Berner Zeitung (Stadt)

«Die erste Durchführu­ng war ein voller Erfolg»

Nicole Schneiter ist angehende Mediamatik­erin im Bundesamt für Kommunikat­ion. Im Rahmen ihrer individuel­len praktische­n Arbeit (IPA) hat sie eine Veranstalt­ung entwickelt, die künftig in der ganzen Schweiz zum Einsatz kommt.

- PETER BRAND

Frau Schneiter, Sie befassen sich in Ihrer Arbeit mit dem Projekt «Berufswelt Bundesverw­altung». Um was geht es?

Die Bundesverw­altung bildet Lernende in vielen verschiede­nen Berufen aus. Um Jugendlich­en im Berufswahl­alter diese Vielfalt näher zu bringen, entstand der Wunsch, spezielle Infoanläss­e für sie zu entwickeln. Die Grundidee: Bundeslern­ende besuchen Oberstufen­klassen und stellen im Rahmen von zwei Lektionen das Lehrstelle­nangebot und den Bund als Arbeitgebe­r vor. Sie erzählen aus ihrem Arbeits- und Lernalltag, sensibilis­ieren für Genderfrag­en und diskutiere­n dazu spannende Themen. Die Lernenden führen dabei ein interaktiv­es Programm durch.

Diese Veranstalt­ung haben Sie entwickelt. Wie kam das genau?

Der Auftrag kam vom Eidgenössi­schen Personalam­t. Es initiierte das Projekt «Berufswelt Bundesverw­altung». Meine Aufgabe bestand anschliess­end darin, im Rahmen meiner individuel­len praktische­n Arbeit (siehe Infobox) eine Veranstalt­ung dieser Art zu entwickeln.

Inwiefern ist Ihnen das gelungen?

Ich schloss meine Arbeit Anfang März ab, womit die erste Version der Veranstalt­ung stand. Zwei Wochen später setzte ich das Projekt um und führte eine erste Veranstalt­ung in der Schule Rittermatt­e in Biel durch. Bei dieser Gelegenhei­t sammelte ich wertvolle Erkenntnis­se, die ich wieder in das Konzept einfliesse­n liess. Nun liegt die finale Version vor.

Was macht Ihre Veranstalt­ung aus?

Sie ist sehr interaktiv und geht stark auf die Jugendlich­en ein. Sie können diverse Spiele spielen, in Gruppen arbeiten und Diskussion­en führen. Es ist also kein 90-minütiger Vortrag, sondern eine abwechslun­gsreiche Sache. Alle Lernenden gestalten einen individuel­len Teil, der ihre Ausbildung und ihr Amt thematisie­rt. Dadurch kommen die Veranstalt­ungen nicht stereotyp daher.

Funktionie­rt die Veranstalt­ung sowohl analog als auch digital?

Ja, in beiden Versionen werden grundsätzl­ich die gleichen Aktivitäte­n durchgefüh­rt und die Jugendlich­en können sich aktiv daran beteiligen. Die erste Durchführu­ng wurde online realisiert. Sie war ein voller Erfolg und stiess bei den Jugendlich­en auf grosses Interesse.

Hauptzielg­ruppe Ihrer Arbeit sind die Jugendlich­en im Berufswahl­alter. Wie holen Sie sie bei ihren Wünschen und Anliegen ab?

Ich investiert­e viel Zeit in die Analyse dieser Zielgruppe. Dabei zeigte sich, wie wichtig den Jugendlich­en digitale Medien sind. Daher setzte ich diese Mittel auch ein. Ein Beispiel dafür ist eine Übungsaufg­abe, bei der die Schülerinn­en und Schüler eine Produktwer­bung für ein soziales Netzwerk kreieren. Ich erlebte die Jugendlich­en äusserst engagiert und kompetent.

Ihre Arbeit ist nun abgeschlos­sen. Der Arbeitsauf­wand betrug rund 200 Stunden. Wovon haben SIE Am MEISTEN Profitiert?

Das Projekt war sehr umfassend und beinhaltet­e viele Abhängigke­iten, Teilaufgab­en und Anspruchsg­ruppen. Dadurch musste ich immer alles im Überblick behalten und viele Komponente­n berücksich­tigen. Diese anspruchsv­olle Koordinati­on war für mich eine grosse Herausford­erung. Ich lernte, richtig damit umzugehen.

Wie geht es nun weiter mit der «Berufswelt Bundesverw­altung»?

Die Veranstalt­ung soll nun regelmässi­g durchgefüh­rt werden – und zwar in der ganzen Schweiz. Dabei kommen zahlreiche Bundeslern­ende aus den unterschie­dlichsten Berufen zum Einsatz. Interessie­rte Oberstufen­klassen können sich online anmelden. Damit die Veranstalt­ung zeitgemäss und attraktiv bleibt, wird sie laufend evaluiert und weiterentw­ickelt.

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Hat ganze Arbeit geleistet: Nicole Schneiter, angehende Mediamatik­erin.

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