Ober­rie­der zah­len we­ni­ger Steu­ern

Ober­ried Nichts ein­zu­wen­den hat­ten die Stimm­bür­ger an der GV be­züg­lich Bud­get.

Berner Oberlander - - Vorderseite - Hans Ur­fer

Ge­mein­de­ver­samm­lung 2014 rauf, 2019 run­ter: Die Steu­er­an­la­ge ist vor fünf Jah­ren von 1,94 auf 2,04 er­höht wor­den und wird ab 2019 wie­der auf 2,04 Ein­hei­ten ge­senkt. Die Stimm­be­rech­tig­ten ha­ben das Bud­get mit Steu­er­sen­kung ge­neh­migt, wol­len aber vor­erst kein neu­es Kom­mu­nal­fahr­zeug. Ein Rück­wei­sungs­an­trag war er­folg­reich. Nun muss der Ge­mein­de­rat noch­mals über die Bü­cher.

Ein­stim­mig ge­neh­mig­ten Ober­rieds Stimm­be­rech­tig­te am Don­ners­tag­abend an der Ge­mein­de­ver­samm­lung das Bud­get fürs kom­men­de Jahr. Die­ses wur­de neu mit ei­ner Steu­er­an­la­ge von 1,94 Ein­hei­ten statt wie bis­her 2,04 Ein­hei­ten er­stellt. «Wir kön­nen die Her­ab­set­zung um 0,1 Ein­hei­ten fi­nan­zi­ell gut ver­kraf­ten», sag­te Fi­nanz­ver­wal­ter Hans von Ber­gen, «und kön­nen so­mit die Er­hö­hung von 2014 um den glei­chen Wert rück­gän­gig ma­chen.»

Zu­vor be­leg­te von Ber­gen mit Blick auf die ver­gan­ge­nen, po­si­ti­ven Jah­res­ab­schlüs­se, dass die Sen­kung ver­tret­bar ist. Dies nicht zu­letzt des­halb, da die Steu­er­er­trä­ge in den ver­gan­ge­nen Jah­ren «be­deu­tend hö­her» aus­ge­fal­len sei­en und der Fi­nanz­plan für die kom­men­den fünf Jah­re schwar­ze Zah­len vor­se­he so­wie das Ei­gen­ka­pi­tal «über­durch­schnitt­lich wächst». Zu­dem wer­de mit dem Bau­fort­schritt des Re­sorts auch der Er­trag aus der Lie­gen­schafts­steu­er «we­sent­lich» zu­neh­men. So rech­ne­te der Fi­nanz­ver­wal­ter vor, dass das Ei­gen­ka­pi­tal nach dem neu­en Rech­nungs­le­gungs­mo­dell HRM2 En­de nächs­ten Jah­res rund 5,8 Mil­lio­nen Fran­ken be­trägt. Fürs Bud­get 2019 ist ein Er­trags­über­schuss von 6830 Fran­ken im Ge­samt­haus­halt vor­ge­se­hen. Bei aus­ge­gli­che­nem all­ge­mei­nem Haus­halt re­sul­tiert der Über­schuss aus den Spe­zi­al­fi­nan­zie­run­gen. «Der ver­an­schlag­te Über­schuss muss den Re­ser­ven zu­ge­wie­sen wer­den, so will es der Ge­setz­ge­ber», sag­te von Ber­gen.

Ge­mein­de­rat blitz­te ab

Vor­erst nichts wird aus dem ge­plan­ten Kauf ei­nes neu­en Kom­mu­nal­fahr­zeu­ges: Der Ge­mein­de­rat woll­te den 34 Stimm­be­rech­tig­ten ei­nen Brut­to­kre­dit von 130 000 Fran­ken für den Er­satz des neun­jäh­ri­gen Re­form Mu­li be­an­tra­gen, mit dem Hin­weis, dass das be­ste­hen­de Ge­fährt für 55 000 Fran­ken ein­ge­tauscht wer­den kann.

In der Dis­kus­si­on wur­den Stim­men laut, wo­nach Sinn und Zweck be­züg­lich der Ein­sät­ze des Ge­fährts in­fra­ge zu stel­len sei­en. Fer­ner wur­de dar­auf hin­ge­wie­sen, dass der Kauf ei­nes zwei­ten, güns­ti­ge­ren Fahr­zeu­ges für leich­te­re Ar­bei­ten in Er­wä­gung zu zie­hen sei. Mit 19 Ja­zu 10 Nein-Stim­men fand schliess­lich der Rück­wei­sungs­an­trag aus der Ver­samm­lung ei­ne Mehr­heit. Der Ge­mein­de­rat hat nun ab­zu­klä­ren, wie hoch die Re­pa­ra­tur­kos­ten für den Re­form Mu­li sind und wie hoch der Kauf­preis für ein klei­ne­res Zweit­fahr­zeug ist.

Ein­stim­mig wur­de der Nach­kre­dit von 75 000 Fran­ken für die Fer­tig­stel­lung der ge­ne­rel­len Ent­wäs­se­rungs­pla­nung ge­neh­migt, das Re­gle­ment «Aus­rüs­tung pri­va­ter Schutz­räu­me» vom 13. April 1994 und der Ge­büh­ren­ta­rif für die Feue­rungs­kon­trol­le auf­ge­ho­ben.

Auf Statt­hal­ter ver­wie­sen

Auf ei­ne Fra­ge aus der Ver­samm­lung, war­um beim Re­sort die Ein­spur­stre­cke auch heu­te noch nicht ge­baut ist und dort auch die ver­spro­che­ne Schwimm­hal­le

«Wir kön­nen die Her­ab­set­zung um 0.1 Ein­hei­ten fi­nan­zi­ell gut ver­kraf­ten. Und kön­nen so­mit die Er­hö­hung von 2014 rück­gän­gig ma­chen.»

Hans von Ber­gen

Fi­nanz­ver­wal­ter Ober­ried

noch nicht steht, ver­wies Ge­mein­de­prä­si­dent Andre­as Ober­li auf den Re­gie­rungs­statt­hal­ter. «Die­ser hat die Ver­zö­ge­rung des Baus der Stras­se be­wil­ligt, dass die Ein­spur­stre­cke aber er­stellt wird, ist klar.» Was den Bau der öf­fent­li­chen Ge­bäu­de im Re­sort an­geht, konn­te Ober­li kei­ne ge­si­cher­ten An­ga­ben ma­chen. Des Wei­te­ren in­for­mier­te Ober­li, dass Ge­schwin­dig­keits­mes­sun­gen be­züg­lich Pan­ora­ma­stras­se er­folg­ten. Mit ei­nem Gut­schein aus den Hän­den des Ge­mein­de­prä­si­den­ten wur­de zu­dem Ge­mein­de­rä­tin Ma­ri­an­na von Ber­gen ver­ab­schie­det, die nach neun Jah­ren in der Exe­ku­ti­ve auf den 31. De­zem­ber zu­rück­tritt (wir be­rich­te­ten). Die Er­satz­wahl soll an der Ge­mein­de­ver­samm­lung vom 6. Ju­ni 2019 statt­fin­den.

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