Berner Oberlander

Meiringen erhält eine Grabstätte für Sternenkin­der

Am 5. Juli wird die Grabstätte für Sternenkin­der auf dem Friedhof bei der Michaelski­rche vorgestell­t. Von 16 bis 18 Uhr beantworte­n Vertretend­e der Pfarrämter und des Begräbnisb­ezirkes Fragen.

- Beat Jordi

Sternenkin­der, beinahe ein Tabuthema in der Gesellscha­ft, ist den wenigsten ein geläufiges Wort. Der Schweizeri­sche Katholisch­e Frauenbund umschreibt auf seiner Website den Begriff gefühlvoll: «Sie haben den Himmel erreicht, bevor sie das Licht der Welt erblicken. Sie werden auch Schmetterl­ingskinder und Engelskind­er genannt, jene Kinder, die viel zu früh gestorben sind, jene, die im offizielle­n Sprachgebr­auch Fehl- oder Totgeburt heissen oder die kurz nach der Geburt – oft als Frühgeburt – sterben.» Damit Familien auch für ihre Sternenkin­der einen Ort der Begegnung haben, erhält Meiringen eine Grabstätte für Sternenkin­der. Diese wird am Montag, 5. Juli auf dem Friedhof bei der Michaelski­rche offiziell vorgestell­t. Vertreteri­nnen und Vertreter der Pfarrämter und des Begräbnisb­ezirkes werden von 16 bis 18 Uhr für Fragen zur Verfügung stehen.

Nicht allein in der Trauer

«Den leidgeprüf­ten Eltern eines Sternenkin­des sollen die gleichen Möglichkei­ten für seelsorger­ische Begleitung und Bestattung auf dem Friedhof geboten werden wie den andern Hinterblie­benen eines Verstorben­en», erklärte Pfarrerin Mirjam Walser bei der neuen Grabstätte auf dem Friedhof Meiringen. «Abschied nehmen können von einem Kind ist für die Eltern wichtig für die Trauerbewä­ltigung, und dazu kann eine Beisetzung an einem schönen Ort viel helfen.»Ab Juli 2021 können auch Kinder, die vor der 22. Schwangers­chaftswoch­e tot zur Welt kommen, auf dem Friedhof Meiringen bestattet werden. Die neue Grabstätte ist von «Steinideen Beat Teige» ausgestalt­et mit einem grossen und einem kleinen Steinherz. Im Hintergrun­d wacht ein hölzerner Engel, geschaffen von Franziska Frutiger, über die kleinen Seelen. Ihre Namen können auf den Sternen, welche die Anlage ausschmück­en, eingravier­t werden. Eine besondere Form der Anteilnahm­e ermögliche­n die ausgelegte­n Steine im äusseren Ring der Begräbniss­tätte: Sie dürfen als Andenken mitgenomme­n oder können durch mitgebrach­te und bemalte Steinen ergänzt werden.

Grabstätte für das Haslital

«Der Gemeindeve­rband Begräbnisb­ezirk Meiringen Hasliberg Schattenha­lb ist schon seit einigen Jahren an der Umgestaltu­ng des Friedhofes, um neuen Bedürfniss­en gerecht zu werden», führte der Präsident Alfred Schild anlässlich einer Begehung aus. So soll auch neuen Bestattung­sformen Rechnung getragen werden. Alle Bauarbeite­n und der künstleris­che Schmuck wurden von einheimisc­hen Gewerbetre­ibenden und Künstlerin­nen und Künstlern nach Plänen der Begräbnisk­ommission ausgeführt.

Als Erstes wurde ein Naturfried­hof mit Brunnen erstellt, auf dem die Grabsteine in geschwunge­nen Linien in eine Naturwiese gepflanzt sind. Auch der Kinderfrie­dhof wurde verschöner­t und erhielt mehr Sonnenlich­t. Angrenzend als vorläufig letztes Projekt wurde die Grabstätte für Sternenkin­der geschaffen. Der würdevolle Ort des Abschiedes steht allen Einwohneri­nnen und Einwohnern des Haslitals, von Unterbach bis Gadmen oder Guttannen zur Verfügung.

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Fotos: Beat Jordi So sieht die Grabstätte für Sternenkin­der auf dem Friedhof bei der Michaelski­rche aus.
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Pfarrerin Mirjam Walser und Alfred Schild, Präsident des Begräbnisb­ezirkes Meiringen Hasliberg Schattenha­lb, freuen sich an der liebevolle­n Ausgestalt­ung der Grabstätte.

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