Neue Egg­li-Bahn ist bald fahr­be­reit

Der Bau der neu­en 10er-Gon­del­bahn Egg­li steht in der Schluss­pha­se. In sechs Wo­chen wird sie er­öff­net. Noch ein Jahr dau­ert der Neu­bau des Berg­hau­ses. Und be­reits ha­ben die Gstaa­der Berg­bah­nen fünf wei­te­re Pro­jek­te.

Berner Oberlander - - Vorderseit­e - Bru­no Pe­tro­ni

Sechs Wo­chen vor der Er­öff­nung der neu­en Gon­del­bahn Egg­li lau­fen die ers­ten Test­läu­fe – wie hier un­ter­halb der Berg­sta­ti­on. So­wohl in die­ser als auch in der Tal­sta­ti­on läuft der In­nen­aus­bau auf Hoch­tou­ren. Bis zur Fer­tig­stel­lung des neu­en Berg­hau­ses dau­ert es in­des noch ein Jahr.

«Un­ser neu­es ‹Zu­hau­se› wird im kom­men­den Früh­ling fer­tig», sagt Isa­bel­la Eder, Lei­te­rin Pro­jek­te und Mit­glied der Ge­schäfts­lei­tung der Berg­bah­nen Des­ti­na­ti­on Gstaad (BDG). Die BDG zü­gelt in we­ni­gen Mo­na­ten vom Miets­haus an der Pro­me­na­de in die im Bau be­find­li­che Tal­sta­ti­on der Egg­li-Gon­del­bahn, wo­mit Ad­mi­nis­tra­ti­on, Buch­hal­tung und Per­so­nal künf­tig di­rekt bei der Kund­schaft lie­gen, mit­ten im Ge­sche­hen.

Durch die­se Zen­tra­li­sie­rung lie­gen die neun­zehn Ar­beits­plät­ze und zwei Sit­zungs­räu­me der BDG-Ver­wal­tung ab dem Früh­jahr 2020 un­mit­tel­bar ne­ben den tech­ni­schen An­la­gen der Gon­del­bahn – durch die Bü­ro­fens­ter wer­den so­gar die Seil­rol­len und das gros­se Um­lenk­rad zu se­hen sein. Neun Stu­di­os, Auf­ent­halts­raum, Kü­che, Son­nen­ter­ras­se, Tech­nik­räu­me und Ga­ra­ge für die 20 Gon­deln er­gän­zen die Tal­sta­ti­on, die sich sechs Wo­chen vor der Er­öff­nung der neu­en kup­pel­ba­ren 10er-Gon­del­bahn noch als ech­te Gross­bau­stel­le prä­sen­tiert. Den­noch lau­fen be­reits die ers­ten Test­fahr­ten der Bahn: Die Tech­ni­ker des Ost­schwei­zer Seil­bahn­her­stel­lers Bar­t­ho­let in­stal­lie­ren die letz­ten Ap­pa­ra­te und kon­trol­lie­ren die Steue­run­gen. Die ge­sam­te Dach­flä­che der Sta­ti­on ist be­reits fix­fer­tig mit ei­ner Fo­to­vol­ta­ik­an­la­ge aus­ge­rüs­tet – ins­ge­samt rund 400 Qua­drat­me­ter. «Die­se hat 50000 Ki­lo­watt­stun­den Leis­tung; wir kön­nen den Strom für die Bü­ros und die Wär­me­pum­pe al­so sel­ber pro­du­zie­ren und zu­sätz­lich et­wa 50 Pro­zent der ge­won­ne­nen Strom­men­ge ins öf­fent­li­che Netz ein­spei­sen», sagt BDG-Di­rek­tor Mat­thi­as In-Al­bon.

Gross­zü­gi­ger «Schlit­tel­club»

Ein an­sehn­li­cher Teil der ins­ge­samt 250 Hand­wer­ker von rund fünf­zig am Bau der neu­en Egg­liGon­del­bahn be­tei­lig­ten ein­hei­mi­schen und re­gio­na­len Un­ter­neh­men ar­bei­tet 500 Hö­hen­me­ter wei­ter oben in der neu­en Berg­sta­ti­on und dem Neu­bau des da­ne­ben­ste­hen­den Berg­hau­ses. Wäh­rend die Berg­sta­ti­on mit dem in­te­grier­ten An­trieb be­reits funk­ti­ons­fä­hig ist, ste­hen die sa­ni­tä­ren An­la­gen, Tech­nik- und Auf­ent­halts­räu­me noch im Roh­bau. Bis in sechs Wo­chen soll sich dies noch än­dern. An­ders sieht es beim Berg­haus aus, das nächs­tens noch das drit­te Stock­werk auf­ge­setzt be­kommt und erst in ei­nem Jahr fer­tig wird.

Die Um­set­zung des Bau­vor­ha­bens auf dem Egg­li ist nur dank der Un­ter­stüt­zung der So­cié­té pour la Pré­ser­va­ti­on de l’Egg­li (SPE Gstaad) mög­lich, die aus acht gut­be­tuch­ten Gstaa­der Grün­dungs­mit­glie­dern be­steht. Tat­säch­lich fi­nan­ziert der Club de Lu­ge der SPE Gstaad den Neu­bau der Berg­bahn mit ei­nem Afonds-per­du-Be­trag

von acht Mil­lio­nen Fran­ken. Wei­ter wird die BDG fix mit 3,25 Mil­lio­nen für das neue Berg­haus auf­kom­men und be­kommt da­für das Un­ter­ge­schoss, des­sen Grund­riss et­wa gleich gross wird wie beim al­ten Berg­haus. Den Rest der Kos­ten über­nimmt der Club de Lu­ge, der das Ober­ge­schoss für sei­ne An­läs­se nut­zen wird. Über die Ge­samt­kos­ten für das Berg­haus herrscht Still­schwei­gen; sie lie­gen aber im Be­reich ei­nes zwei­stel­li­gen Mil­lio­nen­be­trags. Das neue Berg­haus Egg­li soll En­de 2020 er­öff­net wer­den.

Mo­der­ne Por­sche-Ka­bi­nen

Die mit 15 Mil­lio­nen Fran­ken ver­an­schlag­te Gon­del­bahn (in­klu­si­ve Bü­ros und Mit­ar­bei­ter­stu­di­os) wird in sechs Wo­chen in Be­trieb ge­hen. Am 20. De­zem­ber ist es so­weit – und ei­nen Tag spä­ter, am 21. De­zem­ber, ist die Ein­wei­hung. Es wird welt­weit die ers­te Gon­del­bahn mit den mo­der­nen, zehn Fahr­gäs­te fas­sen­den und von Por­sche ge­stal­te­ten Pan­ora­ma­ka­bi­nen. Ein neu­ar­ti­ges Fe­de­rungs­sys­tem und ein stu­fen­lo­ser Ein­stieg in die Ka­bi­nen sol­len den Gäs­ten künf­tig die Berg­fahrt an­ge­neh­mer ge­stal­ten. Bei ei­ner Fahr­ge­schwin­dig­keit von fünf Me­tern pro Se­kun­de kön­nen auf der Län­ge von knapp 1,5 Ki­lo­me­tern und über die 500 Hö­hen­me­ter stünd­lich tau­send Per­so­nen be­för­dert wer­den, die Fahr­zeit be­trägt 5 Mi­nu­ten.

«Mit der So­lar­an­la­ge kön­nen wir den Strom für die Bü­ros und die Wär­me­pum­pe sel­ber pro­du­zie­ren und zu­sätz­lich et­wa 50 Pro­zent ins öf­fent­li­che Netz ein­spei­sen.» Mat­thi­as In-Al­bon

BDG-Di­rek­tor

Foto: Bru­no Pe­tro­ni

Fotos: Bru­no Pe­tro­ni

Das nennt sich Zu­sam­men­ar­beit: Daniel Bra­wand (Zim­me­rei Bra­wand Gr­in­del­wald, links) und Mat­thi­as Hae­fe­li (Bach&Per­re­ten Holz­bau Gstaad) be­rei­ten den Auf­bau der drit­ten Eta­ge für das neue Berg­haus auf dem Egg­li vor. Links die neue 10er-Gon­del­bahn, und im Tal un­ten Gstaad.

Hier dau­erts noch ein Jahr bis zur Fer­tig­stel­lung: Das neue Berg­haus.

Rie­si­ge So­lar­an­la­ge auf dem Sta­ti­ons­dach: Die neue Tal­sta­ti­on.

Prä­sen­tiert die Fak­ten der neu­en Gon­del­bahn: Isa­bel­la Eder.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.