Ein Punkt, der kei­ne Freu­de macht

Eis­ho­ckey Die SCL Ti­gers ha­ben ge­gen die ZSC Li­ons 2:0 und 3:2 ge­führt, im Pen­al­ty­schies­sen vor­ge­legt und am En­de doch ver­lo­ren (3:4 n.P.).

Berner Zeitung (Stadt) - - Sport - Adri­an Ruch

Ale­xei Dos­toi­nov hat die Chan­ce, die SCL Ti­gers mit dem zehn­ten Pen­al­ty zum Sieg zu schies­sen. Doch er schei­tert an Lu­kas Schle­gel, Go­a­lie der ZSC Li­ons. Kurz dar­auf sorgt Pi­us Su­ter für die Ent­schei­dung zu­guns­ten des Meis­ters. Der Cen­ter be­zwingt Da­mia­no Ciac­cio auch mit dem zwei­ten Ver­such. Die 3:4-Nie­der­la­ge ist für die Langnau­er ei­ne bit­te­re Pil­le. Da­bei hät­te es ein so schö­ner Abend wer­den kön­nen, mit Sie­gesju­bel und ei­nem spe­zi­el­len An­fang.

So ganz will der Fun­ke nicht aufs Pu­bli­kum über­sprin­gen. Vi­el­leicht liegt es dar­an, dass Gölä und sei­ne drei Mu­si­ker den neu­en SCL-Fan­song «Ei­nisch Ti­ger – im­mer Ti­ger» in der Il­fis­hal­le nicht live, son­dern per Play­back dar­bie­ten. Der Grund könn­te aber auch ein an­de­rer sein: Der Mun­d­ar­tro­cker gibt zu, zum Eis­ho­ckey kei­nen Be­zug zu ha­ben. «Ich has­se Win­ter», hält er oh­ne Um­schwei­fe fest. Er sagt aber auch, es ha­be ihm kei­ne Mü­he be­rei­tet, ein pas­sen­des Lied zu schrei­ben. Er ha­be an die Fil­me «Top Gun» und «Ram­bo» ge­dacht und sich ge­sagt: «Wir müs­sen ei­ne Kampf­hym­ne ha­ben.»

Von der Ei­gen­wahr­neh­mung her pas­sen Gölä und der Eis­ho­ckey­club aus dem Em­men­tal ganz gut zu­sam­men. Der Opp­li­ger sieht sich be­kannt­lich als Büe­zer und Aus­sen­sei­ter. Und Ver­tei­di­ger Fe­de­ri­co Lar­di hat das Ti­gers-Ho­ckey in der «Wo­chen-Zei­tung» so de­fi­niert: «Wir sind nicht da zum Zau­bern, wir müs­sen uns die Sie­ge er­kämp­fen. Wir müs­sen lau­fen und in den Ecken Schei­ben aus­gra­ben. Un­ser Sys­tem ba­siert dar­auf, dass al­le ein­an­der hel­fen und sich un­ter­stüt­zen.» Als Gölä das Eis ver­lässt, be­glei­tet ihn Ap­plaus, wenn auch kein von En­thu­si­as­mus ge­präg­ter. Doch schon bald er­reicht die Stim­mung ei­nen ers­ten Hö­he­punkt. Cool im Pen­al­ty­schies­sen: Pi­us Su­ter be­zwingt Ti­gers-Go­a­lie Da­mia­no Ciac­cio gleich zwei­mal.

Dos­toi­nov pro­fi­tiert von ei­nem ka­pi­ta­len Fehl­pass Fre­drik Pet­ters­sons und sorgt für das 1:0.

2:0 und 3:2 ge­führt

Kurz vor Ab­schluss des ers­ten Drit­tels lässt Chris DiDo­me­ni­co die Ver­tei­di­ger des Meis­ters ur­alt aus­se­hen. Er tanzt zwei Ge­gen­spie­ler aus und be­dient Har­ri Pe­so­nen, wel­cher die Schei­be un­halt­bar in die ho­he Ecke drischt. In der Pau­se dürf­te bei den Ti­gers-An­hän­gern we­ni­ger Göläs Kurz­auf­tritt als die Vor­freu­de auf ei­nen wei­te­ren Sieg ge­gen den Gross­club aus Zürich das Haupt­the­ma sein. Denn mit den Li­ons ha­ben sich die Ti­gers in der lau­fen­den Sai­son Gölä tritt im Ti­gers-Tri­kot auf und fährt da­nach gleich nach Hau­se.

schon drei­mal du­el­liert und so­wohl die zwei Meis­ter­schafts­par­ti­en als auch den Cu­pach­tel­fi­nal ge­won­nen. Was soll da noch pas­sie­ren?

Zum Bei­spiel, dass die Kon­zen­tra­ti­on et­was nach­lässt. Die Gast­ge­ber sind bei Voll­be­stand zwar auch nach dem Sei­ten­wech­sel bes­ser, aber sie leis­ten sich eben auch die ei­ne oder an­de­re Un­dis­zi­pli­niert­heit. Vier­mal wird ein Langnau­er auf die Straf­bank ge­schickt, zwei­mal ge­lingt den Be­su­chern im Po­wer­play ein Tref­fer. So steht die Par­tie auf Mes­sers Schnei­de. Und als Pe­so­nen von den Schieds­rich­tern ei­ne zwei­mi­nü­ti­ge Denk­pau­se ver­ord­net be­kommt, sieht es für die Ein­hei­mi­schen nicht mehr so gut aus. Doch No­lan Diem sti­bitzt an der blau­en Li­nie Ke­vin Klein, ZSC-Ver­tei­di­ger mit 700 Spie­len NHL-Er­fah­rung, den Puck, läuft übers Feld und schiesst das 3:2. Die Gäs­te glei­chen er­neut aus und kön­nen am En­de der re­gu­lä­ren Spiel­zeit und zu Be­ginn der Ver­län­ge­rung ein­mal mehr in Über­zahl agie­ren.

Doch die Ti­gers ha­ben in der Over­ti­me die bes­se­ren Chan­cen. Letzt­lich ent­schei­det das Pen­al­ty­schies­sen aber zu­guns­ten der Zürcher. Gölä be­kommt das nicht mehr mit, hat er doch vor dem Match er­klärt, er sei sehr mü­de und fah­re nach sei­nem Auf­tritt um­ge­hend nach Hau­se.

Fo­to: Mar­cel Bie­ri (Keystone)

Fo­to: Mar­cel Bie­ri (Keystone)

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