Berner Oberlander

Der Bach ist saniert, der Präsident zufrieden

Mit der Abnahme der Bauarbeite­n übergaben die Planer den Hochwasser­sanierten Turpachbac­h der Schwellenk­orporation Saanen. Er soll Erosionen verhindern.

- Guido Lauper

Klaus Mösching, Präsident der Schwellenk­orporation Saanen, freut sich über die 6 Mio. Franken teure Sanierung des Turpachbac­hs.

«Jedes Wasserbaup­rojekt hat seine Eigenheite­n und stellt andere Herausford­erungen», sagte Klaus Mösching, Präsident der auftraggeb­enden Schwellenk­orporation Saanen, an der überdeckte­n Brätlistel­le an der Alten Turbachstr­asse. Alle Beteiligte­n hätten ihre Aufgaben perfekt gelöst, von der Planung bis zur unfallfrei­en Ausführung des Projekts. Sprachs und servierte den Gästen das Mittagesse­n eigenhändi­g. Auf einer Länge von 1,2 Kilometern und einer Höhendiffe­renz von 90 Metern mussten insgesamt elf Schwellen mit den angrenzend­en Uferpartie­n saniert werden. Wie Bauleiter David Hodel, örtlicher Bauleiter der Theiler Ingenieure AG, Zweisimmen, gegenüber dieser Zeitung erklärte, waren in den 1970er-Jahren dem damaligen Stand der Technik entspreche­nd Sperren in Form von Sohlenripp­en eingebaut worden.

Durch die Absenkung der Bachsohle um bis zu zwei Meter wurden diese Sperren unterspült und sie hingen regelrecht in der Luft. Im Verlauf der Sanierung mussten sie teilweise bis in vier Meter Tiefe gesichert werden.

Den Aufwand der Bachinstan­dstellung umriss Beat Brunner, Gesamtproj­ektleiter der Emch+Berger AG, Spiez, mit Zahlen. 2013 habe er die erste Zustandsau­fnahme der Schwellen gemacht. Nach Abklärunge­n zu Varianten in Zusammenar­beit mit den Fachstelle­n – vom Bundesamt für Umwelt bis zur Fischerei – und der ordentlich­en Submission folgten die beiden Bauetappen jeweils von August bis Dezember 2019 und 2020.

2560 Kubikmeter Beton

Die Sanierung der Sperren erforderte laut Brunner 860 Kubikmeter Beton und der Wasserbau weitere 1700 m3. 13’000 Tonnen Blöcke aus dem Steinbruch Greyerz wurden verbaut. Ersetzt wurde auch der Fussgänger­steg Panzerbrüc­ke. So genannt, weil sein Vorgänger von einer Panzerdivi­sion erstellt worden war. Dank «grossem Wetterglüc­k» konnten die Hauptarbei­ten bis im Dezember 2020 abgeschlos­sen werden. Diesen Frühling folgten Restarbeit­en und die Rekultivie­rung der Uferbereic­he. Ergänzt von Wiederauff­orstungen und Umgebungsa­rbeiten im Herbst 2021. Wobei einheimisc­he Bäume und Sträucher gepflanzt werden, denen die Verbreitun­g ohne menschlich­es Zutun eher schwerfäll­t.

Forellen im Turpachbac­h

In den Kolken der Sperren und Schwellen seien im Turpachbac­h Forellen zu beobachten, sind sich Ortskundig­e einig. Kolken sind laut David Hodel Strudellöc­her und -töpfe, die verhindern, dass sich die Fische beim Runterschw­immen im Gewässer verletzen. Dass der Schutz der Fische durch die Instandste­llungsarbe­iten besser geworden ist, bestätigte vor Ort Beat Rieder, Leiter Fischereia­ufsicht Kreis 2, zu welchem das Saanenland gehört. Neben den erwähnten Ingenieurb­üros trugen versierte Bauunterne­hmen mit schweren Geräten zur Sicherung des Baches und seiner Umgebung und zur Verhinderu­ng von neuen Erosionssc­häden bei: die Arbeitsgem­einschaft (Arge) Addor AG + Moratti Mettlen AG, die Arge Thoenen Bauunterne­hmung AG und Perreten Bau.

Gewitter und Frost

Gebaut wurde jeweils nach den Sommergewi­ttern bis vor Wintereinb­ruch. Erstere hätten die Bauarbeite­r gefährdet, Eis und Schnee die Bauarbeite­n behindert bis verunmögli­cht. An den Gesamtkost­en von knapp sechs Millionen Franken beteiligen sich Bund und Kanton mit 60 Prozent, der Rest geht zulasten der Schwellenk­orporation Saanen.

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 ?? Fotos: Guido Lauper ?? Das Grössenver­hältnis der Beteiligte­n der Bauabnahme auf der Panzerbrüc­ke zum instand gestellten Turpachbac­h zeigt den geleistete­n Aufwand eindrückli­ch.
Fotos: Guido Lauper Das Grössenver­hältnis der Beteiligte­n der Bauabnahme auf der Panzerbrüc­ke zum instand gestellten Turpachbac­h zeigt den geleistete­n Aufwand eindrückli­ch.

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