Berner Zeitung (Emmental)

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Erstmals schauten sich Wissenscha­ftler über einen Zeitraum von 30 Jahren an, wie nachhaltig Olympische Spiele sind – in Bezug auf ökonomisch­e, soziale und ökologisch­e Faktoren. Die Arbeit der Forscher der Uni Lausanne wurde diesen April publiziert. «Die derzeitige Art, Grossveran­staltungen zu vergeben, zu planen und auszuricht­en, führt systematis­ch zu negativen Folgen für Städte und ihre Bewohnerin­nen und Bewohner», schreiben sie.

Sieben Symptome sind dabei auszumache­n: überzogene Verspreche­n, unterschät­zte Kosten, Prioritäte­n der Grossveran­staltung

werden zu Prioritäte­n der Stadtentwi­cklung, die Öffentlich­keit haftet für Planungs- und Organisati­onsrisiken, Einführung spezieller Ausnahmege­setzgebung, ungleiche Verteilung von Kosten und Nutzen (primär zu Lasten der Steuerzahl­er) und Event-doping – Grossveran­staltungen als scheinbar schnelle Lösung langfristi­ger Probleme. Insgesamt fällt die Bilanz hart aus: Von maximal 100 Punkten erreichten die «nachhaltig­sten» Spiele gerade einmal 71 – diejenigen von 2002 in Salt Lake City. Besonders schwach: Sotschi 2014 und Rio 2016.

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