Je­der drit­te Te­enager wird in so­zia­len Me­di­en be­läs­tigt

Stu­die Cy­ber­groo­m­ing hat in den letz­ten zwei Jah­ren zu­ge­nom­men.

Berner Zeitung (Emmental) - - Schweiz - Sa­rah Fluck Aleksan­dra Hilt­mann

96 Pro­zent der 12- bis 19-Jäh­ri­gen sind täg­lich on­li­ne: un­ter der Wo­che im Schnitt rund zwei­ein­halb und am Wo­che­n­en­de vier St­un­den lang. Zu die­sem Schluss kommt die ges­tern vor­ge­stell­te Ja­mes-Stu­die. Seit 2010 be­fragt die Zürcher Hoch­schu­le für An­ge­wand­te Wis­sen­schaf­ten (ZHAW) im Auf­trag der Swiss­com al­le zwei Jah­re über 1000 Ju­gend­li­che über ihr Me­di­en­ver­hal­ten.

Be­liebt sind Strea­m­ing-Abos wie je­ne zum Vi­deo­dienst Net­flix oder der Mu­sik­platt­form Spo­ti­fy. Ein Drit­tel der Ju­gend­li­chen ver­fügt über ei­nen sol­chen Zu­gang – ei­ne Ver­dop­pe­lung zu 2014. Ga­men ge­hört wei­ter zu den be­lieb­tes­ten Tä­tig­kei­ten und be­schäf­tigt die Be­frag­ten im Schnitt rund ei­ne St­un­de pro Tag. Zu den Must-ha­ves ge­hört das Shoo­ter­spiel «Fort­ni­te». In­nert we­ni­ger Mo­na­te ist es zum be­lieb­tes­ten Ga­me auf­ge­stie­gen – un­ab­hän­gig von Al­ter und Ge­schlecht.

Knapp die Hälf­te der Ju­gend­li­chen (42%) hat schon ein­mal ei­ne frem­de In­ter­net­be­kannt­schaft ge­trof­fen. Die ge­nau­en Um­stän­de die­ser Tref­fen wa­ren nicht Ge­gen­stand der Be­fra­gung. So kön­ne es sich hier­bei auch um harm­lo­se Da­tes oder Ga­me-Par­tys ge­han­delt ha­ben, ge­ben die Ver­fas­ser an. Doch kön­nen sol­che Tref­fen von Cy­ber­groo­mern miss­braucht wer­den. Dar­un­ter ver­steht man Per­so­nen, die Min­der­jäh­ri­ge ge­zielt über das In­ter­net an­spre­chen, mit dem Ziel, se­xu­el­le Kon­tak­te an­zu­bah­nen. Da­bei wer­den Kin­der und Ju­gend­li­che be­läs­tigt und zum Ver­sen­den von Nackt­auf­nah­men oder zu Tref­fen auf­ge­for­dert.

Ge­mäss der Stu­die sah sich ein Drit­tel der Ju­gend­li­chen be­reits ein­mal mit ei­ner sol­chen Cy­ber­groo­m­ing-Si­tua­ti­on kon­fron­tiert. Dies ent­spricht ei­ner Zu­nah­me von 11 Pro­zent zu 2014. «Die Tä­ter sind vor al­lem Män­ner mit pä­do­phi­len Nei­gun­gen», sagt CoAu­to­rin Li­li­an Su­ter. Es sei wich­tig, dass Ju­gend­li­che nicht zu vie­le In­for­ma­tio­nen preis­gä­ben. So soll­ten sie nie den Wohn­ort nen­nen und sich bei ei­nem Ver­dacht Hil­fe ho­len. All­fäl­li­ge Tref­fen soll­ten an ei­nem öf­fent­li­chen Ort statt­fin­den und Per­so­nen aus dem Um­feld dar­über in­for­miert wer­den, rät Su­ter.

Ein bes­se­rer Schutz der Ju­gend­li­chen im vir­tu­el­len Raum hat im Bun­des­haus ei­nen schwe­ren Stand: Mehr­fach sind Vor­stös­se ge­schei­tert, die ei­nen Straf­tat­be­stand für das Cy­ber­groo­m­ing ein­füh­ren woll­ten. In Deutsch­land, Frank­reich und Ös­ter­reich ist die se­xu­el­le Be­läs­ti­gung von Kin­dern im Netz der­weil be­reits ein Of­fi­zi­al­de­likt.

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