Die BLS re­la­ti­viert ih­re Ab­bau­plä­ne

Bahn Die BLS hat ei­nen har­ten Spar­kurs mit dem Ab­bau von bis zu 200 Stel­len an­ge­kün­digt. Un­ter dem Strich dürf­te das Un­ter­neh­men in fünf Jah­ren aber et­wa gleich vie­le Per­so­nen be­schäf­ti­gen wie heu­te.

Berner Zeitung (Emmental) - - Region - Ju­li­an Wit­schi Qu­en­tin Schlap­bach

Ein­spa­run­gen von 50 bis 60 Mil­lio­nen Fran­ken pro Jahr, bis zu 200 von 2916 Voll­zeit­stel­len strei­chen: Die BLS liess am Mitt­woch ei­ne klei­ne Bom­be plat­zen. Aus­ser den bei­den Zah­len nann­te das Un­ter­neh­men al­ler­dings nicht viel Kon­kre­tes. Wo ge­nau es spa­ren will, wel­che Be­rei­che da­von be­trof­fen sind: Das al­les soll erst im Fe­bru­ar 2019 be­kannt wer­den.

Dass es zum gros­sen Kahl­schlag kommt, scheint aus heu­ti­ger Sicht eher un­wahr­schein­lich. Zu­erst ist da der lan­ge Zeit­ho­ri­zont: Fünf Jah­re gibt sich die BLS Zeit, um das Spar­pa­ket um­zu­set­zen. Weil pro Jahr et­wa 120 Be­schäf­tig­te das Un­ter­neh­men frei­wil­lig ver­las­sen oder pen­sio­niert wer­den, drängt sich ei­ne Kün­di­gungs­wel­le nicht auf. Zu­dem zeigt die jün­ge­re Ver­gan­gen­heit, dass die BLS Spar­übun­gen we­ni­ger ri­go­ros durch­zog als an­ge­kün­digt.

Eher Um­bau als Ab­bau

Be­reits 2012 kom­mu­ni­zier­te die BLS un­ter dem Pro­jekt­na­men «Gip­fel­sturm», dass sie 40 Stel­len strei­chen wol­le. Zwei Jah­re spä­ter wur­de be­kannt, dass le­dig­lich 22 Stel­len vom Ab­bau be­trof­fen wa­ren. Wie ernst ist es Trotz Spar­plä­nen will die BLS wei­te­re Mecha­ni­ker ein­stel­len.

der Füh­rungs­eta­ge al­so die­ses Mal, den Rot­stift an­zu­set­zen?

BLS-Chef Ber­nard Guil­lel­mon lässt im Ge­spräch durch­bli­cken, dass auch die neus­te Spar­übung eher ein Um­bau als ein Ab­bau ist. «Ich ge­he da­von aus, dass wir 2023 et­wa gleich vie­le Mit­ar­bei­ter be­schäf­ti­gen wie heu­te, ein­fach in an­de­ren Be­rei­chen», sagt er. Je­des Un­ter­neh­men müs­se hin

und wie­der ei­ne «hei­li­ge Kuh» schlach­ten. Et­wa ei­nen Pro­zess, der lang auf ei­ne be­stimm­te Art ge­hand­habt wur­de, aber mit der Zeit in­ef­fi­zi­ent oder gar über­flüs­sig ge­wor­den ist. Die BLS be­mü­he sich, be­trof­fe­nen Mit­ar­bei­tern ei­ne Per­spek­ti­ve im Un­ter­neh­men an­bie­ten zu kön­nen.

Wo soll es denn künf­tig mehr Ar­beits­plät­ze bei der BLS ge­ben? Die Bahn will im Be­trieb wach­sen, al­so zum Bei­spiel mehr Lok­füh­rer, Zug­be­glei­ter und Mecha­ni­ker ein­stel­len. Schliess­lich sind im Re­gio­nal- und S-Bahn-Ver­kehr wei­te­re Aus­bau­ten und An­ge­bots­ver­dich­tun­gen auf­ge­gleist.

Zu­dem hat die BLS den Zu­schlag für die bis­he­ri­gen SBBFern­ver­kehrs­li­ni­en Bern–Biel und Bern–Burg­dorf–Ol­ten er­hal­ten. Da­zu will sie 26 Lok­füh­re­rin­nen und Lok­füh­rer so­wie 6 Rei­se­be­glei­ten­de ein­stel­len und 3 bis 4 zu­sätz­li­che Stel­len in der In­stand­hal­tung schaf­fen. Al­ler­dings hat um­ge­kehrt die SBB die Kon­zes­si­on für die BLSLi­nie Bern–Neu­en­burg er­hal­ten. Da­von be­trof­fen sind 25 Lok­füh­rer, 17 Rei­se­be­glei­ter und 3

War­ten auf Ur­teil

Der Re­kurs der SBB ist beim Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt seit Ju­li hän­gig. Die BLS sieht sich trotz der Rechts­un­si­cher­heit wei­ter­hin in der La­ge, wie ge­plant in drei­zehn Mo­na­ten im Fern­ver­kehr los­fah­ren zu kön­nen. Die acht not­wen­di­gen Zü­ge vom Typ Mutz sind bei Stad­ler be­stellt.

Hät­te die BLS aber al­le fünf be­an­trag­ten Li­ni­en zu­ge­spro­chen er­hal­ten, «hät­ten wir un­se­re Fix­kos­ten auf mehr Li­ni­en ver­tei­len kön­nen», sagt Guil­lel­mon. Die Fra­ge nach ei­ner Ef­fi­zi­enz­stei­ge­rung wä­re da­mit noch we­ni­ger akut ge­we­sen. Ganz oh­ne Kün­di­gun­gen wird es laut dem BLS-Chef nun nicht ge­hen: «Es wird den ei­nen oder an­de­ren Här­te­fall ge­ben.»

Fo­to: PD

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