Scha­ler Nach­ge­schmack

Berner Oberlander - - Region -

Er war an­ge­tre­ten, um sei­ner arg dar­ben­den FDP auf die Sprün­ge zu hel­fen – und um al­len­falls in die Thu­ner Re­gie­rung ge­wählt zu wer­den. Doch Ex-Gross­rats­prä­si­dent Car­los Rein­hard schei­ter­te deut­lich – wo­bei dies an­ge­sichts des tie­fen Wäh­ler­an­teils sei­ner Par­tei ei­gent­lich klar vor­aus­zu­se­hen ge­we­sen war.

Auch Rein­hards doch en­ga­gier­ter Wahl­kampf mit star­ker Prä­senz auf Pla­kat­wän­den etc. half nicht. Es war ei­ne Kan­di­da­tur nach dem Mot­to «Ich ha­be kei­ne Chan­ce, al­so nut­ze ich sie».

Im­mer­hin wur­de Rein­hard ins Stadt­par­la­ment ge­wählt. Doch da mag er sich nun nicht en­ga­gie­ren. Das lässt ei­nen scha­len Nach­ge­schmack zu­rück. Der Ver­zicht auf den Sitz zeigt, dass der auf kan­to­na­ler Ebe­ne Po­li­ti­sie­ren­de nicht wil­lens ist, sich noch ein­mal in die Nie­de­run­gen der Lo­kal­po­li­tik zu be­ge­ben. Das zeugt von we­nig Re­spekt vor dem Wäh­ler­wil­len – und vor der In­sti­tu­ti­on Stadt­rat.

Da­mit ist aber auch Fol­gen­des klar: dass er sich mit Blick auf künf­ti­ge Wah­len in Thun selbst aus dem Ren­nen ge­nom­men hat. Und dass er sei­ner wei­ter­hin dar­ben­den Par­tei in Sa­chen Glaub­wür­dig­keit ei­nen Bä­ren­dienst er­wie­sen hat.

Ste­fan Geiss­büh­lerChef­re­dak­tor

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