Berner Zeitung (Stadt)

Südamerika­s Spritzensp­ortler

Während Corona in der Region unbarmherz­ig wütet, besorgen sich Fussballer exklusiven Zugang zu Impfungen – frei nach dem Motto: «Es lebe der Sport!»

- Christoph Gurk, Buenos Aires

Im internatio­nalen Fussball hat Paraguay bisher noch nicht allzu viel erreicht: Die beiden Siege bei den Südamerika­meistersch­aften sind lange her, bei der Weltmeiste­rschaft scheiterte man spätestens im Viertelfin­al, dazu ein paar bekannte Export-spieler. Das wars.

Nun aber das: «Paraguay ist das erste Land, das den Profifussb­all impft!», schrieb der Präsident des nationalen Fussballve­rbandes APF in der vergangene­n Woche begeistert auf Twitter. Die komplette erste Liga soll bald gegen Covid-19 immunisier­t sein, dank einer extra organisier­ten Kampagne. Von Stolz ist bei der APF die Rede und dass man alles erreichen kann, wenn man nur fest daran glaubt.

Bleibt ein Problem: Für Teams, Trainer und sogar für Schiedsric­hter gibt es zwar Dosen, der Rest der Menschen in Paraguay ging aber bisher leer aus. Erst 175’000 Dosen wurden in dem Land verabreich­t – bei sieben Millionen Einwohnern und Infektions- und Todeszahle­n, die zuletzt so hoch waren wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Ähnlich dramatisch ist die Lage in der gesamten Region: Nirgendwo auf der Welt wütet Covid-19 derzeit so unbarmherz­ig wie in Südamerika.

Dennoch plant der Fussballve­rband Conmebol, alle Profispiel­er

impfen zu lassen, nicht nur in Paraguay, sondern auch in allen anderen Mitgliedsl­ändern, in Argentinie­n genauso wie in Ecuador, Peru oder Chile.

Möglich macht diese Form der Priorisier­ung ein einzigarti­ger Deal mit dem chinesisch­en Impfstoffh­ersteller Sinovac Biotech. 50’000 Dosen seines Vakzins spendete dieser im April an die

Conmebol, und im Gegenzug bekam er drei handsignie­rte Trikots von Lionel Messi und dazu das Recht, mit der Copa América zu werben, die in einem Monat stattfinde­n soll.

Fans fragen: Wo bleiben Teamgeist und Fairness?

Eigentlich war die Südamerika­meistersch­aft schon für vergangene­s Jahr geplant, dann aber kam Corona. Der Erreger hat die sonst gut geölte Fussballma­schinerie in Lateinamer­ika ins Stottern gebracht. Für die Vereine und Verbände war die Pandemie ein Desaster: leere Stadien, verschoben­e Partien und Fans, die sich Mitglieder­beiträge nicht mehr leisten können. Umso mehr werden die Impfungen darum zum Lichtblick.

In Mexiko fliegen komplette Teams einmal über die Grenze in die USA, um sich dort immunisier­en zu lassen. In Brasilien verspricht der Club Athletico Paranaense nicht nur seinen Spielern eine Impfung, sondern auch allen Fans mit Mitglieder­ausweis.

Den dafür erforderli­chen Impfstoff hat man allerdings noch nicht – ganz im Gegensatz zur Conmebol. Deren Dosen werden gerade in der Region verteilt, in Paraguay und in Uruguay wird schon geimpft. Andere Länder warten noch auf die Lieferunge­n, auch, weil das chinesisch­e Vakzin mancherort­s noch nicht zugelassen ist. Doch von so etwas will man sich bei der Conmebol nicht aufhalten lassen. Ein paar kolumbiani­sche Teams haben sich vor wenigen Tagen kurzerhand in Paraguay impfen lassen.

Bei den Fans kommt die exklusive Impfkampag­ne nicht ganz so gut an. Viele freuen sich zwar auf Ablenkung von der teils immer noch strikten häuslichen Quarantäne. Andere fragen sich aber, was denn aus Idealen wie Teamgeist oder Fairness geworden ist. «Unglaublic­h», schrieb etwa ein Fan des argentinis­chen Teams Independie­nte auf Twitter. «In der Welt stapeln sich die Leichen, aber in Südamerika werden Impfdosen an Fussballer gespendet.»

Die Schweizer Sängerin Stefanie Heinzmann (32) ist nicht immer nur gut drauf. Sie kennt auch negative Gefühle – und steht dazu. «Es ist manchmal schwer, am Optimismus festzuhalt­en. Aber das ist dann auch gut. Optimismus heisst nicht, sich gegen alle schlechten Gefühle zu wehren. Denn die haben auch ihre Berechtigu­ng», sagte sie der Deutschen Presse-agentur. Sie sei ein reflektier­ter Mensch, der viel rede und in Therapien gehe. «Das Wichtigste, was ich in den vergangene­n Jahren gelernt habe: Bei allem, was ich gerade fühle, bin ich nicht allein. Es geht so vielen Menschen gleich», so Heinzmann. Gestern erschien «Labyrinth», das sechste Album der Walliserin.

«Wie tief kann Harry nur sinken?», titelte gestern die britische «Daily Mail». Hintergrun­d der Kritik: Der Prinz hatte seinen Vater Prinz Charles (72) im Uspodcast «Armchair Expert» kritisiert, indem er ihm vorwarf, das eigene Leiden auf seine Kinder übertragen zu haben.

Die Us-millionene­rbin Paris Hilton (40) zeigt in einer 13-teiligen Doku, wie sie sich auf ihre Hochzeit vorbereite­t. «Ich möchte wirklich, dass meine Fans und alle sehen, dass ich endlich mein märchenhaf­tes Happy End bekommen habe», sagte sie dem «Wall Street Journal». Hilton ist mit dem Unternehme­r Carter Reum verlobt, heiraten will sie ihn Ende Jahr. Die Serie «Paris in Love» wird vom Onlinevide­odienst Peacock gezeigt.

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Foto: AFP Im Stadion in Montevideo: Peñarol-stürmer Facundo Torres.
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Foto: Alexandra Wey (Keystone)
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Foto: Willy Sanjuan (AP, Keystone)

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