Ein Zwi­schen­spurt, und al­les war an­ders

Eis­ho­ckey Der SC Bern tut in Rap­pers­wil-Jo­na nur das Nö­tigs­te, er ge­winnt aber trotz Fehl­start pro­blem­los 2:1.

Berner Zeitung (Stadt) - - Sport - Kris­ti­an Kapp

Es war am En­de ein Pflicht­sieg, ein Ar­beits­sieg, Be­zeich­nun­gen für sol­che An­ge­le­gen­hei­ten gibt es vie­le. Wo­bei, das mit der Ar­beit, das traf erst ab dem Mit­tel­drit­tel zu, die ers­ten 20 Mi­nu­ten wa­ren aus Ber­ner Sicht Eis­ho­ckey zum Ver­ges­sen. «Du kannst nicht sa­gen, dass wir heu­te zwei Ver­sio­nen des SCB sa­hen. Weil das, was wir im ers­ten Drit­tel zeig­ten, das kann man nicht wirk­lich <SCB> nen­nen.» Berns Cap­tain Si­mon Mo­ser fass­te das poin­tiert zu­sam­men.

Pflicht oder Ar­beit, es war auch ein Gek­nor­ze, das nicht un­lo­gisch war. Spielt der Le­a­der in ei­ner Dop­pel­run­de zwei Mal ge­gen den Letz­ten, dann ist das in Tat und Wahr­heit ei­ne grös­se­re Her­aus­for­de­rung, als sie auf dem Pa­pier er­scheint. Und dass sich der SCB wohl eher auf ei­nen ein­fa­chen Sieg, denn auf ei­nen gros­sen Fight ein­ge­stellt hat­te, be­wies die Start­pha­se deut­lich. Da spiel­te fast nur das Heim­team. Ja, das sei auch ei­ne «Kopf­Sa­che» ge­we­sen, sag­te Mo­ser. Aber nicht nur: «Es schien, als wür­den wir auch zu we­nig Schlitt­schuh lau­fen, der Geg­ner war im­mer schnel­ler bei den frei­en Pucks. Ab dem Mit­tel­drit­tel lief un­ser Mo­tor.»

Zwei Mal schnel­ler re­agiert

Und dann wur­de der Abend für die Rap­pers­wil-Jo­na La­kers doch noch zu ei­nem wei­te­ren frus­trie­ren­des Er­leb­nis. Sie hat­ten den Le­a­der lan­ge in Schach ge­hal­ten, da­bei ih­re Auf­wärts­ten­denz in den letz­ten Par­ti­en be­stä­tigt, 1:0 ge­führt. Dann reich­te kurz vor Spiel­mit­te ein kur­zer Zwi­schen­spurt des SCB, und al­les war an­ders. Si­mon Mo­ser im Po­wer­play und Mark Ar­co­bel­lo re­agier­ten im Slot je­weils schnel­ler auf frei lie­gen­de Pucks als der Geg­ner, kei­ne zwei Mi­nu­ten ver­gin­gen zwi­schen den bei­den Tref­fern und Bern führ­te 2:1.

Das Mit­tel­drit­tel, es ge­hör­te ge­ne­rell dem SC Bern. Nicht, dass sein Autftritt be­rau­schend oder In Be­dräng­nis: Leo­nar­do Ge­no­ni.

wirk­lich über­zeu­gend ge­we­sen wä­re, doch end­lich war er­sicht­lich, dass hier der Ers­te beim Letz­ten spiel­te. Die 18:3 Schüs­se zu­guns­ten Berns wa­ren ein In­diz, der Wil­le, di­rek­ter aufs Tor zu ge­hen ein an­de­rer. Das reich­te, im Schluss­drit­tel brach­te der SCB das 2:1 pro­blem­los über die Zeit. Er tat ge­ra­de ge­nug, um nicht den Vor­wurf des Ver­wal­tens sich ge­fal­len las­sen zu müs­sen. «Aber ein oder zwei wei­te­re To­re wä­ren den­noch wün­schens­wert ge­we­sen», sag­te Mo­ser. Doch auch er konn­te zu­frie­den kon­sta­tie­ren, dass der SCB nichts mehr zu­liess: Auch im Schluss­drit­tel wur­den nur drei Schüs­se auf SCB-Go­a­lie Leo­nar­do Ge­no­ni no­tiert.

Doch die­ser Be­ginn, er darf für die heu­ti­ge Re­van­che in Bern nicht un­ter den Tep­pich ge­kehrt wer­den. Die La­kers war­fen in die Waag­scha­le: Lei­den­schaft und das biss­chen spie­le­ri­sche Ele­ment, das im Ta­bel­len­letz­ten steckt. Das reich­te, um ei­nen un­in­spi­rier­ten SCB zu do­mi­nie­ren. Spä­tes­tens im An­griffs­drit­tel ver­fing sich der Le­a­der im geg­ne­ri­schen Ab­wehr­netz, meis­tens war der An­griffs­ver­such schon in der Mit­tel­zo­ne zu En­de. Die Harm­lo­sig­keit in der Of­fen­si­ve wur­de auf dem of­fi­zi­el­len Schuss­blatt be­stä­tigt: Der SCB brach­te in den ers­ten 20 Mi­nu­ten kei­nen Schuss aus ge­fähr­li­cher Po­si­ti­on zu­stan­de. Das könn­te mit ei­ner Por­ti­on Zy­nik fast schon als Kunst be­zeich­net wer­den … Swiss Le­ague

Fo­to: Wal­ter Bie­ri (Keystone)

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