Bis zu 200 000 Be­trof­fe­ne in der Schweiz

Berner Oberlander - - Magazin - In­fos und Be­ra­tung: Schwei­ze­ri­sche Pso­ria­sis- und Vi­ti­li­goGe­sell­schaft (www.spvg.ch).

Pso­ria­sis wird auf Deutsch oft als Schup­pen­flech­te be­zeich­net. Der Be­griff ist frei­lich ir­re­füh­rend. Die schub­wei­se ver­lau­fen­de Krank­heit wird nicht von ei­ner Flech­te im bio­lo­gi­schen Sinn ver­ur­sacht, viel­mehr han­delt sich um ei­nen au­to­im­munen Ent­zün­dungs­pro­zess: Das Im­mun­sys­tem greift fälsch­li­cher­wei­se den ei­ge­nen Kör­per an. Im Fall von Pso­ria­sis führt die Ent­zün­dung zu ei­ner Wu­che­rung der Haut­zel­len. Ent­zünd­li­che Bo­ten­stof­fe füh­ren da­zu, dass sich die Haut­zel­len schnel­ler er­neu­ern als üb­lich – da­durch kommt es zu Schup­pen, die sich stän­dig wie­der ab­lö­sen. Am häu­figs­ten tre­ten die ge­rö­te­ten, ju­cken­den Stel­len an den Ell­bo­gen auf, aber auch an den Kni­en, auf der Kopf­haut, hin­ter den Oh­ren und in der Anal­fal­te. Es gibt ver­schie­de­ne For­men und Au­s­prä­gun­gen von Pso­ria­sis. Wäh­rend man­che Be­trof­fe­ne nur ei­ni­ge klei­ne­re, leicht ge­rö­te­te Stel­len auf­wei­sen, tre­ten bei an­de­ren gross­flä­chi­ge Aus­schlä­ge auf. Ge­mäss Ex­per­ten gibt es in der Schweiz 150 000 bis 200 000 Be­trof­fe­ne. Bei rund je­dem Fünf­ten ent­zün­den sich im Lauf der Jah­re auch die Ge­len­ke, man spricht dann von ei­ner «Pso­ria­sis-Ar­thri­tis».

Die Ur­sa­chen der Pso­ria­sis sind nicht end­gül­tig ge­klärt. Ei­ne Ver­an­la­gung wird oft ver­erbt. Die Schü­be kön­nen dar­auf von di­ver­sen Fak­to­ren wie et­wa In­fek­ti­ons­krank­hei­ten, Me­di­ka­men­ten, Hau­t­rei­zun­gen oder Stress aus­ge­löst wer­den. Im Herbst/Win­ter ist der Lei­dens­druck meist grös­ser; die Grün­de da­für sind aber nicht ge­klärt. Frü­her wur­de Pso­ria­sis wohl auch häu­fig mit Le­pra ver­wech­selt. Aus Angst vor An­ste­ckung wur­den Be­trof­fe­ne aus der Ge­mein­schaft aus­ge­schlos­sen. Heu­te weiss man, dass die Krank­heit nicht über­trag­bar ist.

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