Die Zu­kunft Saa­nens auf far­bi­gen Zet­teln

«Zu­kunft Saa­nen – zäme für ünsi Gmei» heisst das Pro­jekt. Mi­tent­schei­den dür­fen al­le. 50 Per­so­nen nah­men an der Auf­takt­ver­samm­lung im Land­haus teil.

Berner Oberlander - - Vorderseit­e - (sgg)

Saa­nen Rot für Män­gel, Grün für Po­si­ti­ves und Gelb für Ide­en: Am Auf­takt­an­lass zu «Zu­kunft Saa­nen – zäme für üs­ni Gmei» wa­ren Ein­drü­cke und In­puts ge­fragt. Beim The­ma Ver­kehr schei­nen die Män­gel das Po­si­ti­ve zu über­wie­gen.

Rot für Män­gel, Gelb für Ide­en, Grün für Po­si­ti­ves: An der öf­fent­li­chen Auf­takt­ver­an­stal­tung mor­gens um 9 Uhr wa­ren 18 Stell­wän­de im Saal des Land­hau­ses auf­ge­stellt. Mehr oder we­ni­ger dicht be­klebt mit Zet­teln in den drei Far­ben. Zu 18 The­men­krei­sen hat die Pro­jekt­lei­tung An­re­gun­gen ge­sam­melt, vor al­lem am Alp­kä­se­markt und an der Gstaa­der Mes­se.

Ge­mein­de­prä­si­dent To­ni von Grü­ni­gen be­grüss­te und stell­te vor, war­um die Ge­mein­de in Zu­sam­men­ar­beit mit der Plan­val AG, ei­nem Bü­ro für Ge­mein­de-, Stadt- und Re­gio­nal­ent­wick­lung, den Pro­zess «Zu­kunft Saa­nen – zäme für ünsi Gmei» auf­ge­gleist hat: Es sol­len al­le an der Ge­mein­de in­ter­es­sier­ten Per­so­nen in die Ent­wick­lung ein­be­zo­gen wer­den und ih­re An­lie­gen for­mu­lie­ren, über le­gi­ti­me Ein­zel­in­ter­es­sen hin­aus. Der An­lass war öf­fent­lich. Grosse Re­den gabs nicht, da­für aber ganz vie­le Ge­sprä­che in klei­nen und grös­se­ren Grup­pen, zu de­nen die Stell­wän­de an­reg­ten. Für Fra­gen zum Pro­zess stan­den Flo­ri­an Ja­kob und Lo­renz Kurtz von Plan­val und Mit­ar­bei­ter der Ge­mein­de zur Ver­fü­gung.

Le­bens­qua­li­tät grün

Auf­ge­fal­len: An der Stell­wand Le­bens­qua­li­tät do­mi­nier­te die Far­be Grün. «Uns geht es gut, wir le­ben hier im Pa­ra­dies», stand auf ei­nem Zet­tel. Wo aber hat das Pa­ra­dies noch Män­gel? Was brauchts da­für, es zu er­hal­ten und zu ent­wi­ckeln? Da gabs ganz un­ter­schied­li­che Vor­schlä­ge. Zum Bei­spiel die Idee für ein Fürs­ten­tum Saa­nen, die Wün­sche für ei­nen Rück­kauf der Rel­ler­li­bahn, für ei­ne Eis­bahn, für ei­nen Fussball-Kun­st­ra­sen, für ei­ne Mu­sik-Hall, für ein Ki­no, für ei­ne Holz­brü­cke über die Klei­ne Sim­me.

Die Schu­len sind in den Pro­zess ein­be­zo­gen wor­den, ih­re Wün­sche wur­den auf der Büh­ne des Saals prä­sen­tiert. Es gab Un­ter­schied­li­ches: Die Jun­gen möch­ten ein Töff­li­ren­nen und ein 7-Me­ter-Sprung­brett, aber auch güns­ti­ge­re Abos, si­che­re Schul­we­ge, ein Spi­tal und Aus­ge­h­an­ge­bo­te. Of­fen­sicht­lich Sor­gen be­rei­ten das Woh­nen und die Be­treu­ung im Al­ter, ge­sucht wer­den sol­len al­ter­na­ti­ve Wohn­for­men.

Ge­mein­de­prä­si­dent To­ni von Grü­ni­gen freu­te es, dass auch das The­ma Kli­ma­schutz und An­pas­sung Be­ach­tung fand. Kon­kret mit dem Wunsch nach ei­ner Plas­tik­sam­mel­stel­le, kli­ma­freund­li­chem Bau­en oder all­ge­mein mit mehr Um­welt­schutz oder ei­nem Na­tur­schutz­ge­biet. Nur ro­te und gel­be Zet­tel gab es auf der Stell­wand «Be­zahl­ba­rer Wohn­raum». Ge­wünscht wer­den Fa­mi­li­en­woh­nun­gen, Wohn­ge­mein­schaf­ten,

tie­fe­re Mie­ten für ein­hei­mi­sche Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer.

Jetzt in Ar­beits­grup­pen

Flo­ri­an Ja­kob und Lo­renz Kurtz stell­ten vor, wie das Pro­jekt wei­ter­geht. Acht The­men sol­len jetzt in Ar­beits­grup­pen ver­tieft wer­den, für die sich al­le An­we­sen­den ein­schrei­ben konn­ten. An ers­ter Stel­le steht auf­grund der Um­fra­gen das The­ma «Be­zahl­ba­rer Wohn­raum», ge­folgt von Kli­ma­schutz und Tou­ris­mus­ort/ Le­bens­ort so­wie Sport- und Frei­zeit­an­ge­bot. An­ge­bo­te für Ju­gend, Ver­kehr, Woh­nen und Le­ben im Al­ter so­wie Schu­le und Be­treu­ung sind die wei­te­ren The­men.

Ge­mein­de­prä­si­dent To­ni von Grü­ni­gen blick­te po­si­tiv in die Zu­kunft des Pro­jekts, für des­sen Lo­go der Saaner Wap­pen­kra­nich so ge­dreht wur­de, dass er vor­wärts­blickt. «Et­was scha­de ist, dass haupt­säch­lich Leu­te mit­mach­ten, die schon bis­her en­ga­giert sind», fand er. Das prio­ri­sier­te The­ma ist für ihn nicht neu, die Ge­mein­de hat be­reits zwei­mal Vor­schlä­ge in die ent­spre­chen­de Rich­tung ge­macht, die aber ab­ge­lehnt wur­den.

Vor­ge­se­hen ist jetzt, dass die Ar­beits­grup­pen am 25. Ja­nu­ar ei­ne Ex­kur­si­on zu ei­nem be­reits um­ge­setz­ten Pro­jekt ma­chen und dann in zwei Work­shops am 16. und am 30. März Ent­wick­lungs­zie­le und -schwer­punk­te er­ar­bei­ten. Die­se wer­den am 9. Mai 2020 öf­fent­lich vor­ge­stellt. In­ter­es­sier­te sind ein­ge­la­den, in ei­ner oder meh­re­ren Ar­beits­grup­pen mit­zu­wir­ken.

Kon­takt­da­ten: www.zu­kunft-saa­nen.ch; to­ni.von­gru­eni­[email protected]­nen.ch; tho­mas.boll­[email protected]­nen.ch; lo­[email protected]­val.ch; flo­ri­an.ja­[email protected]­val.ch

Fo­to: An­ne-Ma­rie Gün­ter

Fo­to: agg

Sie führ­ten durch die Ver­samm­lung (v.l.): Ge­mein­de­prä­si­dent To­ni von Grü­ni­gen und die bei­den Pro­fis Flo­ri­an Ja­kob und Lo­renz Kurtz von Plan­val, Im­puls­ge­ber für Re­gio­nal­ent­wick­lung.

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