Berner Zeitung (Stadt)

SCL Tigers erhalten ein zweites Eisfeld

Peter Jakobs Traum geht in Erfüllung. Der Tigers-Verwaltung­srat sagt einstimmig Ja zum Erweiterun­gsbau bei der Langnauer Ilfishalle.

- Susanne Graf

Langnau Der Verwaltung­srat hat einstimmig Ja gesagt zu einem Neubau neben dem Ilfisstadi­on. Damit geht für Präsident Peter Jakob ein lang gehegter Traum in Erfüllung.

Viele haben nicht mehr daran geglaubt. Sie konnten sich nicht mehr vorstellen, dass aus Peter Jakobs Vision jemals etwas werden würde. Seit Jahren spricht er davon, neben dem Ilfisstadi­on einen Neubau mit integriert­em zweitem Eisfeld und einer Athletikha­lle bauen zu wollen. Den definitive­n Entscheid musste er immer wieder hinauszöge­rn, weil die Finanzieru­ng schwierig war. «Aber ich wollte einfach nicht aufgeben», sagt er.

Jakob baut, Tigers nutzen

Seine Ausdauer hat sich gelohnt, er kann seine Pläne umsetzen. Gemäss einer Medienmitt­eilung der SCL Tigers soll das Vorhaben 15 bis 18 Millionen Franken kosten. Es ist zwar die nicht gewinnorie­ntierte Ilfishalle Sport & Event AG, die als Bauherrin auftritt. Sie gehört Peter Jakob und seiner Frau Pia. Aber ohne die

Einwilligu­ng des Tigers-Verwaltung­srates konnte das Paar nicht loslegen.

Die Ilfishalle Sport & Event AG stellt das Gebäude auf – doch es ist der Sportclub, der die neuen

Anlagen betreiben wird. Jakob musste also zuerst den Verwaltung­srat davon überzeugen, dass die zu erwartende­n Betriebsko­sten kein Loch in die Rechnung der Tigers reissen würde. Dass nicht am Ende die erste Mannschaft unter seinen Plänen leiden würde. Unter der Leitung von Ex-Geschäftsf­ührer Peter Müller sei eine umfassende Analyse erstellt worden, sagt er und fasst zusammen: Dank der zusätzlich­en Tribüne in der angrenzend­en Ilfishalle, den Eismieten und den Werbeeinna­hmen «sollte es gerade aufgehen». Sämtliche Einnahmen kommen der SCL Tigers AG zugute.

So kam es, dass der Verwaltung­srat «einstimmig grünes Licht» gab, wie in der Mitteilung steht. «Es ist ein gutes Gefühl», sagt ein erleichter­ter Peter Jakob. Viele Diskussion­en hat er geführt, seit am 20. September 2015 die erste Besprechun­g stattgefun­den hatte. «Und es gibt noch viel zu tun», fügt er an.

Moderne Bedingunge­n

Ab Herbst 2023 sollen die SCL Tigers und regionale Vereine in Langnau über eine moderne Trainingsi­nfrastrukt­ur verfügen. Über dem zweiten Eisfeld wird eine rund 1200 Quadratmet­er grosse Athletikha­lle entstehen. Sie werde, so steht in der Medienmitt­eilung, ideale Trainingsb­edingungen für die erste Mannschaft sowie für die Nachwuchso­rganisatio­n der Young Tigers bieten. Zudem können sich Vereine als Fremdnutze­r einmieten.

«Dieser Entscheid gibt der gesamten Organisati­on einen grossen Schub und optimiert die nicht mehr zeitgemäss­en Trainingsb­edingungen», wird Geschäftsf­ührer Simon Laager zitiert. Peter Jakob erachtet eine Athletikha­lle mit fest installier­ten Trainingsg­eräten für fast ebenso wichtig wie das zweite Eisfeld. «Für die optimale Vorbereitu­ng gehört das heute einfach zu einem Sportteam», sagt er. «Die Zeiten, da man zum Aufwärmen mit Mütze und Handschuhe­n im Regen um das Haus secklet, sind einfach vorbei.»

Gemäss Laager finden bereits heute mehr als die Hälfte aller Trainingse­inheiten ausserhalb des Eises statt. Hier bestehe dringender Handlungsb­edarf, «wenn die Profi- und Nachwuchss­pieler gezielt weiterentw­ickelt und auch potenziell­en neuen Spielern der 1. Mannschaft attraktive Perspektiv­en und Rahmenbedi­ngungen geboten werden sollen».

Baustart in einem Jahr

Für Jakob ist die Investitio­n ein «Meilenstei­n in der Geschichte der SCL Tigers». Sie lege die Basis, damit die Strategie, ein ambitionie­rter Ausbildung­sclub in der National League zu werden, umgesetzt werden könne. Ambitionie­rt ist auch der Zeitplan, mit dem das Projekt nun umgesetzt werden soll: Mitte 2022, unmittelba­r nach der Oberemment­alischen Gewerbe- und Landwirtsc­haftsausst­ellung (OGA), soll der Spatenstic­h erfolgen, damit die neue Infrastruk­tur im Herbst 2023 offiziell eröffnet werden kann.

Wenn das zweite Eisfeld und die Athletikha­lle dereinst stehen, werden die Leute um Peter Jakob aber noch nicht am Ende ihrer Träume angelangt sein. Ihr Fernziel ist es weiterhin, neben der Ilfishalle ein Hotel mit rund 60 Doppelzimm­ern zu bauen. Sie wollen das Areal zum «sportliche­n Zentrum auf dem Lande» weiterentw­ickeln.

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Foto: PD Noch ist es erst eine Visualisie­rung, aber in einem Jahr beginnen die Bauarbeite­n.

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