Haupt­sa­che hei­me­lig

Lan­gen­thal Mit dem Lo­kau er­hält die Brau AG wie­der ein Re­stau­rant. Das Gastro­kon­zept der zwei weit ge­reis­ten neu­en Päch­ter zielt da­bei auf Re­gio­na­les.

Berner Zeitung (Emmental) - - Region - Ju­li­an Per­re­noud

Noch fehlt die Far­be an den Wän­den, ste­hen Lei­tern und Kar­tons, ge­füllt mit al­ler­lei, her­um, sind die Fens­ter mit Zei­tungs­pa­pier zu­ge­klebt. Doch in et­was mehr als zwei Wo­chen soll an der St.Ur­ban-Strasse 34 das neus­te Re­stau­rant Lan­gen­t­hals er­öff­nen. Schlicht Lo­kau wird es heis­sen. Und wo das drauf­steht, soll auch lo­kal drin sein: Die Bier­und Bur­ger­bar wird näm­lich nicht bloss das meis­te Bier aus dem glei­chen Ge­bäu­de von der Brau AG be­zie­hen, son­dern auch prak­tisch al­le Le­bens­mit­tel aus der Um­ge­bung. Fleisch aus St. Ur­ban, Brot aus Rogg­wil und Kä­se aus Aar­wan­gen.

Kurt Schär, Prä­si­dent des Ver­wal­tungs­ra­tes, wirkt er­leich­tert, als er auf der Bau­stel­le im Brau­haus steht. Nach der Neu­aus­rich­tung der Mar­ke, fi­nan­zi­el­len Eng­päs­sen, Qua­li­täts­pro­ble­men beim Bier so­wie feh­ler­haf­ten La­ger­be­stän­den in der Jah­res­rech­nung sieht er end­lich Licht am En­de des Tun­nels. Das neue Re­stau­rant sei ein Stütz­pfei­ler des Un­ter­neh­mens, der ein­fach da­zu­ge­hö­re. «Es geht heu­te schlicht nicht oh­ne.» Denn oh­ne ei­ne an­säs­si­ge Beiz ent­gin­gen der Braue­rei in den letz­ten Mo­na­ten nicht nur Miet­erträ­ge, son­dern auch er­heb­li­che Um­sät­ze beim Bier­aus­schank.

Im Obe­ra­ar­gau ver­wur­zelt

Als Gas­tro­nom Re­to Ma­thys die Braue­rei nach Buch­si ver­liess, woll­te zu­erst der frü­he­re Has­li­bi­er-Ge­schäfts­füh­rer Pe­ter Klä­fi­ger über­neh­men. Doch nach Un­stim­mig­kei­ten blieb der Pacht­ver­trag oh­ne Un­ter­schrift (wir be­rich­te­ten). Trotz­dem soll nun am Sams­tag, 1. De­zem­ber, die neue Gas­tro­no­mie of­fi­zi­ell er­öff­nen. Dass es der­art schnell ging, ist Jin Mil­lea-Gl­over zu ver­dan­ken. Die neu­en Päch­ter Da­vid Mil­lea und Jin Mil­lea-Gl­over bau­en der­zeit um. Die bei­den Brau­meis­ter Se­ra­phin Rit­ter, Flo­ri­an Ei­chen­ber­ger so­wie Ver­wal­tungs­rats­prä­si­dent Kurt Schär (rechts) hel­fen ger­ne mit.

Die Lan­gen­tha­le­rin mit ka­na­disch-schwei­ze­ri­schen Wur­zeln und ihr Mann Da­vid Mil­lea ha­ben mit ih­rem Kon­zept den Ver­wal­tungs­rat so­wie die Brau­meis­ter der Brau AG über­zeugt. Sie wol­len sich ganz dem Bra­ten von hoch­wer­ti­gen Bur­gern wid­men – mit ka­na­di­schen und iri­schen Ein­flüs­sen. Der 39-jäh­ri­ge Schrei­ner stammt näm­lich von der Grü­nen In­sel und lern­te Jin Mil­lea-Gl­over in Ka­na­da ken­nen. De­ren Mut­ter, die äl­tes­te Toch­ter der Ger­ber Rei­sen-Fa­mi­lie, wan­der­te vor 34 Jah­ren mit ih­rer Fa­mi­lie nach Nord­ame­ri­ka aus.

«Sach­lich und mensch­lich hat es so­fort ge­passt», sagt Schär und er­klärt, dass er auf der Su­che nach ei­nem Gastro­kon­zept war, das in der Stadt über­le­bens­fä­hig sei. Für Jin Mil­lea-Gl­over, die be­reits wie­der seit zehn Jah­ren in der Schweiz lebt, ist es der

ers­te Schritt in die Selbst­stän­dig­keit. «Wir ha­ben ex­trem Freu­de an der Re­gi­on und wol­len mit un­se­rem Pro­jekt das Lo­ka­le wür­di­gen», sagt sie. Bis­her ar­bei­te­te die 34-Jäh­ri­ge an der Uni­ver­si­tät in Bern als Pro­gram­mad­mi­nis­tra­to­rin. Sie war auch schon in der Bar Pro­vi­so­ri­um in Lan­gen­thal tä­tig. Für ih­ren Mann geht mit dem Lo­kau ein Traum in Er­fül­lung: «Seit ich 20 Jah­re alt bin, ha­be ich im­mer nur für an­de­re Wir­te ge­baut. Ich woll­te aber un­be­dingt ein­mal mein ei­ge­nes Re­stau­rant.» An­spre­chen wol­len die bei­den Päch­ter gera­de auch eng­lisch­spra­chi­ge Gäs­te.

Kla­re Tren­nung

Auf zwei Bild­schir­men wer­den die Gas­tro­no­men künf­tig vor al­lem Fuss­ball­spie­le über­tra­gen. Nebst dem Bar­be­trieb soll im Haus auch ei­ne klei­ne Ver­kaufs­flä­che mit Braue­rei­pro­duk­ten

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