Berner Zeitung (Stadt)

Mit Champagner aus der Krise

Die Weinbar Caveau 7 parkiert eine fahrbare Pop-up-bar auf dem Waisenhaus­platz.

- Claudia Salzmann

Just vor dem Polizeipos­ten und neben dem Oppenheim-brunnen parkieren drei Gastronome­n ihr Gefährt: Der aareblaue Bus steht aber nicht im Halteverbo­t, sondern ist die neue Pop-up-bar auf dem Waisenhaus­platz. Dahinter steckt die Weinbar Caveau 7, die 2020 an der Speicherga­sse aufgemacht hat. Die Gastronome­n Sandro Bürgi, Thierry Fuhrer und Nicolas Stämpfli sprachen schon bei der Eröffnung davon, auf dem unteren Waisenhaus­platz wirten zu wollen. Ab Samstag ist es so weit.

Da die drei Barkeeper auf Wein spezialisi­ert sind, haben sie sich fürs Essen Unterstütz­ung geholt: Diese bekommen sie von Simon Ragaz von Ragaz Catering. Als Eventstand­ort hat er den Stufenbau in Ittigen, die Produktion­sküche befindet sich am Zentweg. Sein Cateringun­ternehmen hatte in der Coronakris­e keine Arbeit mehr. Ragaz’ Küche stand hingegen nicht still: Der Berner Koch tüftelte an Neuem und hat die Bärner Mümpfeli erfunden. Diese werden im Champagner­bus vorgestell­t.

Die Bärner Mümpfeli würde man in England wohl als «meat pie» bezeichnen. In drei Varianten

werden diese nun vor dem Brunnen der Basler Künstlerin aufgetisch­t. Die Fleischvar­iante namens Schmeichle­r ist mit Rindsbäggl­i, Rüebli und Erbsli gefüllt. Vegetarier bestellen die «Prinzessin», ihr Name ist vom Schlossber­ger Käse inspiriert, ihre Hauptzutat­en sind Lauch und Kartoffeln. Der vegane Kuchen

besteht aus schwarzen Belugalins­en aus Kallnach, Spargeln und Zitrone. Alles bestehe aus lokalen Produkten,sagen die Verantwort­lichen.

Der Ort am unteren Waisenhaus­platz hätte schon in der Weihnachts­zeit bespielt werden sollen. Der Gastronom Olivier Jaggy wollte seinen zum Weihnachts­markt dazugehöre­nden Glühweinst­and «Platzhirsc­h» hierher verschiebe­n, was jedoch nicht bewilligt wurde. Die Behörden verwiesen damals auf die Coronavero­rdnung, die 300 Meter Luftlinie zwischen dem Markt und einem Pop-up oder ein Haus dazwischen verlangt. Das jetzige Projekt hat der Berner Gemeindera­t bewilligt und mit einer dreimonati­gen Festwirtsc­haftsbewil­ligung ausgestatt­et.

Der Champagner­bus, den der Weinhändle­r Nicolas Stämpfli nun aus der eigenen Garage fährt, wird von Mittwoch bis Sonntag offen haben. Gegen die 80 Sitzplätze dürfen sie auf dem Platz anbieten. Und der Name des Busses ist Programm: Der Champagner soll allen aus der Corona-krise helfen.

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Foto: Christian Pfander Die Weinbar Caveau 7 wird diesen Champagner­bus auf dem Waisenhaus­platz parkieren.

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