Ei­ne Tra­gö­die er­schüt­tert Adel­bo­den

Fünf jun­ge Adel­bod­ner und ein wei­te­rer Schwei­zer sind am Sams­tag bei ei­nem Ver­kehrs­un­fall in Schwe­den ums Le­ben ge­kom­men. Zu­dem wur­de ein Adel­bod­ner ver­letzt.

Berner Zeitung (Stadt) - - Re­gi­on - Ste­fan Schny­der / jez/nag/sda

Es ist ei­ne Tra­gö­die für Adel­bo­den: Fünf jun­ge Män­ner aus dem Dorf und ein wei­te­rer Schwei­zer sind am Sams­tag bei ei­nem Ver­kehrs­un­fall in Nord­schwe­den ge­stor­ben. Ein wei­te­rer Adel­bod­ner wur­de beim Un­fall ver­letzt. Die Ge­mein­de hat dies am Sonn­tag be­stä­tigt. «Für

das gan­ze Dorf ist die trau­ri­ge Nach­richt ein gros­ser Schock», schrieb der Ge­mein­de­rat in ei­ner Mit­tei­lung. Auch der Re­gie­rungs­rat des Kan­tons Bern und Bun­des­rat Igna­zio Cas­sis spra­chen den An­ge­hö­ri­gen ihr Bei­leid aus.

Die 19 bis 29 Jah­re al­ten Op­fer kann­ten sich of­fen­bar von zwei frei­kirch­li­chen Glau­bens­ge­mein­schaf­ten her. Die Freun­de wa­ren

nach Weih­nach­ten nach Nord­skan­di­na­vi­en auf­ge­bro­chen. Sie woll­ten dort die Nord­lich­ter be­ob­ach­ten und Sport trei­ben. Sie wa­ren in ei­nem Mi­ni­bus un­ter­wegs, als es zum fa­ta­len Zu­sam­men­stoss mit dem Last­wa­gen kam. Of­fen­bar war die Stras­se ver­eist, und es blies ein star­ker Wind. Das Eid­ge­nös­si­sche De­par­te­ment für aus­wär­ti­ge An­ge­le­gen­hei­ten hat ei­ne Mit­ar­bei­te­rin vor Ort ge­schickt.

Das Dra­ma er­eig­ne­te sich am Wo­che­n­en­de, an dem in Adel­bo­den die Welt­cup­ren­nen statt­fan­den. Das Or­ga­ni­sa­ti­ons­ko­mi­tee wur­de am Sonn­tag wäh­rend des ers­ten Laufs of­fi­zi­ell dar­über in­for­miert. Es ent­schied, ei­ne Schwei­ge­mi­nu­te ab­zu­hal­ten, und sag­te Fei­ern ab.

Gros­se Tra­gik in Adel­bo­den. Und das aus­ge­rech­net am Welt­cup­wo­chen­en­de. Am Sams­tag­mor­gen sind fünf Adel­bod­ner und ei­ne wei­te­re Per­son bei ei­nem Ver­kehrs­un­fall in der Nä­he der nord­schwe­di­schen Stadt Kiru­na ge­stor­ben. Sie wa­ren zwi­schen 20 und 29 Jah­re alt. Ein sechs­ter Adel­bod­ner wur­de beim Un­fall ver­letzt. Das hat die Ge­mein­de Adel­bo­den am Sonn­tag­nach­mit­tag in ei­ner Me­di­en­mit­tei­lung be­stä­tigt.

Die Ge­mein­de­be­hör­de ha­be mit «gros­ser Be­trof­fen­heit vom schwe­ren Ver­kehrs­un­fall in Schwe­den ver­nom­men», schreibt sie. Für wei­te­re Aus­künf­te über die Op­fer stand Ge­mein­de­prä­si­dent Da­ni­el von All­men nicht zur Ver­fü­gung. Das sechs­te To­des­op­fer stammt eben­falls aus der Schweiz. Ob es sich auch um ei­nen Ber­ner Ober­län­der han­delt, woll­te we­der das Eid­ge­nös­si­sche De­par­te­ment für aus­wär­ti­ge An­ge­le­gen­hei­ten noch die Kan­tons­po­li­zei Bern be­kannt ge­ben.

Bun­des­rat kon­do­liert

Der Ge­mein­de­rat Adel­bo­den sprach in der Mit­tei­lung den An­ge­hö­ri­gen der Op­fer und des Ver­letz­ten sein «tiefst­emp­fun­de­nes Bei­leid und Mit­ge­fühl» aus. Und füg­te an: «Für das gan­ze Dorf ist die trau­ri­ge Nach­richt ein gros­ser Schock!» Wei­ter hielt der Ge­mein­de­rat fest, dass er den Fa­mi­li­en bei Fra­gen je­der­zeit zur Ver­fü­gung ste­he. Über das Da­tum und die Form der Trau­er­fei­er­lich­kei­ten sind noch kei­ne Ent­schei­de ge­fällt wor­den.

Auch Bun­des­rat und Aus­sen­mi­nis­ter Igna­zio Cas­sis sprach den An­ge­hö­ri­gen der Op­fer und des ver­letz­ten Schwei­zers «im Na­men des Bun­des­ra­tes sein tief emp­fun­de­nes Mit­ge­fühl» aus. Und der Re­gie­rungs­rat des Kan­tons Bern wünsch­te den An­ge­hö­ri­gen der Op­fer «in den schwe­ren St­un­den viel Kraft».

Welt­cup-OK re­agier­te

Laut Blick.ch ge­hör­ten die Mit­glie­der der Rei­se­grup­pe zwei frei­kirch­li­chen Glau­bens­ge­mein­schaf­ten an, dar­un­ter der Ge­mein­de für Chris­tus. Sie wa­ren al­le be­geis­ter­te Schnee­sport­ler. Nach Weih­nach­ten wa­ren sie nach Skan­di­na­vi­en auf­ge­bro­chen, um die Nord­lich­ter zu be­ob­ach­ten

und um Sport zu trei­ben. Sie hat­ten ge­plant, am Mon­tag wie­der ih­re Ar­beit auf­zu­neh­men.

Der Un­fall ge­schah aus­ge­rech­net am Welt­cup­wo­chen­en­de in Adel­bo­den. Die Or­ga­ni­sa­to­ren hal­ten in ei­ner Mit­tei­lung fest, dass sie am Sonn­tag von «of­fi­zi­el­ler Stel­le wäh­rend des ers­ten Laufs über den tra­gi­schen Un­fall in Schwe­den in­for­miert» wor­den sei­en. Die Ver­an­stal­ter

re­agier­ten auf das tra­gi­sche Er­eig­nis, in­dem sie am Sonn­tag­nach­mit­tag ei­ne Schwei­ge­mi­nu­te für die Op­fer ein­leg­ten. Zu­dem sag­ten sie ges­tern Nach­mit­tag die Fes­ti­vi­tä­ten am Rand des Ren­nens ab.

«Für das gan­ze Dorf ist die trau­ri­ge Nach­richt ein gros­ser Schock!» Ge­mein­de­rat von Adel­bo­den

Or­kan und glat­te Fahr­bahn

Die of­fi­zi­el­len In­for­ma­tio­nen zum Un­fall­her­gang wa­ren bis ges­tern spär­lich. Am bes­ten dar­über in­for­miert ist die schwe­di­sche Zei­tung «Af­ton­bla­det». Laut die­ser Qu­el­le wa­ren die jun­gen Leu­te in ei­nem Klein­bus un­ter­wegs, als sie am frü­hen Sams­tag­mor­gen fron­tal mit ei­nem Last­wa­gen kol­li­dier­ten. Das Fahr­zeug wur­de da­bei of­fen­bar in ei­nen Gr­a­ben ge­schleu­dert.

Die Ver­kehrs­ver­hält­nis­se zum Un­fall­zeit­punkt sei­en schwie­rig ge­we­sen. Die Stras­se war glatt, es war dun­kel, und der Wind blies in Or­k­an­stär­ke. Wei­te­re Hin­wei­se er­hofft sich die schwe­di­sche Po­li­zei vom Last­wa­gen­fah­rer und vom über­le­ben­den Schwei­zer. Bei­de ha­ben ei­nen Schock er­lit­ten. Der Last­wa­gen­fah­rer blieb beim Un­fall un­ver­letzt. Er war für das Berg­bau­un­ter­neh­men Kau­nis Iron un­ter­wegs. «Die Fa­mi­li­en sind be­nach­rich­tigt, aber die of­fi­zi­el­le Iden­ti­fi­zie­rung der Op­fer ist noch nicht ab­ge­schlos­sen», sag­te die schwe­di­sche Po­li­zei­spre­che­rin Ma­ria Ja­kobs­son zum Stand der Ar­bei­ten.

EDA-Mit­ar­bei­te­rin ist vor Ort

Das Kon­su­lar­cen­ter der Schweiz in Stock­holm sei in Kon­takt mit den Be­hör­den vor Ort und ha­be ei­ne Mit­ar­bei­te­rin in die Un­fall­re­gi­on ge­schickt, um den Fa­mi­li­en der Op­fer zur Sei­te zu ste­hen, schrieb das Eid­ge­nös­si­sche De­par­te­ment für aus­wär­ti­ge An­ge­le­gen­hei­ten (EDA). Das Kri­sen­ma­nage­ment-Zen­trum und die Kon­su­la­ri­sche Di­rek­ti­on des EDA so­wie die Bun­des­po­li­zei wür­den das Mög­li­che tun, um die An­ge­hö­ri­gen der Op­fer zu un­ter­stüt­zen, schreibt das EDA.

Fo­to: Ma­ria Engs­tröm-An­ders­son

Un­fall­stel­le in Nord­schwe­den: Ret­tungs­kräf­te be­gut­ach­ten den ver­un­fall­ten Last­wa­gen.

Fo­to: Ma­ria Engs­tröm-An­ders­son

Die Un­fall­stel­le bei Kiru­na: Ret­tungs­kräf­te ar­bei­ten beim Last­wa­gen, der in den Un­fall ver­wi­ckelt war.

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