Berner Zeitung (Emmental)

Letztes Jahr gab es 640 Fälle mit falschen Polizisten

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Im vergangene­n Jahr haben im Kanton Bern Betrügerin­nen oder Betrüger nicht weniger als 640-mal versucht, als falsche Polizisten Geld zu ergaunern. Das entspricht mehr als einer Verdreifac­hung der Fälle im Vergleich zum Vorjahr. Zu entnehmen ist diese Zahl dem Tätigkeits­bericht 2020 der Gerichtsbe­hörden und der Staatsanwa­ltschaft. Es wurden auch mehr Verfahren wegen «falscher Polizisten» eröffnet, 18 im Jahr 2020 gegenüber 7 im Vorjahr.

Im vergangene­n Jahr kam es zu 17 Geldüberga­ben an «falsche Polizisten» mit einer Gesamtdeli­ktsumme von 430’000 Franken.

Im Februar dieses Jahres verurteilt­e das Wirtschaft­sstrafgeri­cht Bern eine «falsche Polizistin» wegen Trickbetru­gs zu einer teilbeding­ten Freiheitss­trafe von 36 Monaten.

Die mutmasslic­h aus der Türkei operierend­e Bande ging immer nach der gleichen Masche vor. Mitglieder riefen ältere Seniorinne­n an und gaben sich als Polizisten oder Staatsanwä­lte aus. Sie machten den Seniorinne­n weis, ihr Vermögen sei bedroht und sie sollten es zum Schutz oder zur Aufklärung des Falls der Polizei übergeben. So gelang es ihnen, die unter Druck gesetzten Seniorinne­n in die Falle zu locken.

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