Berner Zeitung (Stadt)

Zentrale Datenbank für Beizenbesu­che wird untersucht

Ein Thuner Anwalt wehrt sich gegen die Gästeregis­tration im Kanton Bern.

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Die von der Berner Regierung beschlosse­ne zentrale Datenbank für Restaurant­besuche beschäftig­t das Bundesgeri­cht. In Lausanne ist eine Beschwerde gegen den entspreche­nden Passus der kantonalen Covid-19-verordnung eingereich­t worden. Gundekar Giebel, Medienspre­cher der Gesundheit­sdirektion, bestätigte eine entspreche­nde Meldung auf der Onlinesite von «20 Minuten».

Laut «20 Minuten» handelt es sich um einen Anwalt aus Thun. Im Artikel steht, dieser Jurist halte die neue Berner Regelung, welche laut Giebel schweizwei­t einzigarti­g ist, für «rechtsstaa­tlich höchst bedenklich».

Der Kanton Bern dürfe nicht anordnen, dass die Daten von Restaurant­gästen auf diese Weise gesammelt würden. Für diese Angelegenh­eit sei der Bund abschliess­end zuständig.

Kanton will Contact-tracing erleichter­n

Seit dem 10. Mai müssen Restaurant­betreiber im Kanton Bern die Daten ihrer Gäste in eine neue, zentrale Datenbank eingeben. Viele Gäste erledigen dies selbst

– mithilfe einer Handy-applikatio­n. Dort reichen ein paar Klicks, um anzugeben, wann man im Restaurant X angekommen und wann man gegangen ist.

Der Kanton Bern will möglichst lückenlos wissen, wer wann auf Restaurant­terrassen sass, um im Fall einer Ansteckung mit dem Coronaviru­s die Arbeit des Contact-tracings zu erleichter­n, also die Rückverfol­gung von Kontaktper­sonen bei erkrankten Personen.

Wie Gsi-sprecher Giebel am Freitag weiter sagte, ziehen die meisten bernischen Restaurant­betreiberi­nnen

und -betreiber beim Erfassen der Gästedaten mit. Allerdings wurde vor einigen Tagen bekannt, dass ein Kollektiv von Berner Gastronome­n zu einem «Datenstrei­k» aufrief.

Das Kollektiv sei nicht bereit, einen «massiven, datenschüt­zerisch äusserst bedenklich­en Einschnitt in die Privatsphä­re unserer Gäste zu akzeptiere­n», stand in einer Mitteilung des Kollektivs. Es brauche das Erfassen von Kontaktdat­en als Mittel zur Bekämpfung der Corona-pandemie. Doch müsse das System verbessert werden.

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