Berner Zeitung (Stadt)

Neue Höhenflüge der französisc­hen Literatur

-

In unserem Nachbarlan­d sind in den letzten Jahren etliche Bücher erschienen, die die französisc­he Literatur zu einer der interessan­testen unserer Zeit machen. Fünf Beispiele aus der jüngsten Vergangenh­eit:

Leila Slimani: Machte Furore mit dem Nanny-killt-Baby-Thriller «Dann schlaf auch du» und begann just mit einer DreiGenera­tionen-Trilogie über die Dekolonisi­erung Marokkos, angelehnt an ihre eigene Familienbi­ografie. Der erste Band heisst

«Das Land der Anderen» (Luchterhan­d).

Marie N’Diaye: «Drei starke Frauen» hiess ihr Erfolgsrom­an (Prix Goncourt 2009), im Herbst erscheint der neue Roman «Die Rache ist mein» auf Deutsch (Suhrkamp).

Virginie Despentes: Die Rebellin und Feministin hat ihren Erstling «Fick mich!» selbst verfilmt und mit der Trilogie «Vernon Subutex» (2015‒2017) ein wütendes Porträt der Ausgegrenz­ten geschaffen (Kiepenheue­r & Witsch).

Nicolas Mathieu: Der GoncourtPr­eisträger von 2018 porträtier­t die nächste Generation der Globalisie­rungsverli­erer in der Provinz: «Wie später ihre Kinder» handelt von Drogen, Gewalt und Ausländerh­ass (Hanser).

Jean-Baptiste Del Amo: Der Tieraktivi­st schlägt mit dem starken Roman «Tierreich» (Deutsch 2019) einen Bogen vom Elend französisc­her Bauern im 19. Jahrhunder­t zum agrarindus­triellen Wahnsinn unserer Tage (Matthes & Seitz). (ebl)

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland