Jetzt steht das Zelt für den grossen Traum

In die­sen Ta­gen wird ein Zir­kus­zelt in der ehe­ma­li­gen Baum­schu­le an der Bern­stras­se auf­ge­baut. Ab April spielt die Ober­län­der Mär­li­büh­ni hier das Stück «Der grosse Traum». 8000 Gäs­te wer­den er­war­tet.

Berner Oberlander - - Vorderseit­e - Janine Zürcher

8000 Gäs­te er­war­tet das Team der Ober­län­der Mär­li­büh­ni an den 20 Vor­stel­lun­gen ih­res neu­en Stücks «Der grosse Traum». Es han­delt von Aus­wan­de­rern.

Die Vor­be­rei­tun­gen für den 17. April lau­fen bei der Ober­län­der Mär­li­büh­ni auf Hoch­tou­ren. Dann näm­lich fin­det die Pre­mie­re des Stücks «Der grosse Traum» statt. Adel­bod­ner Aus­wan­de­rer su­chen da­rin ihr Glück in Ame­ri­ka. Ge­spielt wird in ei­nem grossen Zir­kus­zelt. Die­ses wird seit Mitt­woch auf dem Are­al der ehe­ma­li­gen Baum­schu­le Kunz an der Al­ten Bern­stras­se in St­ef­fis­burg auf­ge­baut. Ins­ge­samt dau­ern die Ar­bei­ten rund ei­nen Mo­nat. «Es sind rund 50 Leu­te im Ein­satz, da­zu kommt ein Team von 10 Per­so­nen, das sich um die Tech­nik küm­mert», sagt An­ne­ma­rie Stäh­li. Die ge­bür­ti­ge Adel­bod­ne­rin hat das Stück «Der grosse Traum» ge­schrie­ben, führt Re­gie und fun­giert zu­dem ge­mein­sam mit Re­na­te Ru­bin als CoLei­te­rin der Mär­li­büh­ni.

Ein Ha­fen in der Baum­schu­le

Die Büh­nen­kon­struk­ti­on im Zelt wird aus ei­nem Truss, ei­ner Tra­ge­kon­struk­ti­on, be­ste­hen, das mit Holz ver­klei­det wird. «Wir las­sen sie ei­gens von ei­nem Schrei­ner her­stel­len», sagt Stäh­li. «Zu­dem ha­ben wir ei­ne Ka­scheu­rin vom Stadt­thea­ter Bern en­ga­giert, die sich um Ma­ler­ar­bei­ten und 3D-Ef­fek­te küm­mert.» Su­san­ne Roth, Lei­te­rin In­fra­struk­tur der Mär­li­büh­ni, wird sich mit ei­nem Team um die De­ko­ra­ti­ons­ar­bei­ten küm­mern. «Uns ist be­son­ders wich­tig, ein Büh­nen­bild zu kre­ieren, das vie­le ver­schie­de­ne Spiel­mög­lich­kei­ten bie­tet.» Das ge­schieht et­wa durch den Ein­bau meh­re­rer Ebe­nen, die durch Trep­pen ver­bun­den sind und den Schau­spie­lern er­lau­ben, ver­schie­de­ne Be­rei­che der Büh­ne zu be­spie­len.

Der Stand­ort in der Baum­schu­le pas­se gut zur Ins­ze­nie­rung, sagt Re­na­te Ru­bin: «Er gibt dem Stück ei­nen Rah­men und lädt zum Her­um­spa­zie­ren und

Ver­wei­len ein». Das Bis­tro, das teils un­ter frei­em Him­mel, teils über­dacht ein­ge­rich­tet wird, ist dem Ha­fen von New York an­no 1880 nach­emp­fun­den, wo die Prot­ago­nis­ten des Stücks nach ih­rer Rei­se an­kom­men.

Die neue Um­ge­bung und das Zelt sol­len da­bei hel­fen, dass das neue Stück nicht mit der vor­gän­gi­gen Pro­duk­ti­on, dem Frei­licht­thea­ter «Vo­gel­li­si», ver­gli­chen wird. Je­nes lock­te im Som­mer 2017 be­reits Tau­sen­de Zu­schau­er in den St­ef­fis­bur­ger Schnitt­wei­er, im Som­mer 2018 kam es auf­grund des grossen Er­folgs gar zur zwei­ten Auf­la­ge. «Das neue Stück muss­te ganz klar an­ders sein, das war uns be­wusst», sagt Stäh­li.

Freu­de als Mo­tor

Nicht nur der Auf­bau des Zelts, auch die Pro­ben sind in vol­lem Gang. Rund 20 St­un­den pro Wo­che sind die Schau­spie­ler prä­sent, ab dem 24. Fe­bru­ar wird auf der Büh­ne ge­probt. «Bei uns ar­bei­ten Pro­fis und Ama­teu­re zu­sam­men», sagt An­ne­ma­rie Stäh­li. Zeit- und Ener­gie­auf­wand sei­en gross. «Aber: Zu­zu­se­hen und sich dar­über zu freu­en, wie das Stück nach und nach ent­steht – das ist un­ser Mo­tor.» Vie­le Be­tei­lig­te, die be­reits beim Vo­gel­li­si mit­wirk­ten, sind wie­der da­bei – «aber es gibt auch neue Ge­sich­ter», er­gänzt Ru­bin. So et­wa Pro­fi-Schau­spie­le­rin Mi­le­na Feuz, die die weib­li­che Haupt­rol­le über­nimmt.

Vie­le Ti­ckets sind ver­kauft

Der Vor­ver­kauf für die 20 Vor­stel­lun­gen läuft seit An­fang De­zem­ber. «Es sind be­reits über 60 Pro­zent al­ler Ti­ckets ver­kauft», sagt Re­na­te Ru­bin. «Das freut uns sehr, zu­mal wir mit dem neu­en und da­durch völ­lig un­be­kann­ten Stück auch ein Ri­si­ko ein­ge­gan­gen sind.» Rund 8000 Plät­ze gilt es für die Ver­an­stal­te­rin­nen zu fül­len. «Das heisst auch, dass wir Wer­bung ma­chen müs­sen – und das ist Ar­beit.» Stäh­li und Ru­bin sind täg­lich mit Auf­ga­ben rund um die Pro­duk­ti­on be­schäf­tigt: «Es ist ei­ne in­ten­si­ve Zeit», sagt Re­na­te Ru­bin. Nebst dem Be­such ei­ner Vor­füh­rung ha­ben Be­su­che­rin­nen und Be­su­cher neu auch die Mög­lich­keit, vor der Show ei­ne Füh­rung mit den Co-Lei­te­rin­nen hin­ter den Ku­lis­sen zu bu­chen. «Wir ha­ben das bis­her et­wa für Fir­men ge­macht – und ha­ben be­merkt, dass ein In­ter­es­se dar­an be­steht», sagt Stäh­li.

In­for­ma­tio­nen zu den Füh­run­gen so­wie Ti­ckets gibt es un­ter www.ma­er­chen­haft.ch.

Foto: Patric Spah­ni

An­ne­ma­rie Stäh­li, Re­gis­seu­rin und Co-Lei­te­rin der Ober­län­der Mär­li­büh­ni, vor dem Zelt in der ehe­ma­li­gen Baum­schu­le.

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