Kin­der­por­no­gra­fie: Ver­zö­ge­rung durch Ber­ner Be­hör­den

223 An­trä­ge für Aus- und Um­bau­ten sind beim Re­gie­rungs­statt­hal­ter­amt im ver­gan­ge­nen Jahr ein­ge­trof­fen. Auch im Gast­ge­wer­be scheint der Trend un­ge­bro­chen.

Berner Zeitung (Emmental) - - Erste Seite - Chan­tal Des­biol­les

Straf­be­hör­den Ein Ver­dachts­fall von Kin­der­por­no­gra­fie beim Bund ist seit bald neun Mo­na­ten un­auf­ge­klärt lie­gen ge­blie­ben. Hin­ter­grund ist ein Streit von Straf­be­hör­den in Bern, wer für die Er­mitt­lung zu­stän­dig ist. Am 26. April 2018 hat­te das FBI der Schweiz ei­nen Hin­weis ge­schickt. Ers­te Ab­klä­run­gen des Bun­des­amts für Po­li­zei er­ga­ben, dass es sich beim Ver­däch­ti­gen um ei­nen Mit­ar­bei­ter des Aus­sen­de­par­te­ments in Ita­li­en han­delt: Er soll ver­bo­te­ne Bil­der mit Nackt­auf­nah­men und se­xu­el­len Hand­lun­gen mit Kin­dern über ei­nen Bun­des­ser­ver hoch­ge­la­den ha­ben. Seit­her ist prak­tisch nichts pas­siert. Zwar ha­ben sich fünf Be­hör­den mit dem Fall be­schäf­tigt. Doch ak­tu­ell de­bat­tiert die re­gio­na­le Staats­an­walt­schaft Bern-Mit­tel­land mit der Ber­ner Staats­an­walt­schaft für be­son­de­re Auf­ga­ben noch im­mer dar­über, wer zu­stän­dig ist. Der­weil ar­bei­tet der ver­däch­tig­te Mit­ar­bei­ter ge­mäss meh­re­ren EDAQu­el­len nach wie vor auf sei­nem Pos­ten. (ms)

Der Bau­boom in der Re­gi­on hält an. Da­von geht der Obe­ra­ar­gau­er Re­gie­rungs­statt­hal­ter Marc Häus­ler (SVP) aus, wenn er sei­ne Sta­tis­tik des letz­ten Jah­res nä­her be­trach­tet. «Wir ver­zeich­nen ein neu­es Re­kord­jahr in Sa­chen Bau», er­klär­te er vor sei­ner Che­fin, Re­gie­rungs­rä­tin Evi Al­le­mann (SP), so­wie den Obe­ra­ar­gau­er Ge­mein­de­ex­po­nen­ten und Be­hör­den­mit­glie­dern, die er zum Neu­jahrs­apé­ro ge­la­den hat­te. «Und das, ob­schon wir ei­nen gros­sen Leer­woh­nungs­be­stand ver­zeich­nen. Aber ir­gend­wann steht kein Land mehr zur Ver­fü­gung», stell­te Häus­ler fest. 223 Bau­be­wil­li­gun­gen sind im ver­gan­ge­nen Jahr beim Statt­hal­ter­amt ein­ge­gan­gen, das sind 13 mehr als im Vor­jahr. Er­le­digt wur­den 207 (2017: 209). Hän­gig per En­de Jahr wa­ren de­ren 81, auch die­ser Wert liegt deut­lich hö­her als in den Vor­jah­ren. Und das, so viel lässt sich er­ah­nen, ist nur die Spit­ze des Eis­bergs. Auch die Ge­mein­den wi­ckeln kon­ti­nu­ier­lich mehr Bau­ge­su­che ab. Gros­se Viel­falt und re­ger Be­trieb: Das at­tes­tiert die Sta­tis­tik auch dem Gast­ge­wer­be. 639 Be­trie­be fal­len un­ter die Zu­stän­dig­keit des Obe­ra­ar­gau­er Re­gie­rungs­statt­hal­ter­am­tes. Das sind tat­säch­lich 15 mehr als En­de 2017. «Die Zahl steigt, aus wel­chen Grün­den auch im­mer», so Häus­ler. Ge­fes­tet wer­de eben­falls sehr ger­ne, stell­te er fest: 884 Ein­zel­be­wil­li­gun­gen wur­den aus­ge­stellt.

We­nig Be­schwer­den

Ein ganz und gar durch­schnitt­li­ches Jahr sei 2018 mit Blick auf die Ver­wal­tungs­rechts­pfle­ge ge­we­sen, bi­lan­zier­te Häus­ler. 38 Be­schwer­den sind beim Statt­hal­ter­amt ein­ge­trof­fen, 35 wur­den er­le­digt. 16 Ent­schei­de fäll­te die obers­te kan­to­na­le In­stanz im Ver­wal­tungs­kreis Obe­ra­ar­gau, wei­te­re 18 schrieb sie ab. 5 die­ser Bau­be­wil­li­gungs­ent­schei­de wur­den an das Ver­wal­tungs­ge­richt wei­ter­ge­zo­gen. Die nächst­hö­he­re In­stanz hiess je­doch nicht ei­ne ein­zi­ge die­ser Be­schwer­den gut. Das­sel­be gilt für Gast­ge­wer­be und bäu­er­li­ches Bo­den­recht, von 1011 Ent­schei­den wur­de le­dig­lich ei­ner an­ge­foch­ten – oh­ne Er­folg.

Neue Auf­ga­ben

Auf sei­nen «Ge­mischt­wa­ren­la­den», wie ihn Häus­ler nann­te, kom­men neue Auf­ga­ben zu: Ab die­sem Jahr liegt die Ver­ant­wor­tung für so­ge­nann­te Ex­mis­sio­nen, al­so Zwangs­räu­mun­gen, eben­falls beim Statt­hal­ter­amt. Da­für ha­be man 10 Pro­zent mehr Res­sour­cen er­hal­ten, hielt Marc Häus­ler fest. Er be­ton­te die Be­deu­tung der Un­ter­stüt­zung der Ge­mein­den, um die­se Auf­ga­be be­wäl­ti­gen zu kön­nen. Zu tun ge­ben auch die Neue­run­gen der über­ar­bei­te­ten Gast­ge­wer­be­ver­ord­nung. Al­le Statt­hal­ter­äm­ter und das Be­co Ber­ner Wirt­schaft ar­bei­ten an ei­ner Wei­sung für neue Über­nach­tungs­for­men wie et­wa Airb­nb. Bis­her sind über die­se Platt­form ver­mie­te­te Woh­nun­gen vom Be­wil­li­gungs­ra­dar nicht er­fasst wor­den. An Flug­hö­he ge­won­nen hat das Pro­jekt zum Ge­fähr­dungs­ma­nage­ment (wir be­rich­te­ten). Marc Häus­ler hat die Lei­tung ei­nes Teil­pro­jekts über­nom­men. Nun wol­le der Bund die Fra­ge­stel­lung über­neh­men. In die­sem Pro­jekt geht es dar­um, ein Vor­ge­hen zu fin­den, da bei Ge­fähr­dern heu­te oh­ne Vor­ge­schich­te kei­ne In­ter­ven­ti­on mög­lich ist. Häus­ler: «Das ist der rich­ti­ge Weg, die­se Lü­cke zu schlies­sen, ehe et­was pas­siert.»

«Die Zahl steigt, aus wel­chen Grün­den auch im­mer.» Marc Häus­ler (SVP) Obe­ra­ar­gau­er Statt­hal­ter

Fo­to: Olaf Nör­ren­berg

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