«Ho­he Frei­gren­zen sind nicht ge­set­zes­kon­form»

Berner Zeitung (Stadt) - - Region -

Je­de Ge­mein­de muss die Ab­schöp­fung von Pla­nungs­mehr­wer­ten re­geln (sie­he Haupt­text). Bei Ein­zo­nun­gen macht das kan­to­na­le Bau­ge­setz ver­bind­li­che Vor­ga­ben: Die Ab­ga­be muss min­des­tens 20 und darf höchs­tens 50 Pro­zent be­tra­gen; hat ei­ne Ge­mein­de kein ei­ge­nes Re­gle­ment, gel­ten 20 Pro­zent; liegt der Mehr­wert un­ter 20 000 Fran­ken, fällt kei­ne Ab­ga­be an. Die­se Frei­gren­ze ist bei Ein­zo­nun­gen fix vor­ge­ge­ben. Bei Um- und Auf­zo­nun­gen muss die Ab­ga­be zwi­schen 20 und 40 Pro­zent lie­gen – aus­ser ei­ne Ge­mein­de ver­zich­te ganz dar­auf.

Falls in ei­ner Ge­mein­de bei Auf­zo­nun­gen ei­ne Mehr­wert­ab­ga­be ver­langt wird, gibt der Kan­ton wie­der­um ei­ne Frei­gren­ze von 20 000 Fran­ken vor. Wie der «Bund» ges­tern be­rich­te­te, ist al­ler­dings um­strit­ten, ob es sich da­bei um ei­ne fa­kul­ta­ti­ve oder ei­ne ver­bind­li­che Vor­ga­be han­delt. So ha­ben et­wa Kö­niz und Moos­see­dorf ei­ne Frei­gren­ze von 150 000 Fran­ken be­schlos­sen, Belp und Mün­chen­buch­see ei­ne von 100 000 Fran­ken. Ge­gen­über dem «Bund» kri­ti­sier­te Daniel Wach­ter, Vor­ste­her des kan­to­na­len Amts für Ge­mein­den und Raum­ord­nung, die­se Pra­xis. «Ho­he Frei­gren­zen sind nicht ge­set­zes­kon­form», sag­te er. Im Gros­sen Rat sind zwei Mo­tio­nen hän­gig, die zu ei­ner Klä­rung des Sach­ver­halts bei­tra­gen soll­ten. hae

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