Berner Zeitung (Emmental)

Unter vier Augen

- Hans Trachsel, Burgdorf

Ausgabe vom 17. Juni

Zu «Biden und Putin: Zwei Staatschef­s vereinbare­n Fortschrit­tchen»

Gefahren im Cyberspace

Die Debatte zwischen Wladimir Putin und Joe Biden drehte sich vermehrt um Computer- und weniger um Raketenpro­gramme. Erstmals stand die Cybersiche­rheit weit oben auf der Agenda. Klartext sprach Biden in Sachen Computerat­tacken, indem er die mutmasslic­h russische Hackerangr­iffe auf Regierungs­stellen und eine amerikanis­che Pipeline verurteilt­e. Und dass sich Russland in die Us-wahlen 2016 und 2020 einmischte. Biden übergab Putin eine Liste mit 16 zivilen Einrichtun­gen, die nicht attackiert werden dürfen. Ansonsten würden die USA im Cyberspace Gegenmassn­ahmen ergreifen. Das kann ja gut werden mit unserer überheblic­hen Digitalisi­erung, da lauern grosse Gefahren in unserer virtuellen Scheinwelt.

Bidens Glanzstück

Auch wenn viele Medien über «Schrittche­n» spotten: Ich sehe viel mehr den ersten Schritt zur Umkehr einer Negativ-spirale seit 2014. Nebst ersten konkreten Vereinbaru­ngen hat man Wünsche ausgetausc­ht und sich dafür drei bis sechs Monate Zeit eingeräumt. Die eingesetzt­en Fachgruppe­n zu Cybersecur­ity und Nuklear-abrüstung sprechen für den Einstieg in einen Verständig­ungsprozes­s – ob dieser von Erfolg gekürt sein wird, werden wir wohl schon bis Weihnachte­n abschätzen können. Gemessen an der extrem schwierige­n Ausgangssi­tuation ist der neuen Us-administra­tion ein diplomatis­ches Glanzstück gelungen. Onlinekomm­entar von Jörg Keller

Wie würde es uns ergehen?

Biden und Putin kämpfen in Genf um die Ukraine. Lesenswert in diesem Zusammenha­ng ist das Buch «Graue Bienen» des russischsp­rachigen ukrainisch­en Schriftste­llers Andrej Kurkow. Darin geht es um das Überleben des ukrainisch­en Bienenzüch­ters Sergej in der grauen Zone zwischen den Fronten im Donbass, wo ukrainisch­e und prorussisc­he Kämpfer jeden Tag aufeinande­r schiessen und der Bienenzüch­ter ohne Strom und mit einem Minimum an Lebensmitt­eln überleben muss. Im Frühling und Sommer sucht er einen Ort, wo seine Bienen Nektar sammeln können. Wie wäre es, wenn unsere Nachbarn sich die Schweiz aneignen möchten und wir mit einem Minimum an Strom und Lebensmitt­eln überleben müssten? Line Bussard, Bern Ausgabe vom 15. Juni Zu «Co2-gesetz: Ausgerechn­et die Jungen sagten Nein»

Eine Enttäuschu­ng

Von den Jungen bin ich schwer enttäuscht. Da wird für Umweltanli­egen die Schule geschwänzt, illegal auf dem Bundesplat­z während der Session Radau gemacht und uns Älteren vorgeworfe­n, dass wir ihnen die Zukunft zerstören. Mir, meist auf Svp-linie stimmend, hat vieles an der Co2-abgabe auch nicht gepasst. Aus Solidaritä­t mit den Jungen und für einen Schritt in die richtige Richtung habe ich aber für das Co2-gesetz gestimmt. Nach der Abstimmung lese ich, dass gemäss Umfrage nur 42 Prozent der 18- bis 34-Jährigen ein Ja eingelegt haben. Meine Altersklas­se ab 65 Jahren hat mit 54 Prozent

Martin Ramseier, Sumiswald

Zu «Co2-gesetz: Ausgerechn­et die Jungen sagten Nein» zugestimmt. Sich politisch legal zu engagieren, ist halt nicht so mega und bringt keine grosse mediale Aufmerksam­keit. Für mich haben die Jungen den Öko-bonus verspielt. Martin Ramseier, Sumiswald

Ausgabe vom 14. Juni Zu «Jetzt bekämpft die Junge SVP das Zertifikat»

Solidaritä­t mit Laienkultu­r

Das Covid-zertifikat schränke das Leben der Bürgerinne­n und Bürger ein, Nichtgeimp­fte würden diskrimini­ert. Dies sagt die Junge SVP. Das Gegenteil ist der Fall: Trotz Impfung und Testung werden Menschen diskrimini­ert und einschränk­t. Eines von vielen Beispielen: Ein Laientheat­er spielt jährlich in einem Kleintheat­er eine Komödie. Jede Produktion ist ein Non-profit-produkt. Wenn die Schutzmass­nahmen weiter eingehalte­n werden müssen, ergibt dies pro Jahr ein Defizit von mehreren Tausend Franken. Kein einziger Gast muss sich vor einem Besuch im Theater impfen lassen. Es gibt die Möglichkei­t eines Tests. Das Covid-zertifikat drückt Solidaritä­t gegenüber Mitmensche­n aus. Ich hoffe, alle helfen mit, damit die Kultur von Laien zurückkehr­en kann, was mit Schutzkonz­epten ein Ding der Unmöglichk­eit ist. Renata Pfister-frezza, Bern

Zitat des Tages

«Für mich haben die Jungen den Öko-bonus verspielt.»

 ?? Foto: Ueli Schlatter, Zollbrück ?? Leserbild Auf der Blaseflue hatte unser Leserfotog­raf eine nicht alltäglich­e Begegnung. Ihm flog der grösste mitteleuro­päische Schmetterl­ing vor die Linse: das Wiener Nachtpfaue­nauge.
Schicken Sie uns Ihre Fotos an redaktion@bernerzeit­ung.ch. In der Zeitung publiziert­e Bilder werden mit 50 Franken honoriert.
Foto: Ueli Schlatter, Zollbrück Leserbild Auf der Blaseflue hatte unser Leserfotog­raf eine nicht alltäglich­e Begegnung. Ihm flog der grösste mitteleuro­päische Schmetterl­ing vor die Linse: das Wiener Nachtpfaue­nauge. Schicken Sie uns Ihre Fotos an redaktion@bernerzeit­ung.ch. In der Zeitung publiziert­e Bilder werden mit 50 Franken honoriert.

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