Pul­vers schnel­ler Wech­sel

Ju­ra-Kon­flikt Pier­re-Yves Moe­sch­ler führt die Spal­tung des Ju­ra­städt­chens auf den Ge­gen­satz der Kon­fes­sio­nen zu­rück. Der Bie­ler His­to­ri­ker er­klärt, war­um die Se­pa­ra­tis­ten von der Iden­ti­täts­fra­ge um­ge­trie­ben wer­den – und ob im zer­strit­te­nen Ort zwei­er­lei M

Berner Zeitung (Emmental) - - Erste Seite - In­ter­view: Ste­fan von Ber­gen

In­sel­spi­tal Seit sei­ner am Don­ners­tag be­kannt ge­wor­de­nen Wahl an die Ver­wal­tungs­rats­spit­ze des In­sel­spi­tals bran­det dem frü­he­ren Ber­ner Re­gie­rungs­rat Bern­hard Pul­ver Ap­plaus ent­ge­gen. In der Tat ist bis jetzt kei­nem Grü­nen in der Schweiz ein spek­ta­ku­lä­rer Sprung aus der Po­li­tik in die Wirt­schaft ge­lun­gen. Beim In­sel­spi­tal mit sei­nen über 10 000 An­ge­stell­ten han­delt es sich um ei­ne der gröss­ten Ber­ner Un­ter­neh­mun­gen.

Ob der Be­geis­te­rung über das Brü­cken­bau­er­ta­lent, das Pul­ver als Po­li­ti­ker an den Tag leg­te, geht un­ter, dass der Fron­ten­wech­sel un­üb­lich rasch er­folgt. Noch vor we­ni­gen Mo­na­ten präg­te er als Re­gie­rungs­rat die Vi­si­on von Bern als na­tio­nal stärks­tem Me­di­zi­nal­stand­ort mit, in de­ren Mit­tel­punkt das In­sel­spi­tal steht. Nun sat­telt er um und na­vi­giert mit dem In­sel­spi­tal in die stra­te­gi­sche Rich­tung, die er po­li­tisch mit­be­stimmt hat.

Die Lin­ke hat die von der SVP jahr­zehn­te­lang ge­pfleg­te en­ge Ver­flech­tung von Staat und Wirt­schaft im Kan­ton Bern lei­den­schaft­lich kri­ti­siert. Jetzt ist es ganz still.

Herr Moe­sch­ler, wa­ren Sie am Mon­tag über­rascht, dass die Statt­hal­te­rin Mou­tiers Ab­stim­mung über ei­nen Kan­tons­wech­sel an­nul­liert hat? Pier­re-Yves Moe­sch­ler: Nein, gar nicht. Ich ha­be das so er­war­tet.

Wirk­lich? Die­ser Ent­scheid ge­gen die se­pa­ra­tis­ti­sche Mehr­heit ist doch mu­tig.

Die Statt­hal­te­rin muss­te nicht Mut ha­ben, son­dern ei­nen ju­ris­ti­schen Ent­scheid fäl­len. Und seit das Bun­des­ge­richt jüngst ver­gleich­ba­re Ge­mein­de­ab­stim­mun­gen für un­gül­tig er­klärt hat, war der Ent­scheid zu er­war­ten.

Wä­re die An­span­nung klei­ner, wenn die Statt­hal­te­rin an­ders ent­schie­den und die Se­pa­ra­tis­ten nicht ge­reizt hät­te?

Die bern­treu­en Be­schwer­de­füh­rer wä­ren im Stil­len frus­triert, aber die Se­pa­ra­tis­ten wür­den laut tri­um­phie­ren. Jetzt sagt den Se­pa­ra­tis­ten von Mou­tier erst­mals seit Jah­ren je­mand, dass sie et­was falsch ge­macht ha­ben. Das ist für sie ei­ne Ent­täu­schung, die sie erst ver­ar­bei­ten müs­sen.

Im Mo­ment wi­schen die Se­pa­ra­tis­ten den Ent­scheid vom Tisch und sa­gen, das sei ein po­li­ti­sches Ur­teil.

Das ist ei­ne vor­schnel­le, emo­tio­na­le Ab­wehr­re­ak­ti­on. Die Se­pa­ra­tis­ten wer­den nicht dar­um her­um­kom­men, die 88 Sei­ten Be­grün­dung der Statt­hal­te­rin ge­nau zu le­sen und sich gut zu über­le­gen, ob sie nun gleich vor Ge­richt Re­kurs ein­le­gen oder auf ei­ne bal­di­ge Wie­der­ho­lung der Ab­stim­mung set­zen.

Wie kann ei­ne klei­ne Stadt wie Mou­tier so zer­strit­ten sein?

In Mou­tier geht es im­mer um die Ju­ra-Fra­ge. So­fort fragt man: Wer bin ich? Zu wem ge­hö­re ich? In den an­de­ren Tei­len der Schweiz stellt man sich so ei­ne Fra­ge gar nicht. Im­mer­hin ist die Zu­ge­hö­rig­keit im Ber­ner Ju­ra seit der Ju­ra-Ab­stim­mung von 2013 klar ent­schie­den und da­mit vom Tisch. Aber in Mou­tier sind die Mehr­heits­ver­hält­nis­se seit 40 Jah­ren so knapp, dass die Min­der­heit im­mer hof­fen kann, dass die Mehr­heit wie­der kippt.

War­um sind denn die Ver­hält­nis­se bloss in Mou­tier so knapp?

Für mich ist das klar: Es geht vor al­lem um die Kon­fes­si­on.

Echt? Die ka­tho­li­sche und die re­for­mier­te Kir­che ver­lie­ren doch auch in Mou­tier stän­dig an Mit­glie­dern und Be­deu­tung? So wie Sie ha­ben auch die Se­pa­ra­tis­ten re­agiert, als ich mei­ne Kon­fes­si­ons­the­se pu­bli­ziert ha­be. Sie sag­ten: Die­ser Moe­sch­ler aus Biel hat kei­ne Ah­nung, die Leu­te von Mou­tier ge­hen nicht in die Kir­che, es geht um viel mehr, es geht um die Zu­ge­hö­rig­keit zu ei­ner Spra­che und Kul­tur.

Und was ha­ben Sie er­wi­dert? Wir kön­nen uns nicht mehr vor­stel­len, wie un­glaub­lich wich­tig die Kir­che für die Men­schen bis ins 20. Jahr­hun­dert war. Heu­te ge­hen die Leu­te zwar nicht mehr in die Pre­digt, aber die Po­li­tik und die sich nur lang­sam ver­än­dern­de Men­ta­li­tät sind im­mer noch ge­prägt von der kon­fes­sio­nel­len Ver­gan­gen­heit, die von Ge­ne­ra­ti­on zu Ge­ne­ra­ti­on wei­ter­ge­ge­ben wird. Die Gren­ze zwi­schen dem Kan­ton Ju­ra und dem Ber­ner Ju­ra ist ei­ne al­te kon­fes­sio­nel­le Gren­ze. Die ju­ras­si­schen Ka­tho­li­ken spü­ren tief in sich, dass das re­for­mier­te Bern ein al­ter Feind ist. Für die re­for­mier­ten Bern­ju­ras­sier aber war Bern im­mer ei­ne Schutz­macht ge­gen den ka­tho­li­schen Fürst­bi­schof in Pr­un­t­rut.

Was be­deu­tet das für das Mou­tier von heu­te?

Mou­tier ge­hört zum re­for­mier­ten Süd­ju­ra, aber es ist dort der ein­zi­ge Ort mit ei­ner ka­tho­li­schen Mehr­heit. In der in­dus­tri­el­len Re­vo­lu­ti­on ka­men nicht nur ka­tho­li­sche Ein­wan­de­rer aus Ita­li­en in die Fa­b­ri­ken von Mou­tier, son­dern auch zahl­rei­che ka­tho­li­sche Nord­ju­ras­sier.

Wie­so de­men­tie­ren die Se­pa­ra­tis­ten so hef­tig, dass es in Mou­tier auch um ei­ne kon­fes­sio­nel­le Fra­ge geht?

Das darf man doch nicht sa­gen! Das ist un­mo­dern und pein­lich. Als das wel­sche Fern­se­hen vor der Ab­stim­mung vom 18. Ju­ni 2017 aber Mou­tiers pro­ju­ras­si­schen Spre­cher Va­len­tin Zu­ber

frag­te, war­um er sich von Bern tren­nen wol­le, sag­te er zu­erst: Wir sind ei­ne sprach­li­che Min­der­heit. Und dann füg­te er an: Wir sind Ka­tho­li­ken. Voi­là!

Wie tickt ein Se­pa­ra­tist? Se­pa­ra­tis­mus ent­stammt ei­nem Min­der­heits­ge­fühl. Für An­ge­hö­ri­ge ei­ner Mehr­heit ist es schwie­rig,

zu ver­ste­hen, wie man sich in ei­ner Min­der­heit fühlt. Für Sie als deutsch­spra­chi­gen Ber­ner stellt sich die Fra­ge der Iden­ti­tät und der Zu­ge­hö­rig­keit nicht. Wer aber ei­ner sprach­li­chen Min­der­heit an­ge­hört, kämpft im­mer um sei­ne Rech­te und dar­um, ge­hört und ver­stan­den zu wer­den. Die Schweiz ist ei­ne be­son­de­re Kon­struk­ti­on

von his­to­ri­schen Ge­mein­schaf­ten, die je ih­ren ei­ge­nen Kan­ton ha­ben. Der Ju­ra aber er­hielt 1815 kei­nen ei­ge­nen Kan­ton. Die Se­pa­ra­tis­ten wol­len wie al­le an­de­ren Schwei­zer ihr Schick­sal sel­ber be­stim­men.

Die bern­treu­en Be­woh­ner von Mou­tier ge­hö­ren auch zur

fran­ko­fo­nen Min­der­heit, re­den aber nicht dau­ernd von ih­rer Iden­ti­tät. Gibt es in Mou­tier zwei­er­lei Men­schen, auf­brau­sen­de Se­pa­ra­tis­ten und stoi­sche, bern­treue Lang­wei­ler? Das ist ei­ne Ka­ri­ka­tur. Aber auch in Ka­ta­lo­ni­en sind die Se­pa­ra­tis­ten ak­tiv, krea­tiv und in den Me­di­en prä­sent. An­ti­se­pa­ra­tis­ten aber sind eher re­ser­viert. Wenn man et­was will, ent­wi­ckelt man Stra­te­gi­en, um es zu be­kom­men. Wenn man kei­ne Ve­rän­de­rung will, sagt man ein­fach Nein und ver­tei­digt eher den Sta­tus quo.

Mou­tiers se­pa­ra­tis­ti­scher Stadt­prä­si­dent Marcel Wi­nis­to­er­fer sagt, er kön­ne nicht ver­ste­hen, dass fran­zö­sisch­spra­chi­ge Ju­ras­sier für Bern sein könn­ten. Er sieht Bern­treue als ir­re­ge­führ­te Ju­ras­sier. Das ist ab­surd. In die­ser Lo­gik ist man nur ein Ju­ras­sier, wenn man ein Se­pa­ra­tist ist. Ist man nur ein rich­ti­ger Rus­se, wenn man Wla­di­mir Pu­tin wählt? Als ich im pro­tes­tan­ti­schen Süd­ju­ra auf­wuchs, fühl­te man sich dort recht­schaf­fen, de­mo­kra­tisch, mo­dern. Die ka­tho­li­schen Nord­ju­ras­sier emp­fand man als ver­wandt, aber auch als Min­der­heit, die man mit­tra­gen muss. Dann ha­ben die­se Nord­ju­ras­sier am 23. Ju­ni 1974 über­ra­schend das Ple­bis­zit für die Schaf­fung ei­nes Kan­tons Ju­ra ge­won­nen. Für die Süd­ju­ras­sier war das ein Schock. Sie ha­ben frus­triert, emo­tio­nal und ex­trem re­agiert und woll­ten mit dem Nor­den nichts mehr zu tun ha­ben.

Das spürt man heu­te noch? Ge­nau. Seit­her zieht sich der Süd­ju­ra in die De­fen­si­ve zu­rück. Die Se­pa­ra­tis­ten aber ha­ben ih­re Fah­ne und ih­re Lie­der und freu­en sich, zu­sam­men zu fei­ern. Des­halb fin­de ich: Es ist Zeit, dass sich der Ber­ner Ju­ra po­si­ti­ver sieht. Es gibt dort in der Wirt­schaft oder im Tou­ris­mus vie­le in­no­va­ti­ve Initia­ti­ven wie den Parc ré­gio­nal Chas­seral. Das muss man sicht­ba­rer kom­mu­ni­zie­ren. Dann be­kommt der Ber­ner Ju­ra ein Ge­fühl für sei­ne Stär­ke und kann bes­ser mit an­de­ren re­den. Sei es mit den Deutsch­schwei­zern im Kan­ton Bern oder mit dem Kan­ton Ju­ra.

Apro­pos re­den: Mir fällt auf, dass sich die Ex­po­nen­ten bei­der La­ger in Mou­tier ge­gen­sei­tig die­sel­ben Vor­wür­fe ma­chen. Wie könn­ten sie die­ser Fal­le ent­kom­men?

Spricht man in Mou­tier mit Leu­ten bei­der Sei­ten, merkt man, dass sie sich zwi­schen­mensch­lich ver­ste­hen, so­lan­ge sie nicht über Po­li­tik re­den. Kaum sit­zen sie nicht mehr zu­sam­men am sel­ben Tisch, be­schimp­fen sie sich ge­gen­sei­tig.

Das muss sich doch än­dern, wenn es in Mou­tier ein gu­tes Zu­sam­men­le­ben ge­ben soll. Da­für braucht es in Mou­tier ei­nen kla­ren Ab­stim­mungs­ent­scheid. Das sieht man et­wa in Saint-Imier. Dort re­giert ein se­pa­ra­tis­ti­scher Ge­mein­de­prä­si­dent. Er macht sei­ne Ar­beit, bringt die Ge­mein­de vor­an. Er denkt zwar pri­vat, dass Sain­tI­mier zum Kan­ton Ju­ra ge­hö­ren soll­te, aber er weiss, dass die Mehr­heits­ver­hält­nis­se klar pro­ber­nisch sind. In Mou­tier da­ge­gen gibt es kei­ne Be­we­gung al­ler, die den Ort vor­an­brin­gen wol­len. Ge­mein­sa­me Pro­jek­te mit den Nach­bar­ge­mein­den sind ge­stoppt, weil al­le auf den Ent­scheid der Kan­tons­zu­ge­hö­rig­keit war­ten. Wie er auch aus­fällt, er muss klar und oh­ne Ver­dacht auf Un­re­gel­mäs­sig­kei­ten aus­fal­len. Da­mit die Ver­lie­rer­sei­te weiss, dass sie sich nun dar­an ge­wöh­nen muss. Das Kli­ma wird sich ver­bes­sern, wenn die Mehr­heit nicht tri­um­phiert, son­dern die Min­der­heit mit Re­spekt be­han­delt.

Braucht Mou­tier ei­ne sol­che Ver­söh­nungs­ar­beit nicht schon ab so­fort?

Na­tür­lich soll­te man in Mou­tier die Leu­te an ei­nen Tisch brin­gen. Aber wer kann das? Ich ken­ne klu­ge, mo­de­ra­te Leu­te in Mou­tier. Sie ha­ben Angst da­vor, zu po­li­ti­sie­ren. Sie wol­len sich und ih­re Fa­mi­li­en schüt­zen. In bei­den La­gern von Mou­tier do­mi­nie­ren die Ex­tre­men. Der Kampf ist wirk­lich sehr hart und die ge­gen­sei­ti­ge Ver­ach­tung gross. Ei­ni­ge Bern­treue müs­sen enor­me Atta­cken er­tra­gen. Und auch die bern­treue SVP kom­mu­ni­ziert knall­hart. Dass sie die pro­ber­ni­sche Kam­pa­gne ge­führt hat und SP wie auch FDP da­bei un­sicht­bar wa­ren, war un­güns­tig.

Re­giert in Mou­tier der Ex­tre­mis­mus an­stel­le der De­mo­kra­tie?

Ich mag ex­tre­me Schlag­wör­ter wie Ex­tre­mis­mus nicht. Aber wenn man nur die ei­ge­ne Sei­te sieht und Leu­te aus­schliesst oder be­schimpft, die an­de­rer Mei­nung sind, dann hat das in der Tat we­nig mit de­mo­kra­ti­schem Re­spekt zu tun.

Muss die bis­her sehr zu­rück­hal­ten­de Eid­ge­nos­sen­schaft bei ei­ner er­neu­ten Ab­stim­mung in Mou­tier de­zi­dier­ter auf­tre­ten? Ja. Ich ha­be schon nicht ver­stan­den, dass man die ver­mit­teln­de In­ter­ju­ras­si­sche Ver­samm­lung un­ter der Füh­rung des Bun­des auf­ge­löst hat. Für ei­ne zwei­te Mou­tier-Ab­stim­mung soll­te man das Kon­troll­man­dat des Bun­des aus­wei­ten. So et­wa auf die Par­tei­nah­me von Ge­mein­de­be­hör­den im Ab­stim­mungs­kampf. Des­we­gen hat ja das Bun­des­ge­richt jüngst Ge­mein­de­ab­stim­mun­gen an­nul­liert. Soll­ten die Se­pa­ra­tis­ten mit ei­nem Re­kurs ans Bun­des­ge­richt ge­lan­gen, könn­te man auf des­sen Ent­scheid ge­spannt sein.

Ha­ben wir ei­gent­lich al­le ei­nen mehr oder we­ni­ger star­ken Se­pa­ra­tis­ten in uns, der sich von an­de­ren ab­gren­zen will, um sich als et­was Be­son­ders füh­len zu kön­nen?

Ich mer­ke ein­fach, dass sich die grosse Mehr­heit der Be­völ­ke­rung mit ei­ner Grup­pe iden­ti­fi­zie­ren möch­te. An­ge­sichts der Glo­ba­li­sie­rung ist die­ses Be­dürf­nis heut­zu­ta­ge viel­leicht so­gar noch stär­ker als frü­her.

Mou­tier ste­hen an­ge­spann­te Wo­chen be­vor. Darf ich Sie zu ei­nem auf­bau­en­den Schluss­wort an al­le Be­tei­lig­ten des Kon­flikts ein­la­den?

Der deutsch­spra­chi­gen Ber­ner Mehr­heit möch­te ich sa­gen, dass sie Ver­ständ­nis da­für ha­ben soll, wie schmerz­haft die Zu­ge­hö­rig­keits­fra­ge für ei­ne sprach­li­che Min­der­heit sein kann. Dem Ber­ner Ju­ra wün­sche ich ein po­si­ti­ve­res Selbst­bild. Und den Se­pa­ra­tis­ten und dem Kan­ton Ju­ra möch­te ich zu­ru­fen: Wer die Re­gi­on durch ei­nen ech­ten Dia­log stär­ken statt spal­ten will, soll­te ak­zep­tie­ren, dass auch die An­ti­se­pa­ra­tis­ten im Ber­ner Ju­ra Ro­man­ds und Ju­ras­sier sind. Und: Es stimmt zwar, dass die Ber­ner Re­gie­rung vor 40 Jah­ren Feh­ler um Feh­ler ge­macht hat. Aber seit­her hat der Kan­ton sei­ne Po­li­tik ge­än­dert und die nö­ti­gen Schrit­te ge­macht, um der Ge­mein­de Mou­tier den Aus­zug zu er­lau­ben.

Pier­re-Yves Moe­sch­ler (65), in Ta­van­nes im Ber­ner Ju­ra auf­ge­wach­sen, kennt als His­to­ri­ker die Ge­schich­te des Ju­ra. Er lebt in der Stadt Biel, wo er Gym­na­si­al­leh­rer war und bis 2012 für die SP im Ge­mein­de­rat sass.

«Die Se­pa­ra­tis­ten wer­den nicht dar­um her­um­kom­men, die 88 Sei­ten Be­grün­dung der Statt­hal­te­rin ge­nau zu le­sen.» Pier­re-Yves Moe­sch­ler

Fo­to: Adri­an Mo­ser

Der Bie­ler His­to­ri­ker und Ex-Po­li­ti­ker Pier­re-Yves Moe­sch­ler ver­sucht über die Fron­ten im Ju­ra-Kon­flikt hin­aus­zu­bli­cken.

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