Glück­li­che Ge­sprä­che

Berner Oberlander - - Forum - Heidi Lu­gin­bühl, Ger­hard Schus­ter, Mar­tin Rüegs­eg­ger, Man­fred Am­mann, Oli­ver Jag­gi, Hans Mei­er, Prof. Dr. iur. Eve­ly­ne Schmid

«Mich macht glück­lich, wenn ich mit gleich­ge­sinn­ten Men­schen tief­grün­di­ge Ge­sprä­che füh­ren kann. Zum Bei­spiel mit mei­ner Toch­ter, mei­ner Yo­gal­eh­re­rin, der Cou­si­ne mei­nes ver­stor­be­nen Ehe­manns und nicht zu­letzt mit mei­nen lie­ben Nach­ba­rin­nen und Nach­barn so­wie auch mit all mei­nen gu­ten Freun­den und Freun­din­nen. Wäh­rend der Ge­sprä­che fal­len meist die auf­ge­stau­ten Sor­gen weg, und ich füh­le mich phy­sisch viel leich­ter. Denn: Wer hat schon kei­ne Sor­gen? Es ent­steht ein über­aus gros­ses Glücks­ge­fühl. Das Gu­te dar­an: Die­se Ge­sprä­che er­set­zen mir den Psych­ia­ter.»

Der Duft frisch ge­brüh­ten Kaf­fees am Mor­gen. Oder das woh­li­ge Ge­fühl, ein­ge­hüllt in frisch ge­wa­sche­ner Bett­wä­sche ein­zu­schla­fen.

Solch klei­ne Au­gen­bli­cke be­rei­chern un­se­ren All­tag, tra­gen zu un­se­rem Glück bei. Un­schein­bar, wie sie sind, über­sieht man sie leicht – was scha­de ist. Dar­um: Aus­ga­be vom 8. No­vem­ber

«Das Par­king wird zur tem­po­rä­ren Par­ty­zo­ne»

Wol­len wir das Au­to fei­ern?

Ei­nen Tag der of­fe­nen Tür für die Er­öff­nung des Park­hau­ses im Schloss­berg fin­de ich gut. Bau­tech­nisch si­cher ei­ne Höchst­leis­tung. Was aber ei­ne Au­to­aus­stel­lung an die­sem An­lass zu su­chen hat, fin­de ich un­nö­tig und so­gar ver­fehlt. Wol­len wir im­mer noch das

Au­to fei­ern/för­dern, dass im­mer mehr Leu­te mit dem Au­to in die Stadt kom­men und noch grös­se­re Staus ver­ur­sa­chen? Ver­ges­sen geht bei die­sem Fest, dass die Fuss­gän­ger­zo­ne ein­ge­rich­tet wird, dies ist für un­se­re Ge­schäf­te und für die gan­ze Be­völ­ke­rung ei­gent­lich der Haupt­grund, am Sams­tag zu fei­ern. Tref­fen wir uns doch um 17 Uhr am Sams­tag auf dem Rat­haus­platz und stos­sen dar­auf an. Zur Par­ty­zo­ne: Mei­ne Vi­si­on ist, dass in 10 bis 15 Jah­ren die Thu­ner Par­ty­zo­ne so­wie­so im Schloss­berg sein wird. Da das Park­haus zu we­nig ge­nutzt wird, die Leu­te Car­sha­ring be­trei­ben, den öf­fent­li­chen Ver­kehr nut­zen, zu Fuss und per Ve­lo in die In­nen­stadt strö­men und so die In­nen­stadt be­le­ben und dort ein­kau­fen.

Wo sind die Ve­lo­park­plät­ze?

Es gibt ein neu­es Park­haus in Thun. Das Schloss­park­haus mit 310 Au­to­park­plät­zen ist ei­ne tech­ni­sche Per­le. Die Par­ty kann los­ge­hen, heu­te ist Tag der of­fe­nen Tür. Es ist ei­ne ge­lun­ge­ne Leis­tung für 45 Mil­lio­nen Fran­ken. Fi­nan­ziert und ge­baut mit dem Geld, das die Stadt nicht hat, al­so mit Schul­den. Ein Park­platz kos­tet 145000 Fran­ken. Bei ei­nem sehr op­ti­mis­ti­schen Be­triebs- und Be­le­gungs­an­satz wird man pro Jahr und Park­platz cir­ca 2000 Fran­ken amor­ti­sie­ren, al­so wer­den wir das Park­haus in 75 Jah­ren be­zahlt ha­ben. Ich bin durch al­le Decks des neu­en Park­hau­ses ge­gan­gen. Es ist gross­zü­gig! Es gibt Be­hin­der­ten-, Frau­en- und über­brei­te Park­plät­ze, aber es gibt kei­nen ein­zi­gen Ve­lo­park­platz. Ist das nicht un­glaub­lich! Thun, die Ener­gie­stadt, baut an der bes­ten La­ge für Ve­los kei­ne Ve­lo­park­plät­ze. Es ist nicht mög­lich, bei ei­nem 45-Mil­lio­nen-Fran­ken-Pro­jekt bei­des, Ve­lo wie Au­to, ne­ben­ein­an­der zu be­die­nen. Es wird er­war­tet, dass der Velo­fah­rer nach dem Ein­kauf auf den nas­sen Sat­tel sit­zen muss. Ja, die Ve­lo­stadt Thun! Mir bleibt der Atem weg! Es le­be die Un­ver­nunft. Aus­ga­be vom 3. No­vem­ber

Zum Le­ser­brief von Pe­ter Tre­vi­san

«Pan­ora­ma» über­zeugt auch

Im Mo­ment sorgt das Pro­jekt der neu­en Schul­an­la­ge im Fried­bühl in Ober­ho­fen für viel Ge­sprächs­stoff. Vie­le fin­den das Pro­jekt zwar schön, aber die fi­nan­zi­el­le Be­las­tung für Ober­ho­fen zu gross (Neu­ver­schul­dung von 9,5 Mil­lio­nen Fran­ken). Als ehe­ma­li­gem Leh­rer und lang­jäh­ri­gem Mit­glied der po­li­ti­schen Be­hör­de liegt mir so­wohl die Schu­le als auch der fi­nan­zi­el­le Haus­halt un­se­rer Ge­mein­de am Her­zen. Die Initi­an­ten der «Grü­nen Wie­se» ha­ben mit ih­rer Idee ei­nen gu­ten An­satz ge­fun­den. Ihr Vor­ge­hen wür­de aber da­zu füh­ren, dass neu ge­plant wer­den muss (mit Um­zo­nung, Über­bau­ungs­ord­nung). Da­durch wür­de die neue Schul­an­la­ge wie­der ei­ni­ge Jah­re hin­aus­ge­zö­gert. Ich se­he durch­aus ei­ne Lö­sung, das heu­ti­ge Pro­jekt mit dem jet­zi­gen Zeit­plan zu ver­wirk­li­chen und die Schul­den­last der Ge­mein­de um mehr als die Hälf­te zu re­du­zie­ren. Ich wer­de mei­ne Idee an der Ge­mein­de­ver­samm­lung vom 19. No­vem­ber prä­sen­tie­ren. Mein Vor­schlag hat zwar we­ni­ger Spar­po­ten­zi­al. Die fi­nan­zi­el­le Be­las­tung wä­re aber trag­bar, und der Bau der neu­en Schul­an­la­ge könn­te in An­griff ge­nom­men wer­den. Di­ver­se Aus­ga­ben

Zur Ab­stim­mung über das Steu­er­ge­setz

«Viel steht auf dem Spiel»

Es pro­fi­tie­ren nur we­ni­ge ge­winnstar­ke Un­ter­neh­men, die klei­nen KMU ge­hen leer aus. Aber vor al­lem ist vie­len Men­schen nicht be­wusst, dass sie die Kos­ten für die Ge­schen­ke tra­gen. Denn durch die Lö­cher in den Kas­sen droht ei­ne wei­te­re Ab­bau­run­de: Spa­ren bei Schul­kin­dern, we­ni­ger Geld für Be­hin­der­te und Spitex, Leis­tungs­ab­bau im Ge­sund­heits­be­reich, ge­schlos­se­ne Sport­plät­ze, Schwimm­bä­der, Kul­tur­lo­ka­le, un­re­no­vier­te Schul­häu­ser. Es steht für uns al­le viel auf dem Spiel. Di­ver­se Aus­ga­ben

Zur Ab­stim­mung über die So­zi­al­de­tek­ti­ve

Ob­ser­va­ti­on auf dem Berg

Ver­si­che­run­gen wol­len sich vor Leis­tun­gen drü­cken. Wenn «De­tek­ti­ve» ent­spre­chen­de «Be­wei­se» lie­fern, kön­nen sie mit wei­te­ren Auf­trä­gen rech­nen, sonst nicht. Bei mei­ner Frau mit schwe­ren Hirn­ver­let­zun­gen schrieb ihr der Haft­pflicht­ver­si­che­rer so­gar ei­nen Droh­brief, um sich vor den Leis­tun­gen zu drü­cken. Ein aus­ge­mus­ter­ter «Po­li­zist» be­kam von der Ver­si­che­rung den Auf­trag zur Ob­ser­vie­rung. Er ver­folg­te uns bis auf den Be­tel­berg. Aus ei­nem 45-mi­nü­ti­gen Spa­zier­gang mit lan­ger Ru­he­pau­se kon­stru­ier­te der «Ob­ser­vie­rer» ei­ne «Berg­wan­de­rung», wor­auf die Ver­si­che­rung mei­ner Frau «recht­li­che Schrit­te» an­droh­te und die Zah­lun­gen strich. Nie­mand un­ter­stützt IV-Be­trü­ger, aber wir soll­ten auch Miss­brauch und frag­wür­di­ge Ob­ser­vie­run­gen be­kämp­fen. Aus­ga­be vom 6. No­vem­ber «Frem­de Rich­ter und ei­ge­ne Rich­ter»

Ge­wal­ten­tei­lung ge­fähr­det

Ru­dolf St­rahm schreibt, dass die schwei­ze­ri­sche Bun­des­ver­fas­sung ma­te­ri­ell die Grund­rech­te aus der EMRK ab­bil­de. Das stimmt, hilft aber we­gen der feh­len­den Ver­fas­sungs­ge­richts­bar­keit nur be­schränkt. Der Ha­ken: Un­ser Bun­des­ge­richt muss auch ver­fas­sungs­wid­ri­ge, grund­rechts­ver­let­zen­de Ge­set­ze an­wen­den. Es sei denn, das Bun­des­ge­richt kann das Völ­ker­recht und ins­be­son­de­re die EMRK an­wen­den. Ge­nau die­ser Rechts­schutz der Bür­ger und Bür­ge­rin­nen scheint die SVP zu stö­ren. Die SVP gibt of­fen zu, dass sie be­zweckt, die Ge­rich­te zu schwä­chen. Die In­itia­ti­ve ge­fähr­det so­mit die Ge­wal­ten­tei­lung in un­se­rer De­mo­kra­tie. Zu­dem ist der Initia­tiv­text vol­ler Wi­der­sprü­che.

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