den – et­wa, was Öff­nungs­zei­ten für Gastro­be­trie­be nur bis La­den­schluss be­trifft. In der Pflicht ste­hen nicht zu­letzt die Haus­be­sit­zer, die mit ent­spre­chen­der Mie­ter­aus­wahl und nicht über­zo­ge­nen Miet­prei­sen ent­schei­dend mit­be­stim­men, wie das An­ge­bot in der Haupt­gas­se künf­tig aus­sieht. Und wie le­ben­dig die­se wirk­lich ist und bleibt.

Micha­el Gurt­nerm.gurt­ner@bom.ch

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