Viel mehr als Bo­ni und Frau­en­quo­ten

Berner Oberlander - - Wirtschaft -

Die Re­form des Ak­ti­en­rechts läuft sei 2005. Schon Chris­toph Blo­cher, da­mals SVP-Bun­des­rat, woll­te es mo­der­ni­sie­ren. Er hat­te die Vor­la­ge auf­ge­gleist und biss sich da­ran die Zäh­ne aus. Dann kam die Ab­zo­cker­initia­ti­ve und un­ter­brach die Ar­bei­ten. Fünf Jah­re spä­ter soll­te die Um­set­zung ins Ge­setz ge­lin­gen.

Die jetzt zu­stän­di­ge Jus­tiz­mi­nis­te­rin Si­mo­net­ta Som­maru­ga woll­te Frau­en in Chef­eta­gen för­dern. So schob sie Be­stim­mun­gen zu Frau­en­quo­ten in Ver­wal­tungs­rä­ten und Ge­schäfts­lei­tun­gen in die Re­form hin­ein. Seit­dem wird – zu Un­recht – vor al­lem dar­über ge­re­det.

Wich­ti­ger sind für die Wirt­schaft Hun­der­te klei­ne Be­stim­mun­gen, die mo­der­ni­siert wur­den, et­wa bei der Fir­men­grün­dung, ei­ner Ka­pi­tal­auf­sto­ckung, Sa­nie­run­gen und der Di­gi­ta­li­sie­rung. Ak­tio­nä­re sol­len sich künf­tig per Vi­deo ei­ner Ge­ne­ral­ver­samm­lung zu­schal­ten kön­nen. Heu­te müs­sen sie an­rei­sen oder sich ver­tre­ten las­sen, um ih­re Rech­te wahr­zu­neh­men. Ein­la­dun­gen zur GV und der Ver­sand von Ge­schäfts­be­rich­ten dür­fen neu per Mail statt Post er­fol­gen. Som­maru­ga spricht vom «Ak­ti­en­recht fürs 21. Jahr­hun­dert».

Die Vor­la­ge auf­ge­heizt ha­ben zu­letzt neue Vor­schrif­ten zur Trans­pa­renz im Roh­stoff­han­del, von Man­da­ten der Stimm­rechts­be­ra­ter und Par­tei­spen­den durch Bör­sen­ko­tier­te.

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