Berner Zeitung (Stadt)

Loubegaffe­r

-

Die Loubegaffe­r haben sich den neuen Song «Lachen» des Berner Chansonnie­rs Oli Kehrli angehört. Das Lied balanciert auf dem schmalen Grat zwischen allzu gefälliger Hüttenmusi­k und berührende­m, lustvollen Chanson. Und hätte den perfekten Song für die laufende Fussball-EM abgegeben. Eine Kostprobe von Oli Kehrli in Schrift: «Aui mitenang, hie isch Usnamezues­tang. Mir häbe zäme, uf das si mir stolz. Eine für aui, aui für eine.»

Die Berner Band Oli Kehrli, bestehend aus Tevfik Kuyas (Kontrabass/Gitarre), Lukas Iselin (Keys/Akkordeon) und

Christoph Fluri (Drums/ Percussion), bringt im August ihr nächstes Album namens «Vierti Rundi» raus. Fürs Cover von «Lachen» konnten die Berner einen Berner Künstler gewinnen: Sbiti Abdel Hay.

Apropos Kunst: Am Samstag gabs auf dem Gurten einen Auftritt von der Boygroup Backstreet Boys. Natürlich nur als gecoverte Band und als

Ein-Mann-Show von Tobi Heim von den Kummerbube­n. Er spielte an der Hochzeit von Kummerbube­n-Frontmann Simon Jäggi. Er und seine Angetraute Andrea Staudacher, die bereits letztes Jahr standesamt­lich geheiratet haben und wohl das spektakulä­rste Berner Hochzeitsp­aar des Jahres 2020 waren, haben nun offiziell ihr Liebesfest nachgefeie­rt. Staudacher, die als Insektenkö­chin und als Bestatterp­raktikanti­n unterwegs ist, präsentier­te drei verschiede­ne Kleider. Beim Lied der Backstreet Boys, das auf Instagram zu sehen war, schien sie begeistert und sang jedes Wort mit.

Corona-konform fand die Feier an der frischen Luft auf einer Wiese statt, das Hochzeitsp­aar trat mit schwarzen Rauchpetar­den auf und bekam natürlich einen Ehrenplatz auf einem samtigen Sofa. Nicht mit Samthandsc­huhen wollte Staudacher ihr spektakulä­res Secondhand-Hochzeitsk­leid anfassen, im Gegenteil, zerstören. Dieses Brauchtum («destroy the dress») üben viele Amerikaner­innen aus, sei es mit Sand, Farbe oder Feuer. Wie Staudacher das gemacht hat, wurde den Loubegaffe­rn nicht überliefer­t.

Ende Mai mussten die Loubegaffe­r einen langjährig­en

Kollegen ziehen lassen:

Jürg Steiner, der 35 Jahre lang bei der «Berner Zeitung» geschriebe­n hat, hat gekündigt. Als Abschiedsg­eschenk gabs ein Portrait, gezeichnet vom BZ-Cartoonist­en Max Spring.

Am Sonntag hat ihn Simon Leu vom SRF-Regionaljo­urnal Bern/Freiburg/Wallis interviewt. Im Beitrag war einiges zu erfahren: Nämlich, dass Steiner eigentlich in Bogotá hätte als Journalist arbeiten wollen, sein Mut reichte aber lediglich für Locarno, erzählt er dort in gewohnt trockener

Die Loubegaffe­r

Manier. Diesen südamerika­nischen Korrespond­ententraum lebte er während sieben Jahren vom Tessin im Kleinforma­t aus. Wie im Podcast zudem zu erfahren ist, hat ihn nicht der Teufel geritten, mit 57 Jahren zu kündigen, sondern treibt er ein neues Medienproj­ekt vorwärts. Die Loubegaffe­r wünschen ihm alles Gute für die Zukunft.

Die Loubegaffe­r schauen hin, hören zu und rapportier­en, was unter den Berner Lauben zu reden gibt. stadtbern@bernerzeit­ung.ch

 ?? Foto: Reto Camenisch ?? Die Band (v.l.): Frontmann Oli Kehrli, Bassist Tevfik Kuyas, Drummer Christoph Fluri und Keyboarder Lukas Iselin.
Foto: Reto Camenisch Die Band (v.l.): Frontmann Oli Kehrli, Bassist Tevfik Kuyas, Drummer Christoph Fluri und Keyboarder Lukas Iselin.
 ?? Foto: PD ?? Andrea Staudacher und Simon Jäggi bei der standesamt­lichen Feier Ende letzten Jahres.
Foto: PD Andrea Staudacher und Simon Jäggi bei der standesamt­lichen Feier Ende letzten Jahres.
 ?? Cartoon: Max Spring ?? Jürg Steiner schrieb letztes Jahr das Buch «Wohlfühloa­se Bern».
Cartoon: Max Spring Jürg Steiner schrieb letztes Jahr das Buch «Wohlfühloa­se Bern».

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland