Wirt­schafts­raum Thun mit di­gi­ta­ler Of­fen­si­ve

Heu­te geht ein neu­es Wirt schafts in­for­ma­ti­ons­sys­tem on­li­ne.

Berner Oberlander - - Vorderseit­e - Mar­co Zys­set www.wirt­schafts­raumthun.ch

Thun bün­delt die Kräf­te in Sa­chen Wirt­schafts­för­de­rung. Nach­dem der Fach­be­reich Wirt­schaft der Stadt­ver­wal­tung be­reits vor rund drei Jah­ren die Ge­schäfts­stel­le des ESP Thun-Nord über­nom­men hat, führt er seit ei­nem Jahr auch je­ne des Wirt­schafts­raums Thun (WRT). Nach Mo­na­ten der Auf- und Um­bau­ar­bei­ten

hin­ter den Ku­lis­sen, in de­nen auch das Per­so­nal auf­ge­stockt wur­de, geht heu­te zu­nächst das Wirt­schafts in­for­ma­ti­ons sys­tem auf der WRT-In­ter­net­si­te on­li­ne. Ge­mäss Ste­fan Ot­zi­ger, der dem Fach­be­reich Wirt­schaft vor­steht, ist dies in­des nur der ers­te Schritt ei­ner Di­gi­ta­lof­fen­si­ve.

Mit 1200 Ar­beits­plät­zen ist der Di­gi­tal­sek­tor der kleins­te der drei Bran­chen­schwer­punk­te des Wirt­schafts­raums Thun (WRT). Rund 4500 Stel­len ent­fal­len auf die Ma­schi­nen­in­dus­trie, und auch von gros­ser Be­deu­tung ist die Ge­sund­heits­wirt­schaft. Von den rund 54 000 Ar­beits­plät­zen im WRT fal­len 96 Pro­zent auf KMU, die we­ni­ger als 50 Mit­ar­bei­ten­de be­schäf­ti­gen. Die meis­ten Be­trie­be des Wirt­schafts­rau­mes Thun zäh­len zum Di­enst­leis­tungs­sek­tor.

Trotz­dem ist aus­ge­rech­net die Di­gi­talbran­che die­ses Jahr im Fo­kus der Ak­ti­vi­tä­ten. «Weil sie ei­ner un­glaub­li­chen Dy­na­mik un­ter­liegt – und der­zeit das wohl gröss­te Po­ten­zi­al hat», bringt Ste­fan Ot­zi­ger die For­mel, von der er sich Er­folg ver­spricht, auf ei­nen ein­fa­chen Nen­ner. Hin­zu kom­me, so Ot­zi­ger, dass im Di­gi­tal­be­reich von vie­len Un­ter­neh­mun­gen be­reits sehr viel ge­leis­tet wor­den sei, auf dem er jetzt als Ge­schäfts­füh­rer des WRT bei den Ak­ti­vi­tä­ten auf­bau­en kön­ne. Zu­dem kann er als Ver­tre­ter des Ver­ban­des Di­gi­tal Im­pact Net­work in der Re­gi­on Thun beid­sei­tig Sy­ner­gi­en nut­zen.

Vor­stel­len an Schu­len

Kom­plett neu auf­ge­baut wird der ICT-Cam­pus Thun für Schü­le­rin­nen und Schü­ler der sieb­ten und ach­ten Klas­se. Ot­zi­gers Ziel: Die­ses Jahr in den sieb­ten Klas­sen der Volks­schu­len im Ber­ner Ober­land das An­ge­bot vor­stel­len und nächs­tes Jahr mit dem ers­ten Kurs star­ten. Ziel des An­ge­bots ist, Ju­gend­li­che schon früh auf spie­le­ri­sche Wei­se für den Ein­stieg in so­ge­nann­te Mint-Be­ru­fe – Mint steht für Ma­the­ma­tik, In­for­ma­tik, Na­tur­wis­sen­schaf­ten und Tech­no­lo­gie – zu be­geis­tern und fit zu ma­chen. Der WRT will den Cam­pus zu­sam­men mit dem Ver­ein ICT Scouts/Cam­pus aus Mut­tenz BL auf­bau­en. «Wir hö­ren im­mer wie­der von Un­ter­neh­mun­gen, die of­fe­ne Lehr­stel­len nicht be­set­zen kön­nen, weil die In­ter­es­sen­tin­nen und In­ter­es­sen­ten die An­for­de­run­gen nicht er­fül­len», sagt Ste­fan Ot­zi­ger. Er weiss: «Nur weil je­mand Spie­le wie ‹Mine­craft› oder ‹Fort­ni­te› gut be­herrscht, ist er oder sie noch nicht zwin­gend ein In­for­ma­tik-Crack.»

Der Di­gi­ta­li­sie­rungs-Ef­fort des WRT soll je­doch nicht nur auf Un­ter­neh­mun­gen der Bran­che wir­ken; auch «nor­ma­le» ge­werb­li­che KMU sol­len da­von pro­fi­tie­ren. Zu­sam­men mit Part­ner­fir­men führt der WRT un­ter dem La­bel «WRT di­gi­tal» 2020 sie­ben An­läs­se durch, an de­nen Ver­tre­ter von Un­ter­neh­mun­gen al­ler Cou­leur kos­ten­los ein Re­fe­rat zu ei­nem Di­gi­talthe­ma be­su­chen kön­nen, um sich in ei­nem zwei­ten Teil mit Kol­le­gen und Fach­leu­ten aus­zu­tau­schen. Ot­zi­ger ist über­zeugt: «Es gibt in je­dem Wirt­schafts­zweig kon­kre­te di­gi­ta­le Her­aus­for­de­run­gen, für die Un­ter­neh­mun­gen aus der Re­gi­on Lö­sun­gen an­bie­ten kön­nen.»

Eben­falls nicht nur für In­si­der sei der Schwei­ze­ri­sche Di­gi­tal­tag, an dem Thun 2020 zum zwei­ten Mal teil­nimmt. «Nach dem et­was ver­hal­te­nen Start im letz­ten Jahr wol­len wir im nächs­ten No­vem­ber ver­su­chen, mehr Leu­te zu er­rei­chen», sagt Ste­fan Ot­zi­ger. Wie ge­nau, lässt er in­des noch of­fen, ver­spricht aber, dass «ei­ni­ges» an­ders wer­de. Gleich blei­be in­des das Ki­no Rex als das Zen­trum der Ver­an­stal­tung.

Al­le In­fos im Netz

Mit der Über­nah­me der WRT-Ge­schäfts­stel­le durch den Fach­be­reich Wirt­schaft der Stadt Thun hat sich die­se auch dar­an­ge­macht, den In­ter­net­auf­tritt – und da­mit den heu­te wich­tigs­ten Zu­gang zur Re­gi­on für Wirt­schafts­vertr et er–kom­plett neu auf­zu­bau­en. So gibt es künf­tig ei­ne zen­tra­le Über­sicht über die Ar­beits­zo­ne­no der die frei­en Ge­wer­be lie­gen­schaf­ten. Doch auch hier geht Ot­zi­gers Vi­si­on noch wei­ter: Der We­bauf­tritt des WRT soll nach und nach zu ei­nem Wirt schafts in­for­ma­ti­ons­sys­tem aus­ge­baut wer­den. «Für Un­ter­neh­mun­gen, die ein neu­es Sied­lungs­pro­jekt von Grund auf ent­wi­ckeln wol­len, bis hin zur Über­sicht über ver­füg­ba­re Ge­wer­be­räu­me wol­len wir auf die­ser Platt­form für al­le Ab­stu­fun­gen die pas­sen­den In­for­ma­tio­nen be­reit­stel­len», sagt Ot­zi­ger. Das­sel­be gel­te für Wohn­raum. «Denn nicht sel­ten steht die Fra­ge nach ver­füg­ba­rem Wohn­raum auch im Zu­sam­men­hang mit dem The­ma Wirt­schafts­för­de­rung.» Dass Bil­dungs­und Frei­zeit­an­ge­bo­te eben­falls auf­ge­lis­tet wer­den, ist da nur noch ei­ne lo­gi­sche Fol­ge.

«Nur weil je­mand Spie­le wie ‹Mine­craft› oder ‹Fort­ni­te› gut be­herrscht, ist er oder sie noch nicht zwin­gend ein In­for­ma­ti­kCrack.» Ste­fan Ot­zi­ger Ge­schäfts­füh­rer WRT

Foto: PD

Blick über grosse Tei­le des Wirt­schafts­raums Thun.

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