Die na­men­lo­sen Hel­fers­hel­fer der SVP

Berner Zeitung (Emmental) - - Schweiz - Fa­bi­an Renz

Glos­se Die Bot­schaft der SVPPla­ka­te ist ein­deu­tig: jun­ge Men­schen vom Typ ur­ba­ner Nor­ma­lo, die ein «Ja»-Schild hoch­hal­ten, «Ja zu Selbst­be­stim­mung» – ein An­lie­gen, das sol­che Wer­be­trä­ger hat, kann nicht für Ra­di­ka­le ge­dacht sein, son­dern für Zeit­ge­nos­sen wie dich und mich. Auf ähn­li­che Su­jets set­zen die Geg­ner der Initia­ti­ve. Ei­nen Un­ter­schied frei­lich gibt es: Die Frau­en und Män­ner, die auf den Pla­ka­ten für ein Nein wer­ben, ha­ben Na­men und Be­ru­fe – et­wa Pe­ter Ho­del, Meis­ter­land­wirt, oder Au­de Pu­gin, Un­ter­neh­me­rin. Wer da­ge­gen die pro­pe­ren Men­schen auf den SVP-Pla­ka­ten sind, bleibt im Dun­keln.

Auf Nach­fra­gen re­agiert SVPNa­tio­nal­rat Tho­mas Mat­ter, ver­ant­wort­li­cher Stra­te­ge der Initi­an­ten, un­ge­hal­ten: Das sei ir­re­le­vant, und er ha­be ein Un­ter­neh­men zu füh­ren. Marcel Durst wie­der­um, Chef der zu­stän­di­gen Wer­be­agen­tur Ko­met, lässt aus­rich­ten, man un­ter­ste­he ge­gen­über den Kun­den der Schwei­ge­pflicht, «dan­ke fürs Ver­ständ­nis».

Der Be­trach­ter der Pla­ka­te darf al­so sei­ne Fan­ta­sie spie­len las­sen. Sind es en­ga­gier­te Bür­ge­rin­nen oder be­zahl­te Mo­dels? Aus der Schweiz oder dem et­was preis­wer­te­ren Aus­land? Wie ge­sagt, al­les ir­re­le­vant. Es geht ja um ei­ne Selbst­be­stim­mungs-, nicht um ei­ne Zu­wan­de­rungs­und erst recht nicht um ei­ne Trans­pa­ren­z­in­itia­ti­ve.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.