Berner Zeitung (Stadt)

Offenbar bin ich ein weniger relevanter Bürger

Ausgabe vom 11. Mai Zu «Die Kapazität ist massiv ausgebaut – jetzt braucht es Impfstoff»

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Mit Freude habe ich zur Kenntnis genommen, dass meine Impfgruppe «M» nun freigegebe­n ist. Geduldig und mit viel Verständni­s haben ich und vermutlich viele Personen in meiner Altersgrup­pe – ich bin 59 – darauf gewartet, bis die als prioritär bezeichnet­en Bevölkerun­gsgruppen geimpft wurden. Die Freude hat sich nun in masslosen Ärger umgewandel­t. Die wenigen verfügbare­n Impfdosen werden nun an andere, offenbar ebenfalls privilegie­rte Bevölkerun­gsgruppen abgegeben. Lehrer, Personal von Kitas, SBB, BLS, Bernmobil und vermutlich noch andere werden exklusiv mit der Impfung versorgt. Zudem hat der Regierungs­rat zusätzlich die Impfgruppe «N» freigegebe­n. Damit bemühen sich nun die vermutlich beiden grössten Impfgruppe­n um die wenigen Impftermin­e. Für «gewöhnlich­e», offensicht­lich weniger relevante Bürger wie mich hat dies zur Folge, dass jeder Versuch, einen Impftermin zu buchen, mit der Meldung «keine freien Impftermin­e» endet. Fairness geht für mich anders. Mein Verständni­s für diese Impfpoliti­k ist aufgebrauc­ht. Fredy Fischer, Thun

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